Erfolgsmodell Pflegestützpunkt geht ins zehnte Jahr

pm-img

29. September 2021. - „Der Pflegestützpunkt Main-Kinzig-Kreis mit seinen Standorten in Gelnhausen, Schlüchtern und Hanau bietet zuverlässig kostenfreie Hilfe in einer schwierigen Lebenssituation“ – mit diesen Worten hat Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler die Arbeit der drei Servicestellen bei der Vorstellung des Jahresberichts 2020 auf den Punkt gebracht. „Der Pflegestützpunkt Main-Kinzig-Kreis dient als Anlaufstelle für Rat- und Hilfesuchende, die Unterstützung und Auskünfte rund um das Thema Pflege und Betreuung brauchen“, erklärt Susanne Simmler.

In Anspruch genommen werde der Service von Pflegebedürftigen, deren Angehörigen sowie von Menschen mit Behinderung oder solchen, die in absehbarer Zeit pflegebedürftig sein werden. Der neue Flyer und der innovative Podcast des Pflegeberatungszentrums in Hanau würden dazu beitragen, noch mehr Betroffene zu erreichen.

Die Gesundheitsdezernentin rief in Erinnerung, dass der Pflegestützpunkt Main-Kinzig-Kreis ein wichtiger Baustein der sozialen Infrastruktur ist: „Für uns als Landkreis gilt nach wie vor die klare Verpflichtung, die Sorgekultur im Landkreis aufzubauen und zu stärken. Mit dem Pflegestützpunkt wollen wir Wege durch den vermeintlich undurchdringlichen Pflegedschungel aufzeigen und Betroffenen helfen, ihre individuelle Pflege- und Betreuungssituation zu meistern und zu verbessern. Hierfür leisten die Mitarbeitenden aller drei Standorte ausgezeichnete Arbeit. Dafür möchte ich ihnen meinen ausdrücklichen Dank aussprechen.“ Zum Erfolg trage bei, dass seit 2011 ein tragfähiges Netzwerk aufgebaut wurde, das aus Einrichtungen und Diensten besteht, die mit Prävention, Rehabilitation, Pflege und Hilfen zur möglichst selbstbestimmten Lebensführung pflegebedürftiger Menschen befasst sind.

Krankheit oder Behinderung, aber vor allem hohes Alter führen häufig dazu, den eigenen Alltag nicht oder nur noch eingeschränkt bewältigen zu können. Beratung und Unterstützung durch die drei Pflegestützpunkte benötigen vor allem Menschen in den Altersgruppen ab etwa 70 Jahren und deren Angehörige. Die meisten Betroffenen sind zwischen 80 und 90 Jahren alt. Inhaltich geht es in den Beratungen um eine Vielzahl an Themen. Sie reichen von Fragen rund um die Pflegeversicherung über ambulante Versorgung und Pflege- und Senioreneinrichtungen im Kreis bis hin zu Hilfe beim Ausfüllen von Formularen. „Die Mitarbeitenden des Stützpunkts helfen jeder und jedem. Dabei gelingt es ihnen stets, passgenaue Lösungen zu finden“, lobte Susanne Simmler. Um im Einzelfall optimal beraten und unterstützen zu können, werden Kontakte zu allen Netzwerkpartnerinnen und -partnern gepflegt und ausgebaut. Es sind unter anderen Ambulante Pflegedienste, Anbieter von niedrigschwelligen Betreuungsleistungen, Sanitätshäusern und Homecare-Unternehmen. Zudem finden regelmäßig lokale Netzwerktreffen, Veranstaltungen und Vorträge statt, die der Information und dem Austausch dienen.

2020 nahmen mehr als 2.500 Personen erstmals Kontakt mit dem Pflegestützpunkt Main-Kinzig-Kreis auf. Es handelte sich dabei überwiegend um Angehörige, aber auch um Pflegebedürftige, Bekannte, Nachbarn, gesetzliche Betreuende oder Beratungsstellen. 81 Prozent dieser Personen traten mit einer konkrete Einzelfrage an die Mitarbeitenden des Pflegestützpunktes heran und konnten an die jeweils zuständigen Ämter oder Dienstleister weitervermittelt werden. Etwa 18 Prozent der Ratsuchenden erhielten eine persönliche Beratung, die anders als in den Jahren zuvor ebenfalls zumeist telefonisch erfolgte. In diesen Beratungsgesprächen werden individuelle Fragen geklärt. Auf diese Weise erhielten die Betroffenen Informationen, die sie in die Lage versetzten, Pflege und Betreuung selbständig zu organisieren. 19 Ratsuchende wurden über einen langen Zeitraum begleitet, um eine gute Pflege- und Betreuungslösung zu gewährleisten.

Insgesamt gab es im vergangenen Jahr mehr als 4000 Kontakte zum Pflegestützpunkt Main-Kinzig-Kreis. Das sind zwar im Vergleich zum Vorjahr 262 weniger und auch die Anzahl der Pflegeberatungen sank wegen der Corona-Pandemie und deren Folgen von 643 auf 461. Dafür ist die Zahl der telefonischen Einmalkontakte signifikant gestiegen. Aufgrund der Hygienevorschriften und Kontaktregelungen fanden im vergangenen Jahr Hausbesuche nur in Ausnahmefällen und Beratungen ausschließlich am Telefon statt. „Trotz dieser Widrigkeiten konnten die Mitarbeitenden in sehr vielen Fällen bereits beim ersten Telefonat weiterhelfen“, stellte Susanne Simmler fest.

Der Pflegestützpunkt im Kreis verfügt über drei Standorte: Zwei davon werden gemeinsam von Kranken- und Pflegekassen sowie dem Main-Kinzig-Kreis getragen. Sie befinden sich in der Hailerer Straße 24 in Gelnhausen (seit 2012) und in der Wassergasse 16-18 in Schlüchtern (seit 2019). Der dritte Pflegestützpunkt entstand 2019 in der Steinheimer Straße 1 in Hanau und wird als „Pflegeberatungszentrum“ in gemeinsamer Trägerschaft von Kreis, Stadt Hanau und Palliativer Patientenhilfe geführt. Das Angebot ist kostenfrei, die Beratung trägerneutral.

Weitere Informationen gibt es auf der Webseite des >>Main-Kinzig-Kreises .