Mobile Teams haben Hausimpfungen abgeschlossen

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Mobile Impfteams im Einsatz: Im Raum Gelnhausen und Schlüchtern kam ein umgerüstetes Mannschaftstransportfahrzeug der Feuerwehr Gelnhausen-West unterstützend zum Einsatz.

09.07.2021. - Während die Impfkampagne gegen das Coronavirus durch immer mehr Impfstoff-Liefermengen immer mehr Alters- und Berufsgruppen erreicht hat, haben nun auch die mobilen Impfteams ihre Arbeit abgeschlossen. Sie waren bis in den Juni hinein noch damit beschäftigt, Menschen zu Hause zu impfen, die aufgrund des Alters oder aufgrund gesundheitlicher Leiden nicht in der Lage sind, selbst ein Impfzentrum aufzusuchen. „Das war eine großartige Hilfeleistung“, sagt Landrat Thorsten Stolz, „und ein ganz eigener, nicht zu unterschätzender logistischer Kraftakt. Allen Beteiligten gilt Dank und Anerkennung des Main-Kinzig-Kreises und seiner Kommunen.“

Ursprünglich hatten rund 4.000 Namen auf einer Liste gestanden, die das Land Hessen dem Main-Kinzig-Kreis im April übermittelt hat. In den letzten Wochen kamen noch einige Nachzügler dazu, gleichzeitig hatten die allermeisten Bürgerinnen und Bürger von der Ursprungsliste ihren Impfschutz bereits erhalten oder dann doch selbst das Impfzentrum aufsuchen können, als sie kurz darauf kontaktiert wurden. Nun sind alle versorgt und die mobilen Teams fertig, haben sowohl im Raum Gelnhausen und Schlüchtern als auch im Raum Hanau in 17 Tageseinsätzen zusammen rund 400 Menschen mit einer Impfung versorgt.

Aus den beiden Impfzentren wurden die Touren gesteuert und vorbereitet. Die medizinischen Teams, bestehend aus einer Ärztin beziehungsweise einem Arzt und einem Notfallsanitäter beziehungsweise einer -sanitäterin, besuchten die Menschen teils in Wohnheimen, wo gleich mehrere Personen in unmittelbarer Nähe versorgt werden konnten. In überwiegender Zahl standen aber weit voneinander entfernt liegende Einzeladressen auf der Liste, für die die Teams mitunter eine Stunde pro Impfung einplanen mussten. Eine Tagestour konnte so schon mal zwölf Stunden dauern.

Im verdichteten Hanauer Raum mit eher kürzeren Anfahrtswegen schulterten die Einsatzkräfte aus den Impfzentren die Touren weitgehend selbst, hatten den Impfstoff, Verwaltungsunterlagen und medizinisches Equipment dabei. Die Teams im Ostkreis waren mit einem Feuerwehrfahrzeug und etwas mehr Ausrüstung unterwegs. Kreisweit gab es Unterstützung bei diesen Einsätzen und der jeweiligen Vorbereitung durch die Feuerwehren Gelnhausen-West und Bad Orb sowie das Technische Hilfswerk.

Prof. Dr. Dirk Maybauer, Leiter des Impfzentrums Gelnhausen, hebt am Beispiel der Feuerwehr Gelnhausen-West hervor, wie sehr die ehrenamtlichen Kräfte die Einsätze unterstützten. „Wir haben an all unseren Einsatztagen im Bereich von Langenselbold bis Sinntal ein Mannschaftstransportfahrzeug nutzen dürfen, inklusive einem Fahrer aus den Reihen der Feuerwehr. Das Auto hatten die Kameradinnen und Kameraden extra für uns umgebaut, mit einem integrierten Tisch und einer gut gesicherten Kühlbox für den Impfstoff. Das war einfach nur stark und hat uns enorm entlastet – großen Respekt vor so viel Engagement“, so Maybauer.

Die Resonanz der Besuchten war überall im Kreis ähnlich positiv. „Wir haben eine große Dankbarkeit erfahren“, berichtet Dr. Silke Hoffmann-Bär, Leiterin des Impfzentrums Hanau. „Die Menschen waren überglücklich und haben unsere Kolleginnen und Kollegen wie vertraute Bekannte empfangen. Der Impftermin war für sie regelrecht befreiend, das hat man schon deutlich gemerkt.“

Neben den Hausimpfungen von Einzelpersonen waren die medizinischen Teams auch in mehreren Obdachlosen- und Gemeinschaftseinrichtungen unterwegs. Verimpft wurde stets das Vakzin von Johnson&Johnson, das keine Zweitimpfung erforderlich macht.

Dr. Wolfgang Lenz, Leiter der Impfkampagne für den Main-Kinzig-Kreis, nennt den Einsatz der mobilen Teams einen vollen Erfolg. „Wir haben im Laufe der letzten Wochen und Monate alle Menschen erreicht, die ihr Interesse an einer Impfung angemeldet hatten, aber nicht selbst ins Impfzentrum kommen konnten. Das war unser Ziel und unser Auftrag, und den haben die Kolleginnen und Kollegen mit großem Einsatz und großer Professionalität erledigt“, so Lenz.

Zu den Besuchten gehörten auch einige wenig mobile Menschen, deren Hausarzt schlicht kein Impfangebot gemacht hat oder keine Hausbesuche anbot. Hierin sieht Landrat Thorsten Stolz die Aufgabe für die nächsten Monate. „Wir gehen seit einiger Zeit über von einem zentral geleiteten Impf-System – Stichwort Impfzentren – in ein fast ausschließlich dezentrales System, das von Haus-, Fach- und Betriebsärzten getragen wird“, so Stolz. „In dieser neuen Phase muss es auch für immobile Menschen weiterhin leicht die Möglichkeit geben, sich impfen zu lassen, wenn das notwendig ist. Dafür werden wir uns seitens des Main-Kinzig-Kreises auch über den 30. September hinaus einsetzen, wenn die Impfzentren geschlossen sind.“