Auf den Spuren der alten Römer geht es zum Limes

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Die Spessartspur „Limes Spur bei Hanau-Neuwirtshaus“ führt direkt ins Grüne, in den hessischen Staatsforst. Bei der Vorstellung der neuen Route (von links): Bernhard Mosbacher, Geschäftsführer der Spessart Tourismus und Marketing GmbH, Lutz Hofheinz, Leiter des Forstamtes Hanau-Wolfgang, Fritz Dänner, Geschäftsführer Naturpark Hessischer Spessart, Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky, Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler und Revierförster Volker Ahrend.

09.07.2021. - Wer der Hektik des Alltags für eine Weile entfliehen möchte und sich nach ein wenig Abkühlung von sommerlicher Hitze sehnt oder einfach nur mal tief frische Luft atmen möchte, ist auf der neuen Spessartspur „Limes Spur bei Hanau-Neuwirtshaus“ genau richtig. Startpunkt ist am Parkplatz „Limes“. Von dort aus tauchen die Spazierwanderer ein ins Grüne. Der Pfad führt direkt in den Hessischen Staatsforst und ist nicht nur eine Route zum Entspannen und gemütlichen Spazieren, sondern bietet auch allerlei Wissenswertes über den Wald selbst und natürlich den Limes, den einst so mächtigen römischen Grenzwall. Der Limes war ein Teil der Grenze zwischen dem Römischen Reich und dem Land der Germanen. Er entstand vor 2000 Jahren, als römische Soldaten die Fläche der heutigen Schweiz und Teile des heutigen Deutschlands besetzt hatten.

„Die neue Spessartspur lädt insbesondere Menschen zum Wandern ein, die keine längeren Strecken gehen möchten und mit Wandern noch nicht viel Erfahrung haben. Die Route ist aufgrund ihrer Länge von 4,8 Kilometern ideal für Familien und bietet darüber hinaus auch noch spannende Infos über die geschichtlichen Hintergründe dieser Region. Wer hier unterwegs ist, bewegt sich auf geschichtsträchtigem Boden. Das ist in dieser Form im Main-Kinzig-Kreis einzigartig“, erklärte Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler und Vorsitzende des Zweckverbands Naturpark Hessischer Spessart, bei der offiziellen Eröffnung der Spessartspur, an der neben Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky auch Fritz Dänner, Geschäftsführer des Naturparks Hessischer Spessart, Lutz Hofheinz, Leiter des Forstamtes Hanau-Wolfgang, Revierförster Volker Ahrend sowie Bernhard Mosbacher, Geschäftsführer der Spessart Tourismus und Marketing GmbH teilnahmen.

Fritz Dänner erläuterte, dass die mittlerweile 40 Spessartspuren eine sinnvolle Ergänzung zum 90 Kilometer langen Premiumweg „Spessartbogen“ und den als Tagestouren konzipierten „Spessartfährten“ sind. „Wir haben bei der Planung sehr eng mit dem Forstamt Hanau zusammengearbeitet“, sagte Fritz Dänner, denn der Wald ist Eigentum des Landes Hessen. Dänner dankte allen, die zur Fertigstellung der neuen Spessartspur beigetragen haben. „Zahlreiche engagierte Ehrenamtliche waren im Einsatz, um die neue Spur der Öffentlichkeit vorstellen zu können und Hinweisschilder anzubringen“, so Fritz Dänner weiter, dem die Freude über diese ganz besondere Spessartspur deutlich anzusehen war. Auch diese Spur ist wie die anderen Premiumwanderwege im Naturpark Hessischer Spessart so angelegt, dass sich Menschen, die dort unterwegs sind, auch ohne Smartphone und Karte zurechtfinden können. Dafür sorgen einheitlich gestaltete graue Hinweisschilder.

Bei der Limes-Spur wird auch der Wald an sich und die Auswirkungen des Klimawandels thematisiert. Das Forstamt Hanau kündigte an, einen Waldlehrpfad einzurichten, um auf diese Weise für das Thema Wald zu sensibilisieren und auch für dessen Zustand und seine Bedürfnisse. Vielfach haben es die Forstleute wegen der trockenen Sommer der vergangenen Jahre mit Bäumen zu tun, deren Rinde aufgrund der starken UV-Strahlung Schaden genommen hat, die aber auch unter der extremen Trockenheit leiden. Gerade die Buche sei hier anfällig, da sie keine dicke Borke habe und dann leicht „Sonnenbrand“ bekomme. Forstamtsleiter Lutz Hofheinz zeigte auf Baumstämme mit großflächig abgeplatzter Rinde. Diese Bäume seien eigentlich schon tot, da sie aufgrund der großen Schäden keine Überlebenschance haben, auch wenn sie für den Laien noch gesund aussehen. „Derart hitzegeschädigte Bäume sind besonders anfällig für Pilze und Käfer. Das bereitet uns große Sorge und stellt uns bei der Waldbewirtschaftung zunehmend vor Probleme“, sagte Lutz Hofheinz.

Ziel sei es deshalb, durch Mischbestände den Wald langfristig zu erhalten – auch als wohltuende Naherholungsorte. Jedoch müsse man sich klar darüber sein, dass es spezielle klimafeste Baumsorten leider nicht gebe. „Gerade während der Pandemiemonate haben wir gesehen, wie wichtig solche Rückzugsorte im Grünen für die Menschen sind. Es ist uns daher eine große Freude, dass wir hier in Hanau-Wolfgang einen solch attraktiven Wanderpfad haben, der Lust auf Natur macht und dabei gleichermaßen lehrreich ist“, stellte Claus Kaminsky fest. Dass auch die neue Spessart-Spur ihre Fans finden wird, davon zeigte sich auch Bernhard Mosbacher überzeugt. Denn: „Wir sehen anhand der Zugriffszahlen auf unserer Webseite, dass die Wanderrouten im Naturpark Hessischer Spessart sich großer Beliebtheit erfreuen. Die Angebote treffen genau den Geschmack der Wanderfans“, sagte er. Insbesondere die Kurzstrecken seien für Wandereinsteiger gut geeignet.

„Das Augenmerk liegt bei den Spessartspuren ganz klar auf dem genussvollen Naturerleben, sie sollen Lust darauf machen, sich an der frischen Luft zu bewegen und dabei die Region besser kennenzulernen“, so Susanne Simmler. Die Limes-Spur kann jedoch noch mehr: Sie führt direkt in die Vergangenheit. Auf der Karte sieht die neue Spur wie eine große eckige Sprechblase aus, in großen Teilen wie mit dem Lineal gezogen. Sie führt von Hanau-Neuwirtshaus aus auf schmalen Pfaden am Angelteich vorbei und trifft dann auf die Birkenhainer Straße in der Nähe der Landesgrenze nach Bayern. Die alte Handelsstraße von Hanau nach Gemünden begleitet die Wandernden eine kleine Strecke, später überqueren diese die „moderne Handelsstraße“ A45 zweimal. Die Strecke verläuft im Wald mit seinen typischen rechteckigen Wegekreuzungen. Die Bäume wachsen hier schon länger als die beiden Handelswege alt sind. Auf mehreren Infotafeln findet sich Wissenswertes über die archäologischen Funde und über den Grenzverlauf des Limes. Am Waldspielplatz vorbei geht es zur „Grenzwalleiche“. Ein besonderes Glanzlicht in Form eines Bodendenkmals sind die Überreste des Kastells Neuwirtshaus, das seit 2005 zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. „So wird das Spazierwandern auf dieser Limes-Spur zur kurzweiligen Lehrstunde über Natur und Geschichte“, stellt Susanne Simmler fest.

Weitere Informationen zu den Spessartspuren und den längeren Spessartfährten sowie dem Spessartbogen sind auf der Webseite des Naturparks Hessischer Spessart unter: www.naturpark-hessischer-spessart.de und auf der Seite der Spessart Tourismus und Marketing GmbH unter www.spessart-tourismus.de zu finden.