Mythos Madstein – wo im tiefen Spessart aus Unerklärlichem Verständliches geformt wird

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Bei der Einweihung der „Bad Orber Quell- und Madstein Spur“ in Bad Orb (von links): Roland Weiß, Bürgermeister von Bad Orb, Susanne Simmler, Erste Kreisbeigeordnete, Ehrenbürger Ulrich Freund, Fritz Dänner, Geschäftsführer Naturpark Hessischer Spessart, Dr. Dirk Thom, Geschäftsführer der Bad Orb Kur GmbH, und Bernhard Mosbacher, Geschäftsführer der Spessart Tourismus und Marketing GmbH.

6. August 2021. - Um den Madstein bei Bad Orb ranken sich gleich mehrere Sagen. Eine davon erzählt von Vroni, dem tugendhaften Mädchen, das von ihrem Dienstherren verleumdet zum Tode verurteilt wurde. „So wenig du jenen Stein von der Stelle zu rücken vermagst, so wenig wirst du eine Änderung des Urteils erwirken“, soll der Richter zu ihr gesagt haben. Auf Knien rief die Magd die Jungfrau Maria um Hilfe an. Der mächtige Stein erhob sich und senkte sich in ihre Schürze. Vroni war frei. Eben jener sagenhafte Basaltblock ist einer der Höhepunkte der neuen „Bad Orber Quell- und Madstein-Spur“.

Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler und Vorsitzende des Zweckverbandes Naturpark Hessischer Spessart, eröffnete kürzlich gemeinsam mit Roland Weiß, Bürgermeister von Bad Orb, Dr. Dirk Thom, Geschäftsführer der Bad Orb Kur GmbH, Fritz Dänner, Geschäftsführer des Naturparks Hessischer Spessart, Bernhard Mosbacher, Geschäftsführer der Spessart Tourismus und Marketing GmbH, sowie Ulrich Freund, Ehrenbürger der Stadt Bad Orb, die neue Wanderroute. „Der moosbewachsene Madstein ist für mich etwas ganz Besonderes, ein ebenso mystischer wie malerischer Ort“, sagte Susanne Simmler. „Deshalb freut es mich, dass Spessart regional in diesem Jahr ein Projekt der Stadt Bad Orb fördert, das sich dem Thema „Mythos Madstein“ widmet. Davon wird auch die wunderbare Spessartspur profitieren, die wir nun offiziell eröffnen.“

Wie Ulrich Freund, der intensiv in dieses Projekt eingebunden ist, erläuterte, werde der Stein bereits im 9. Jahrhundert als „Haus der wilden Weiber“ – mit den Worten „Domus wildero wibo“ – schriftlich erwähnt. Der Bad Orber hat sich intensiv mit dem Madstein und dessen Geschichte befasst. Seine Recherchen bereichern die Infotafeln an dem Naturdenkmal. Er sagte: „Die Mythologie erklärt Vorkommnisse und Gegebenheiten, die sich der Mensch nicht erklären kann. Das gilt auch für den Madstein und seine Sagen.“ Susanne Simmler ergänzte: „So wird aus Unerklärlichem Verständliches geformt. Schließlich ist der Madstein ein auffälliger Basaltsolitär in einem Buntsandsteinmeer und die Menschen dürften sich in früheren Zeiten gefragt haben, warum dieser Stein so anders ist.“

Fritz Dänner nutzte die Gelegenheit, das Konzept der Spessartwanderungen zu erläutern: „Wir haben drei Wanderformate entwickelt, mit denen wir Menschen von der Schönheit unserer Region begeistern möchten: Zum einen die Spessartspuren, die Wanderern auf Touren von einer Streckenlänge von vier bis zwölf Kilometern intensive Naturerlebnisse bieten. Zum anderen die Spessartfährten, die kleinräumige Wanderparadiese erschließen und somit die ideale Ergänzung zum dritten Wanderformat darstellen: dem fast 90 Kilometer langen Spessartbogen.“ Er dankte Roland Weiß und Dr. Dirk Thom sowie allen Beteiligten für die gute Zusammenarbeit. „Nur gemeinsam können wir diese tollen Projekte verwirklichen. Wir profitieren von der Expertise und dem Ideenreichtum der jeweils anderen genauso wie vom motivierten Engagement derjenigen, die die Strecken entwickeln, umsetzen, kennzeichnen und pflegen.“

Auch Bürgermeister Weiß zeigte sich zufrieden: „Bad Orb verfügt über ein eigenes Wandernetz. Mit den drei neuen Spessartspuren um unsere schöne Kurstadt werden wir weitere Spessartfans anziehen.“ Sein besonderer Dank galt Ulrich Freund: „Durch seine Mitarbeit konnte die Wanderung mit reichlich Wissenswertem aufgewertet werden.“ Bernhard Mosbacher freut sich über den Erfolg des gemeinsam entwickelten Konzepts: „Wir sehen auf unserer Homepage, dass die neuen Spessarttouren sehr beliebt sind und im Ranking der Suchanfragen ganz vorne liegen.“

Zwar ist die neue Spessartspur nur etwas mehr als fünf Kilometer lang, doch der Spessart präsentiert sich hier zum einen von seiner sagenhaften Seite und beweist zum anderen, wie reich an Höhenmetern er sein kann. Die Spessartspur startet am Parkplatz An der Orbquelle auf einer Höhe von 316 Metern über Normalnull und führt bergauf in den Spessartwald am Rauhen Berg bei Lettgenbrunn. Am mystischen Naturdenkmal Madstein bieten Bänke und Tische Gelegenheit für eine Rast., kleine Infotafeln liefern Lehrreiches für Menschen, die nicht nur ein Naturerlebnis suchen, sondern auch in die Geschichte des Madsteins eintauchen möchten. Weiter geht es auf schönen Waldwegen zum Hohen Berg auf eine Höhe von 520 Meter über Normalnull. Schließlich erreichen die Wanderer nach dem Abstieg wieder die in Sandstein gefasste Orbquelle. Wer nun Abkühlung braucht, mag Hände, Ellenbogen oder gleich den ganzen Kopf ins klare Quellwasser halten.

Weitere Informationen zu den Spessart-Spuren und den längeren Spessart-Fährten sowie dem Spessartbogen sind auf der Homepage des Naturparks Hessischer Spessart: www.naturpark-hessischer-spessart.de und auf der Homepage der Spessart Tourismus und Marketing GmbH: www.spessart-tourismus.de zu finden.