Impfwochenende vor Schulstart noch nutzen

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Der Trend der Corona-infektionen ist weiter ansteigend und aufgrund des exponentiellen Anstieges ist auch nicht mit einer gravierenden Trendumkehr zu rechnen, prognostiziert das Amt für Gesundheit und Gefahrenabwehr des Main-Kinzig Kreises. Am Donnerstag wurden für den Main-Kinzig-Kreis weitere 36 Fälle gemeldet. Damit hat sich der Sieben-Tage-Wert in der dritten Woche in Folge deutlich nach oben bewegt von 23 über 50 auf jetzt 75.

„Aktuell zeigt die Entwicklung leider wieder nur in eine Richtung. Es kommen einige Dinge zusammen, die uns Sorge bereiten, wenn wir auf die nächsten Tage und Wochen blicken. Die Rückkehr aus Urlaubsreisen, das veränderte Kontaktverhalten, die immer noch zu niedrige Quote der Impfungen – all das wirkt sich aus“, sagt Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler. Der Landkreis hat sich in den letzten Tagen aufgrund der ansteigenden Zahlen wieder um eine Verstärkung des COVID-Teams in der Verwaltung gekümmert und trotzdem ist die Situation herausfordernd. Wenn nun nächste Woche die Schulen wieder öffnen, Arbeitnehmer in voller Stärke an Arbeitsplätze zurückkehren, dann verweist das Amt für Gesundheit und Gefahrenabwehr darauf, dass das Virus keine Pause macht und weiterhin da ist.

„Vorsicht, Eigenverantwortung und Verantwortung für das Gegenüber – das war und ist auch weiterhin der Schlüssel der Pandemie. Dazu gehören die AHA+L Regeln und auch das Impfen“, so Simmler weiter. Daher werden sowohl die Gesundheitsbehörden, das Staatliche Schulamt als auch die politisch Verantwortlichen nicht müde, für das Impfen zu werben und auf die vorbeugenden Maßnahmen hinzuweisen. Denn es sei bei diesem Trend nur eine Frage der Zeit, wann nach der Inzidenz auch die „Hospitalisierungsquote“ wieder ansteigt. Vor allem Menschen ohne Impfschutz müssen derzeit wieder vermehrt medizinisch stationär betreut werden. „Bundes- und landesweit, aber auch im Landkreis haben wir nach einigen Wochen auch ohne COVID-Fälle wieder einen leichten Anstieg von Fällen in den Krankenhäusern zu verzeichnen. Wenn wir eines gelernt haben sollten, dann, dass einer hohen Inzidenz eine - zwar zeitversetzte – Hospitalisierung schwerer Erkrankungen folgt. Und unabhängig davon, ab wann das System an den Rand der Belastung kommt, handelt es sich um Menschen, denen es dann sehr schlecht geht“, drückt Simmler ihre Sorge aus, allzu sorglos den Indikator der Inzidenz aufzugeben.

Die Statistik für den Main-Kinzig-Kreis zeigt außerdem, dass jetzt vermehrt Jugendliche und junge Erwachsene von einer Infektion betroffen sind. Der Anteil ist gerade in den vergangen Tagen stark angestiegen.

Aktuell sind es noch wenige Personen, die in den Kliniken intensivmedizinisch behandelt werden, doch „jede einzelne Infektion bedeutet ein hohes Risiko“, betont Dr. Wolfgang Lenz, Leiter des Amtes für Gesundheit und Gefahrenabwehr. So gibt es eine nachweislich hohe Zahl von Langzeitfolgen (Long Covid) und auch das Risiko von parallelen Erkrankungen aufgrund des geschwächten Immunsystems sei nicht zu unterschätzen.

Erfreulich sei die Beobachtung, dass die Impfbereitschaft im Main-Kinzig-Kreis weiter leicht gestiegen sei. „Wir werden auch in den kommenden Tagen und Wochen weitere zusätzliche Impfangebote organisieren, um den Bürgerinnen und Bürgern entgegen zu kommen. Aber unabhängig, ob am Rande einer Veranstaltung, im Quartier oder vor dem Supermarkt – unsere Impfzentren sind ohne Termin offen für jeden. Die Entscheidung einer Impfung schützt einen selbst und trägt kurz- mittel- und langfristig dazu bei, dass wir alle als Gesellschaft mehr Möglichkeiten haben“, sagt Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler. Gerade mit Blick auf das nahende Winterhalbjahr sei jeder zusätzliche Schutz ein Gewinn für die gesamte Bevölkerung.

Gemeinsam mit dem Staatlichen Schulamt wird noch einmal das Impfangebot für die Schülerinnen und Schüler ab 12 Jahre in den Mittelpunkt gestellt. „Wir können nur dringend empfehlen, jetzt dieses Wochenende vor dem Schulstart am Montag noch zu nutzen. Das geht natürlich beim Kinder- oder Hausarzt, aber wir werben auch dafür, dass kurzfristig die Impfzentren aufgesucht werden können, um sich dort den besten Schutz vor dem Coronavirus zu holen“, sagt Sonja Litzenberger, Leiterin des Schulamtes für den Main-Kinzig-Kreis gemeinsam mit Gesundheitsdezernentin Susanne Simmler. An den bekannten Standorten in Hanau (August-Schärttner Halle) und in Gelnhausen (Am Hallenbad) ist das noch bis Ende September ohne Termin und an allen sieben Tagen der Woche zwischen 11 und 18 Uhr möglich. Und bereits die erste Impfung bietet einen teilweisen Schutz.