Demenz-Netzwerk bündelt Kräfte und Erkenntnisse

pm-img

26. Mai 2021. - Im Main-Kinzig-Kreis hat sich vor wenigen Tagen ein Demenz-Netzwerk gegründet. Moderiert von Irmhild Neidhardt, Leiterin der Abteilung Leben im Alter im Main-Kinzig-Kreis, sicherten 50 Teilnehmende im Rahmen einer Onlinekonferenz ihre Unterstützung zu und besprachen erste Arbeitsschritte.

Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler hatte die Gründung des Netzwerks angeregt, die durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert wird. „Der Main-Kinzig-Kreis hat sich vor einigen Jahren auf den Weg gemacht hin zu demenzfreundlichen Kommunen. Wir brauchen auf diesem Weg viele Mitstreiterinnen und Mitstreiter in den Städten und Gemeinden, viele Menschen, die dieses Ziel mit Leben und kreativen Projekten erfüllen und wir brauchen eben den Austausch untereinander“, so Simmler.

Der Main-Kinzig-Kreis ist Teil des Förderprogramms „Lokale Allianzen für Menschen mit Demenz“. In den nächsten drei Jahren wird der Netzwerkaufbau fachlich begleitet und durch das Bundesministerium unterstützt.

Vertreterinnen und Vertreter unterschiedlichster Bereiche hatten an der Gründungsveranstaltung teilgenommen. Irmhild Neidhardt freute sich über dieses große und vielschichtige Interesse. „Demenz ist eine Erkrankung, die Menschen in allen Stadt- und Ortsteilen, in allen sozialen Schichten und in Zukunft in immer größerer Dimension betreffen wird. Sie wird das Zusammenleben der Familien ebenso bedeutsam verändern wie das Miteinander in Quartieren und Ortschaften. Wir wollen im Main-Kinzig-Kreis die Kräfte und Erkenntnisse bündeln, um uns als Gesellschaft schneller auf all diese Veränderungen einzustellen. Wir wollen gemeinsam Multiplikatoren für Themen rund um Demenz sein“, so Neidhardt.

Im Rahmen der Onlineveranstaltung hatte Nadine Gold von der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen über das Förderprogramm „Lokale Allianzen für Menschen mit Demenz“ informiert. Ziel dieser lokalen Allianzen sei es, lokale Angebote und Akteure im Demenzbereich zusammenzuführen und zu stärken, um die Lebensqualität von Menschen mit Demenz und ihrer Angehörigen zu verbessern. Daran schloss sich die Vorstellung der Demenzbeauftragten des Kreises an, Claudia Jost. Ihre Arbeitsschwerpunkte liegen in der Beratung und Vernetzung, ihre Themen reichen von der frühen Diagnostik und den niedrigschwelligen Zugängen zum Versorgungssystem für Menschen mit Demenz und deren Angehörige bis hin zu einer verbesserten interdisziplinären Versorgung.

„Wir brauchen starke lokale Allianzen, und alle Institutionen und Aktive aus diesem Bereich können einen starken Netzwerkknoten bilden“, so Neidhardt. Sie leitete die Diskussion, aus der sich erste Ziele der Netzwerkarbeit ergaben. Zum einen soll die derzeitige Versorgungssituation im Kreisgebiet genauer unter die Lupe genommen werden, gerade auch unter dem Gesichtspunkt der Aktivitäten und der Angebote in ländlichen Sozialräumen. Zum anderen soll es verstärkt Informationen für die Öffentlichkeit geben, um für das Leben mit demenziell Erkrankten zu sensibilisieren, eben nicht nur den Erkrankten im jeweils eigenen Hausstand. Zudem soll es regelmäßige Netzwerktreffen zum Erfahrungs-, Wissens- und Informationsaustausch der Akteurinnen und Akteure untereinander geben.