Große Verdienste um die Aufarbeitung der regionalen Geschichte und Wissensvermittlung

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Unser Bild zeigt während der Feierstunde zur Verleihung der Heimatmedaille (von links): Landrat Thorsten Stolz, Dr. Elisabeth Heil (Kunsthistorikerin), Christine Raedler (Leiterin Zentrum für Regionalgeschichte des Main-Kinzig-Kreises), Theo Ratzka (Heimatforscher), Kerstin Baier-Hildebrand (Stadt Schlüchtern), Dr. Heike Lasch, Andreas Bär (Bürgermeister Nidderau) und Albert Ungermann (Bürgermeister Linsengericht).

5. August 2021. - Die Heimatmedaille des Main-Kinzig-Kreises geht an drei verdiente und sehr rührige Heimatforscherinnen und -forscher: Dr. Elisabeth Heil (Schlüchtern), Theo Ratzka (Linsengericht) und Dr. Heike Lasch (Nidderau). „Die Heimatmedaille des Main-Kinzig-Kreises würdigt das Bestreben, die Heimatgeschichte zu erforschen und sie weiterzutragen, damit sie nicht verloren geht, sondern auch für nachfolgende Generationen erhalten bleibt“, sagte Landrat Thorsten Stolz während einer kleinen Feierstunde im Barbarossasaal des Main-Kinzig-Forums in Gelnhausen. Es gehe dabei um die Liebe zur Heimat, die Liebe zur Region, in der man lebe und die es zu verstehen gelte. „Nur so entdeckt man vielfältige Aspekte der Vergangenheit und kann ein differenziertes und ausgewogenes Bild der Geschichte gewinnen“, sagte Landrat Thorsten Stolz.

Die Heimatmedaille des Main-Kinzig-Kreises wird seit 1988 für besondere Leistungen auf dem Gebiet der Heimatpflege und Geschichtsforschung verliehen. Jedes Jahr werden rund 50 Geschichtsvereine sowie Städte und Gemeinden im Main-Kinzig-Kreis um Vorschläge gebeten. Die drei ausgewählten Personen haben sich jahrzehntelang und kontinuierlich um eine lebendige Erinnerungskultur im Main-Kinzig-Kreis verdient gemacht“, sagte der Landrat.

„Für den Bereich Schlüchtern hat sich Dr. Elisabeth Heil sehr verdient gemacht. Sie hat unzählige historische und kunstgeschichtliche wie denkmalpflegerische Themen unserer Heimat erforscht und hierzu veröffentlicht: Zum Beispiel im Bergwinkelboten und der Schriftenreihe Unsere Heimat“, sagte der Landrat. Die promovierte Kunsthistorikerin konzipiert darüber hinaus Themenführungen unter anderem im Schloss Steinau, aber auch in der Kaiserpfalz in Gelnhausen. Hervorzuheben ist ihre Auswahl und Beratung bei der Konzeption der Ausstellung „Fritz Ramge – Illustration zu Bertolt Brechts Mutter Courage“ in Schlüchtern. „Von Dr. Elisabeth Heil ging der Impuls für zwei Ausstellungen zum Oevre Ramges in der Kunststation Kleinsassen aus, die sie selbst mit großem Erfolg kuratiert hat“, erklärte der Landrat. Dank ihres Wissens konnte der graphische Nachlass von Fritz Ramge als wertvolles Kulturgut für das Zentrum für Regionalgeschichte gesichert werden. Sie wirkte aber auch bei der Ausstellung des Zentrums „Auswirkungen des Dreißigjährigen Krieges in unserer Region“ mit sowie bei der Jahrestagung gleichen Themas. Gratulationen kamen auch von Kerstin Baier-Hildebrand, die den Schlüchterner Bürgermeister Matthias Möller vertrat und die Vorsitzende des Heimat- und Geschichtsvereins Bergwinkel ist, der Dr. Elisabeth Heil vorgeschlagen hatte.

„Theo Ratzka lenkte tatkräftig zwölf Jahre lang als Vorsitzender die vielfältigen Aufgabenfelder des Heimat- und Geschichtsvereins Linsengericht“, sagte Thorsten Stolz. Dazu gehörte das Heimatmuseum, die Herausgabe der Vereinsschriften und die Öffentlichkeitsarbeit. Aus der Vorstandsarbeit hat sich Theo Ratzka mittlerweile zurückgezogen, er bietet jedoch noch immer die beliebten Dorfführungen in Eidengesäß sowie im Heimatmuseum in Altenhaßlau an. Theo Ratzka publiziert heimatgeschichtliche Beiträge, vor allem im Heimatjahrbuch „Zwischen Vogelsberg und Spessart“ und in den „Linsengerichter Geschichtsblättern“ und verfasst Nachrufe lokaler Größen. Zudem ist er Mitbegründer der Partnerschaft zwischen der Gemeinde Linsengericht und der südungarischen Gemeinde Alsónána. „Theo Ratzka ist für den Bereich Gelnhausen als Heimatpfleger im besten Sinne anzusehen. Durch sein jahrelanges, kontinuierliches Engagement für den Verein hat er sich in herausragendem Maße verdient gemacht“, sagte der Landrat. Glückwünsche an den Geehrten überbrachte der Linsengerichter Bürgermeister Albert Ungermann. Vorgeschlagen hatte die Auszeichnung Heinz Breitenbach, der mittlerweile Vorsitzender des Geschichtsvereins Linsengericht ist.

Die Dritte im Bunde der Geehrten ist Dr. Heike Lasch aus Nidderau. Sie ist Mitglied im Heimat- und Geschichtsverein Nidderau sowie im Verein Heimatfreunde Windecken. „Der Schwerpunkt der regionalen Vereinstätigkeit liegt bei der Vor- und Frühgeschichtlerin zweifelsohne in ihrer langjährigen Tätigkeit als Vorsitzende des Vereins für Vor- und Frühgeschichte im unteren Niddatal“, erklärte Thorsten Stolz. Heike Lasch engagierte sich beim Aufbau der archäologischen Schausammlung für Vor- und Frühgeschichte in Nidderau-Heldenbergen, die sie leitet und wissenschaftlich und didaktisch stetig weiter bearbeitet. „Hier dürfen die kleinen und großen Besucherinnen und Besucher Geschichte im wahrsten Sinne begreifen, denn die Exponate dürfen angefasst werden“, sagte Thorsten Stolz. Die Geehrte ist aber auch seit mehreren Jahren ehrenamtlich beratendes Mitglied im Denkmalbeirat des Main-Kinzig-Kreises. „Sie war auch Mitinitiatorin des Projektes Bau eines jungsteinzeitlichen Langhauses in Nidderau-Windecken, das durch die Kulturförderung des Main-Kinzig-Kreises unterstützt wurde und kontinuierlich weiter Gestalt annimmt“, freute sich der Landrat und fügte hinzu: „Dr. Heike Lasch hat bei zahlreichen Vorträgen und Führungen ihr geschichtliches Wissen über die Region weitergegeben und andere Menschen mit ihrer Begeisterung angesteckt.“ Für die Heimatmedaille vorgeschlagen hatte Julia Hunecke vom Fachdienst Kultur bei der Stadt Nidderau Dr. Heike Lasch. Bürgermeister Andreas Bär würdigte die Verdienste der Geehrten, die neben der Heimatmedaille auch Präsente und Blumen erhielten.

Musikalisch untermalt wurde die Feierstunde von Ulrich Zahn (Geige) und David Hoffmann (Klavier).