Förderprogramm zur hausärztlichen Versorgung im Main-Kinzig-Kreis

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10.03.2021. -

„Das Förderprogramm des Main-Kinzig-Kreises zur Verbesserung der Hausarztversorgung wird sehr gut angenommen und zeigt, dass wir mit unserem Angebot einen Nerv getroffen haben“, erklärt Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler. Seit seinem Start vor zwei Jahren sind 43 Anträge beim Main-Kinzig-Kreis eingegangen und bearbeitet worden. „Mit einem Fördervolumen von bislang 693.000 Euro hat der Main-Kinzig-Kreis dazu beigetragen, Projekte wie die Neugründung einer Gemeinschaftspraxis in Hailer Meerholz voranzutreiben oder auch Hausärzte und Kinderärzte nach Langenselbold, Steinau und Nidderau zu holen. Wir haben aber auch finanzielle Unterstützung bei Praxisübernahmen in Bad Orb oder für die Gründung von Gemeinschaftspraxen oder Einzelpraxen in Gelnhausen und Umgebung gewährt. Auf diese Weise hat der Main-Kinzig-Kreis aktiv dazu beigetragen, ein Versorgungsdefizit in diesen Kommunen abzuwenden oder zu beenden. Diese Bilanz kann sich sehen lassen“, stellt die Gesundheitsdezernentin zufrieden fest.

Das Interesse an dem Förderprogramm des Main-Kinzig-Kreises ist breit gestreut. So kamen Anträge aus 18 von insgesamt 29 Kommunen. „Ein Grund für dieses große Interesse ist sicherlich auch, dass das Förderprogramm ganz bewusst einen breiten Spielraum an Unterstützung zulässt, je nachdem, was vor Ort tatsächlich gebraucht wird. Das kann von Kommune zu Kommune ganz unterschiedlich sein. Damit wird sichergestellt, dass passgenaue Lösungen gemeinsam mit allen Akteuren erarbeitet werden: die betroffenen Medizinerinnen und Mediziner, die Kommunen, aber natürlich auch der Kassenärztlichen Vereinigung. Als eine Art Schnittstelle koordiniert Julia Fock beim Main-Kinzig-Kreis den gemeldeten Bedarf und bringt Akteure auf ganz unterschiedlichen Ebenen zusammen.

„Ganz wichtig hierbei sind die Gespräche mit allen Betroffenen. Nur so lässt sich herausfinden, mit welchen Mitteln es tatsächlich möglich ist, einen wichtigen Anreiz oder Anschub zu geben“, erklärt Julia Fock, die zusammen mit Dr. Jasper Plath derzeit an einer breit angelegten Analyse der hausärztlichen Versorgungssituation im Main-Kinzig-Kreis arbeitet. Damit begonnen wurde im Bereich Bad Orb, Flörsbachtal, Jossgrund und Biebergemünd, da dort der Handlungsbedarf besonders groß war, nicht zuletzt wegen des relativ hohen Durchschnittsalters der dort niedergelassenen Medizinerinnen und Medizinern. „Der Main-Kinzig-Kreis hat sich entschlossen, in diesem Bereich bereits vor der Fertigstellung der Versorgungsanalyse tätig zu werden und erste Gespräche mit den Bürgermeistern der vier Kommunen zu führen. Aufbauend auf den Ergebnissen der Versorgungsanalyse soll nun eine externe Beratungsfirma ein Versorgungskonzept für diese Region erstellen. Hierfür hat der Main-Kinzig-Kreis einen Förderantrag an das hessische Ministerium für Soziales und Integration gestellt. „Ziel ist es, ein Konzept für eine nachhaltige und zukunftsfähige medizinische Versorgung in der Region zu schaffen – passgenau und in enger Abstimmung mit allen Beteiligten“, erläutert Susanne Simmler und ergänzt: „Gerade in der kommunenübergreifenden Zusammenarbeit sehen wir ein großes Potential, das es zu nutzen gilt. Auch dabei unterstützt der Main-Kinzig-Kreis.“

Wer sich für die Fördermöglichkeiten des Main-Kinzig-Kreises interessiert, kann sich direkt an Julia Fock wenden. Der Kreis gewährt nicht nur Unterstützung im Bereich Beratung und Vernetzung, sondern unterstützt auch finanziell, etwa bei der Umsetzung von nachhaltigen Versorgungskonzepten oder bei Fortbildungen, damit zum Beispiel medizinische Fachangestellte sich zu nichtärztlichen Praxisassistenten weiterbilden können. „Damit können Hausbesuche durch qualifiziertes medizinisches Personal wahrgenommen werden, was gerade im ländlichen Raum ein großes Plus für alle Menschen ist, die nicht mehr so mobil sind“, erläutert Julia Fock. Ein weiteres Projekt, das vom Main-Kinzig-Kreis unterstützt worden ist: Die Gründung eines genossenschaftlichen Medizinischen Versorgungszentrums. „Damit wurde in Langenselbold ein nachhaltiges Kooperationsmodell geschaffen, das attraktive Rahmenbedingungen für interessierte Ärztinnen und Ärzte anbietet, die sich als Hausärzte niederlassen wollen“, erklärt Julia Fock. Die Antragsteller sollten beachten, dass sie ihre Bewerbung um eine Förderung frühzeitig einreichen, noch vor Beginn des Vorhabens. „Bei der Entscheidung, welche Projekte gefördert werden, schauen wir uns die Pläne individuell an. Das bedeutet intensive Gespräche und ausführliche Beratung“, konkretisiert Julia Fock.

„Die Idee hinter dem Förderprogramm, nämlich die Verbesserung der hausärztlichen Versorgung im Main-Kinzig-Kreis, ist eine umfangreiche Aufgabe, der wir uns gestellt haben. Die ersten Ergebnisse zeigen, dass dieser Weg richtig ist und es gelingen kann, selbst an Orten, an denen schon lange versucht wurde, neue Hausärzte zu gewinnen, etwas in Bewegung gebracht werden kann. Der Main-Kinzig-Kreis soll in allen seinen Regionen, egal, ob Stadt oder Land, ideale Bedingungen zum Leben und Arbeiten bieten. Da ist die hausärztliche Versorgung ein wichtiger Baustein der Daseinsvorsorge“, betont Susanne Simmler.