Auch in Krisenlagen ruhig und verlässlich informieren

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Wie umgehen mit belastenden Krisensituationen: Dr. Sascha Haun gab den Teilnehmenden aus der Kreisverwaltung praktische Tipps.

1. Juli 2021. - Die Corona-Pandemie hat eines gezeigt: Das Telefon als direkter Informationskanal hat längst nicht ausgedient. Bis heute ist beim Main-Kinzig-Kreis eine Hotline rund um Corona-Themen geschaltet, über die Tag für Tag die jeweils aktuellen Fragen rund um medizinische und gesetzgeberische Aspekte beantwortet werden. „Der Informationsbedarf ist allgemein sehr hoch, auch nach 15 Monaten noch, was sicher so niemand erwartet hätte“, sagt Landrat Thorsten Stolz. „Es ist wichtig, dass am Telefon neben der nötigen Fachlichkeit auch gute Nerven und viel Einfühlungsvermögen vorhanden sind. Das ist bei unserem Team an Frauen und Männern definitiv der Fall.“

Aus dem einstigen Bürgertelefon ist im Herbst/Winter beim Main-Kinzig-Kreis eine eigene Stabsstelle Bürgerinformation erwachsen. Heute kümmert sich ein gutes Dutzend Personen täglich und hauptverantwortlich um die telefonische Kommunikation in Sachen Corona, montags bis samstags von 9 bis 12 Uhr.

Für sie und ebenso den vorherigen „festen Stamm“ am Bürgertelefon hatte der Main-Kinzig-Kreis vor wenigen Tagen eine Fortbildung der besonderen Art vorbereitet. Sie wurden nach einem kurzen und intensiven Briefing in ein Krisenszenario versetzt, das von ihnen all das abverlangte, was eigentlich ihr Tagesgeschäft am Bürgertelefon war beziehungsweise ist: ansprechbar für die Bürger sein, Informationen weitergeben, auch psychologische Betreuung bieten. Und doch war die Intensität aufgrund einer dynamischen Krisenlage für die rund 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer wesentlich höher. Sie erhielten nach ihren Telefonaten mit überzeugend echten Berufsschauspielern jeweils Feedback durch Dr. Sascha Haun von „Lyding Training“, Psychologe und Experte auf dem Feld der Krisenkommunikation.

Gesundheitsdezernentin Susanne Simmler, die gemeinsam mit Landrat Thorsten Stolz zu diesem Seminar eingeladen hatte, bedankte sich für die Teilnahme. „Nichts hilft mehr in einer Krisensituation als das persönliche Wort von und zu einer Person, der man vertraut. Das haben wir nun schon über 15 Monate hinweg gesehen und das wird auch bei Szenarien der Fall sein, an die wir für einen nächsten Bürgertelefon-Einsatz im Moment noch gar nicht denken mögen. Es ist umso wichtiger, dass wir die eigene Arbeit immer wieder reflektieren und auch nach all diesen Erfahrungen die internen Abläufe verbessern, um schnell und verlässlich Auskunft zu geben.“

Die Fortbildung ist federführend über die Pressestelle des Main-Kinzig-Kreises organisiert worden. Ihr oblag es im vergangenen Jahr auch, die Corona-Informationskanäle aufzubauen. Neben dem klassischen Bürgertelefon wurde auch ein „digitales Bürgertelefon“ ins Leben gerufen, das „CoroNetz“. Es hat auf der Internetseite des Kreises seinen eigenen Platz gefunden. Alle wesentlichen gesetzlichen Neuerungen und Neuigkeiten allgemein werden dort tagesaktuell veröffentlicht. In den Szenarien wurde mit berücksichtigt, dass es im Krisenfall neben der telefonischen auch diese digitalen Informationskanäle wieder geben würde. „Wir üben und überprüfen den Fall der Fälle, das ist unsere Verantwortung als Landkreis. Aber wir hoffen natürlich für die Menschen im Kreisgebiet, dass dieser Fall möglichst nie eintritt“, fasste Landrat Stolz zusammen.