Hilfsgüter und der Bau neuer Schulen, Häuser und Kindergärten helfen Partnerregion Beruwala

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Der vom Kreisausschuss des Main-Kinzig-Kreises finanzierter Traktor wird von der Stadt Beruwala für die Müllabfuhr eingesetzt.

10.12.2021. - Seit dem Beginn der Corona-Pandemie auch in Sri Lanka im März 2020 und der Einstufung des Landes in ein Hochrisikogebiet, war es für Landrat a.D. Karl Eyerkaufer, Koordinator der Beruwala-Hilfe „Main-Kinzig-Kreis hilft Beruwala“, nach 18 Monaten wieder möglich, eine Reise in das durch die Pandemie stark betroffene Land im Indischen Ozean zu unternehmen. Seit damals besteht eine Partnerschaft zwischen der Region Beruwala und dem Main-Kinzig-Kreis. Karl Eyerkaufer wurde auf der Reise von seiner Frau Marion sowie dem ehemaligen Kreisbeigeordneten Matthias Zach und der ehemaligen Kreistagsabgeordneten Ursule Conen und weiteren Sponsoren begleitet.

Nach einem blutigen Bürgerkrieg in den Jahren 1983 bis 2009 mit zirka 100.000 Toten, der Tsunamikatastrophe am zweiten Weihnachtsfeiertag 2004, die 45.000 Tote entlang der Küste forderte, den Terroranschlägen am Ostersonntag 2019 auf drei Kirchen und drei Hotels mit 269 Toten und 485 schwer Verletzten; trifft nunmehr die Corona-Pandemie Sri Lanka seit 20 Monaten besonders stark. „Der Flughafen Colombo war lange Zeit geschlossen, für Geschäftsreisende und Touristen bestand Einreiseverbot, immer wieder gab es landesweite Ausgangssperren, monatelang waren alle Schulen und Kindergärten geschlossen“, fasst Karl Eyerkaufer zusammen.

Am 27. November 2021 habe der Minister für Tourismus, Prasanna Ranatunga erklärt, dass von der pandemiebedingten Schließung der Hotels und der Gästehäuser sowie des Einreiseverbots zwei Millionen Beschäftigte in diesem Bereich in die Arbeitslosigkeit gerutscht seien. Es sei ein Verlust von zirka fünf Milliarden Euro entstanden. „Damit Sri Lanka nicht in eine vierte Welle der Pandemie gerät, hat die Regierung strikte Anweisungen gegeben, die genauestens eingehalten werden. Unter anderem besteht Maskenpflicht im öffentlichen Raum vom Kindergartenalter an und in allen Einrichtungen. Die Maskenpflicht wird von den Gesundheitsbehörden genauestens überwacht und bei Nichtbeachtung geahndet“, schildert der Altlandrat die Lage vor Ort. Sri Lanka sei bei der Impfkampagne auf die Spenden wohlhabender Länder und der Weltbank angewiesen und können sich daher den Impfstoff nicht aussuchen. 62,7 Prozent der Personen, die geimpft werden können, seien zu 80 Prozent mit dem chinesischen Impfstoff Sinopharm geimpft worden. Aber auch Vakzine von Moderna, Astra Zeneca, Sputnik und Biontech würden in geringem Umfang verimpft. „Die strengen Regeln und die Beachtung dieser Vorgaben haben zu der geringen 7-Tage-Inzidenz von zurzeit 30 geführt. So niedrig, wie kaum in einem anderen Land der Welt“, erklärt Karl Eyerkaufer.

Die Aktion „Main-Kinzig-Kreis hilft Beruwala“ kümmert sich vor allem um die Familien und ihre Kinder, die in besorgniserregender Armut leben und Hunger leiden, weil sie keinerlei festes Einkommen haben. „So haben wir bei den Besuchen der von uns finanzierten Projekte, wie die Maradana-Frauenklinik, der der Kindergärten und Schulen, vorwiegend Essenspakete überreicht und an die von uns betreuten Waisenhäuser Apeksha Vijitha Pahalage, St. Vincenz, Don Bosco sowie Mama und Papa Lebensmittel und Hygieneartikel gespendet. Während unseres Aufenthalts konnten wir auch 35 neue Häuser an arme Fischerfamilien übergeben, vornehmlich in dem durch unseren Siedlungsbau neu entstandenen Ort Pannila“, erklärt Karl Eyerkaufer. Durch die Spende eines in Nidderau-Ostheim lebenden Bürger des Main-Kinzig-Kreises entstand dort der 13. Kindergarten, der mit einer bewegenden Feier und mit großer Dankbarkeit der Bevölkerung eingeweiht wurde.

Im Mittelpunkt der Reise stand jedoch die feierliche Übergabe von zwei neuen Schulgebäuden für die Annasigala Tamil Primary School und die Badanagoda Buddhist Junior School in Beruwala, deren Bau wegen eines enormen Platzmangels dringend notwendig geworden war. Wegen der fehlenden Klassenräume mussten die Kinder im Freien unterrichtet werden. „Durch den Neubau ist es möglich geworden, dass die Klassengrößen auf 40 Schülerinnen und Schüler gesenkt werden können. Die Spenderfamilie hat nicht nur beide Schulgebäude finanziert, sie unterstützt auch in großem Rahmen die Stiftung Kinderzukunft in Gründau mit einem Kinderdorf in Guatemala“, berichtet Eyerkaufer. Zur Einweihung wurden Tänze und Vorführungen der Kinder gezeigt, die Menschen seien sehr dankbar für diese großartige Unterstützung. Auch ein Besuch bei vier Auszubildenden stand auf dem Programm. Denn der Main-Kinzig-Kreis unterstützt vier junge Männer dabei, eine dreijährige Ausbildung zum Kältetechniker beziehungsweise zum Automechaniker am Technical Training Institute zu absolvieren. Sie heißen Ifadh, Fahim, Nashan und Azeez.

Wie Karl Eyerkaufer weiter ausführte, fand auch ein Treffen mit der Schulleitung des Wisdom International College Beruwala statt. Dort sprachen Eyerkaufer und seine Mitreisenden über die Weiterführung der Schulpartnerschaft mit dem Albert-Einstein-Gymnasium Maintal. Wenn 2022 pandemiebedingt die Möglichkeit eines Austausches besteht, sollen Schülerinnen und Schüler des Colleges vor den Sommerferien nach Maintal kommen und im Herbst dann die Maintaler Schüler und Schülerinnen nach Beruwala reisen.

Der deutsche Botschafter in Sri Lanka, S.E. Holger Seubert, stellte anlässlich eines Empfanges für Karl Eyerkaufer, Matthias Zach, Ursule Conen und den Koordinatoren vor Ort, Mr. Irsan und Mr. Rila, die enorme Wirkung des Hilfsprojektes des Main-Kinzig-Kreises heraus und dankte allen Spenderinnen und Spendern für ihr Engagement, das den notleidenden Menschen in Sri Lanka hilft. „Das große Interesse der Menschen im Main-Kinzig-Kreis für die Region Beruwala ist nach wie vor deutlich zu spüren und es ist beeindruckend, welche Projekte vor Ort bereits umgesetzt und angestoßen werden konnte. Die Hilfe aus dem Main-Kinzig-Kreis kommt direkt vor Ort an, wo sie gebraucht wird“, sagte Landrat Thorsten Stolz und fügte hinzu: „Ich danke insbesondere Karl Eyerkaufer und seinen Mitstreiterinnen und Mitstreitern für ihren persönlichen und unermüdlichen Einsatz für die Menschen in Beruwala.“
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Wer die Not der Menschen in der Partnerregion des Main-Kinzig-Kreises lindern möchte, kann mit einer Spende auf folgende Sonderkonten bei allen drei Sparkassen im Main-Kinzig-Kreis helfen, Stichwort „Beruwala“:

Sparkasse Hanau:
BIC HELADEF1HAN, IBAN DE47 5065 0023 0000 0999 94

Kreissparkasse Gelnhausen:
BIC HELADEF1GEL, IBAN DE56 5075 0094 0000 0999 94

Kreissparkasse Schlüchtern:
BIC HELADEF1SLÜ, IBAN DE27 5305 1396 0000 0999 94