Ärger über Hängepartie bei Lärmschutz an der A66

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09.11.2017. - Kreisbeigeordneter Matthias Zach weiß beim Thema Lärmschutz entlang der A66 nicht mehr, „ob wir hier im Kreis von zwei Staatssekretären gerade mit einem vorgezogenen Fastnachtsscherz veräppelt werden oder ob wir sie noch ernst nehmen können“. Grund für seine Verärgerung ist das lange Warten auf neue lärmmindernde Wände auf dem Brückenabschnitt zwischen Bad Soden und Ahl, die vor Ort im Main-Kinzig-Kreis versprochen worden waren. Ob diese Wände nun aber überhaupt kommen, soll nun zunächst an einem Runden Tisch besprochen werden. „So geht man nicht mit berechtigen Interessen von Bürgern um“, findet Verkehrsdezernent Zach.

„Mathias Samson und Rainer Bomba haben den Menschen in den Anrainerorten vor Monaten zugesagt, dass es für sie mit anderen Spritzschutzwänden binnen kurzer Zeit leiser wird. Dafür gab und gibt es breite Unterstützung von Kommunen und Kreis“, hält Zach fest. Die Kreisspitze hatte sich schriftlich an Staatssekretär Samson in Wiesbaden und Staatssekretär Bomba in Berlin gewandt, nachdem Mitglieder der Bürgerinitiative für Lärmschutz ihren Frust über die Hängepartie in der Kreisverwaltung zum Ausdruck gebracht hatte.

Es könne nicht sein, schrieb Zach an Bomba, dass die Menschen „sich auf Zusagen hochrangiger Politiker von Bund und Land verlassen und ihren Unmut dann bei der Kommunalpolitik abladen müssen, weil Zusagen nicht eingehalten werden“. Zachs dringende Bitte, den Bau der neuen Lärmschutzwand zügig umsetzen zu lassen, wurde ihm jedoch nun vom Bundesministerium ganz anders beantwortet, als er es sich hätte vorstellen können. Die gesamte Lärmschutzmaßnahme scheine auf unbestimmte Zeit verschoben zu sein: Dem Runden Tisch, den die Stadtverordnetenversammlung von Bad Soden-Salmünster zur Reduzierung des Verkehrslärms beschlossen hatte, wolle des Verkehrsministerium in Berlin „nicht vorgreifen“. Daher „ist es erforderlich, die bislang für Herbst und Frühjahr vorgesehenen baulichen Maßnahmen vorerst zurückzustellen“. Für den Runden Tisch sind jedoch noch gar keine Termine anberaumt, ebenso wenig sind Zeitfenster avisiert, ab wann mit der Umsetzung von konkreten Vorschlägen zu rechnen wäre.

Die Begründung aus Berlin hält der Kreisbeigeordnete für „ein Ablenkungsmanöver“. Statt eigene Versäumnisse einzuräumen, müssten die Stadtverordneten herhalten. „Niemand am Runden Tisch dürfte etwas gegen besseren Lärmschutz durch neue Wände auf der Brücke haben. Das war im Frühjahr dieses Jahres so, das ist auch in den nächsten Monaten nicht anders. In dieser Zeit passiert aber effektiv nichts. Ich habe den Eindruck, die bereits angekündigten Baumaßnahmen sollen am Runden Tisch von Neuem als großes Entgegenkommen und Engagement gepriesen werden“, so Zach.