Simmler: „Impfung verhindert nicht immer die Weiterverbreitung“

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09.11.2021. - Eine Häufung von Corona-Ausbrüchen beschäftigt derzeit das Amt für Gesundheit und Gefahrenabwehr. Nach einer Kulturveranstaltung in Freigericht, in einer Kita in Hanau und in einer Pflegeeinrichtung in Steinau sind jeweils eine größere Zahl von Menschen betroffen. Für Gesundheitsdezernentin Susanne Simmler ist das „Ausdruck eines erhöhten Infektionsdrucks“. „Eine hohe Zahl an Neuinfektionen jeden Tag, eine hohe Mobilität und eine hohe Kontaktzahl der Infizierten erhöhen gleichzeitig das Risiko für jeden und jede Einzelne, sich mit dem Coronavirus anzustecken. Eine Impfung schützt in hohem Maße gegen schwere Krankheitsverläufe, eine Impfung verhindert aber eben nicht immer die Weiterverbreitung“, so die Erste Kreisbeigeordnete.

In Freigericht hatten sich am vorvergangenen Wochenende nach Ermittlungen des Main-Kinzig-Kreises mindestens 24 Menschen bei einem Chorkonzert angesteckt. Die Veranstaltung hatte unter 2G-Bedingungen stattgefunden. Die meisten der Befunde waren am Wochenende im Amt für Gesundheit und Gefahrenabwehr eingetroffen. Daraufhin hat der Kreis für den gestrigen Montag direkte PCR-Testmöglichkeiten für die beteiligten Sängerinnen und Sänger sowie einen leichten Zugang zu Testungen für Gäste ermöglicht. Über den Main-Kinzig-Kreis wurden insgesamt 110 PCR-Tests veranlasst. Unabhängig davon hatten auch Ärztinnen und Ärzte in Freigericht ihre Testkapazitäten hochgefahren. Mit dem Vorliegen aller Ergebnisse ist erst im Laufe der nächsten Tage zu rechnen. Die Gäste haben weiterhin die Möglichkeit, sich beim Main-Kinzig-Kreis zu melden, am einfachsten über die Internetseite des Kreises (www.mkk.de) .

„Der Vorteil von 2G-Veranstaltungen liegt auf der Hand. Für die Veranstalter ist es der einfachere, geselligere und am Ende auch lukrativere Weg, Traditionen wieder aufleben zu lassen. Mit Blick auf das Coronavirus bleibt aber davor zu warnen, sich zu leicht in Sicherheit zu wiegen. Das Virus kann eben doch eingetragen werden, mit welcher Schwere der Symptome beim Infizierten auch immer“, so Simmler. Freiwillige Tests vor einer Veranstaltung könnten das Risiko eines Ausbruchs weiter reduzieren.

Einen weiteren Coronavirus-Ausbruch hat es in einer Pflegeeinrichtung in Steinau gegeben. Unter Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern waren in der vergangenen Woche zunächst acht Positivbefunde ermittelt worden. Der Main-Kinzig-Kreis hat daraufhin allen Beschäftigten sowie der Bewohnerschaft eine Testung angeboten. Bis in diese Woche hinein stieg die Gesamtzahl der Coronainfizierten auf 38, davon 26 Bewohnerinnen und Bewohner, die durchgeimpft sind und so gut wie keine Erkältungssymptome aufweisen. Auch in einer Hanauer Kita lagen vergangene Woche zunächst die Positivbefunde von fünf Erwachsenen vor. Eine umfangreichere Testung ergab 19 zusätzliche Befunde bei Kindern innerhalb der Kita.

„Sowohl in Steinau als auch in Hanau lässt sich feststellen, dass die Mehrzahl der positiv getesteten Personen nur schwache bis gar keine Erkältungssymptome hat. Ein regelmäßiges Testen ist daher absolut sinnvoll, gerade bei den Pflegenden und Betreuenden, ganz unabhängig von diesen konkreten Ausbruchsgeschehen“, erklärt Gesundheitsdezernentin Susanne Simmler.

Dort, wo es im Alltag gehe, müsse jeder und jede „eigenverantwortlich pandemiegerecht handeln“, so Simmler. Mit Erkältungssymptomen solle man sich von anderen fernhalten, mit Tests solle man lieber einmal mehr ausschließen, dass es sich eben nicht um Corona handle. „Impfen, Testen und die bekannten AHA-L-Regeln bleiben in diesem Winter die probaten Mittel, um unser Gesundheitssystem zu entlasten und unsere Mitmenschen zu schützen. Da ist das Mittun aller Bürgerinnen und Bürger unerlässlich.“

Die Gesundheitsdezernentin macht sich außerdem dafür stark, dass Schnelltests für alle Bürgerinnen und Bürger wieder kostenfrei möglich sind. „Das Testen kann aus unserer Sicht einen wesentlichen zusätzlichen Beitrag zur Sicherheit leisten. Wir stehen ganz klar auf dem Standpunkt, dass erste Priorität das Impfen hat, alle anderen Maßnahmen können diesen Baustein aber ergänzen“, unterstreicht Susanne Simmler. Dies müsse jedoch bundeseinheitlich geregelt werden.

Die Häufung von Ausbrüchen binnen weniger Tage sei einer der besorgniserregenden Punkte, wenngleich das angesichts eines Sieben-Tages-Inzidenzwerts von rund 200 letztlich zu erwarten sei, so Simmler. Ein weiterer Punkt sei, dass im Schnitt mehr Menschen von Ausbrüchen direkt betroffen und infiziert seien. Gerade in den sensiblen Bereichen Pflege, Betreuung und Schule habe das gravierende Folgen und der Betrieb könne erheblich gestört werden.