Weiterer Baustein zur Lärmentlastung in der Region

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24.02.2021. - „Für den Main-Kinzig-Kreis sind es gute Nachrichten, dass die Deutsche Flugsicherung bereit ist, ein anderes Anflugverfahren am Frankfurter Flughafen intensiver zu testen. Genau das gehört zu den Forderungen, die wir im Kreis schon lange erheben, im Einklang mit den Bürgerinitiativen der Region. Es ist gut, dass der bisherigen strikten Ablehnung aus Kapazitätsgründen nun in der Konsequenz die Erprobung folgt, wo es die Kapazitäten aktuell klar hergeben. Auch wenn die derzeitige Situation für uns alle nicht einfach ist, so bietet sie für dieses Verfahren eindeutig eine Chance“, erklärt Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler.

Fluglärm bleibe ein Thema für die Menschen im Main-Kinzig-Kreis, auch wenn derzeit coronabedingt deutlich weniger Maschinen in der Luft seien. Susanne Simmler, Umweltdezernentin im Main-Kinzig-Kreis, hatte daher schon im vergangenen Jahr darauf hingewiesen, „dass diese leider ersten echten Lärmpausen genutzt werden sollten, um langfristige Verbesserungen zu erreichen“. „Wann sich die Fluggastzahlen wieder bis zu dem Niveau erholen, das wir vor Corona kannten, weiß niemand. Dass wir diese Zeit aber nutzen können und sollten, für die Region eine nachhaltige Lärmminderung zu erreichen, ist unstrittig innerhalb der Fluglärmkommission“, so Simmler.

Hintergrund ist, dass der Endanflug an den Flughafen, der die Flugzeuge im Moment großteils über den Main-Kinzig-Kreis führt, nun probehalber in den sogenannten „Segmented Approach“ überführt wird, und zwar ganztägig ab dem kommenden Montag (1. März). Das Verfahren wurde bereits im Jahr 2010 im Rahmen des Ersten Maßnahmenpakets Aktiver Schallschutz aus Lärmschutzgründen eingeführt. Das Flugverfahren ermöglicht dabei eine Umfliegung der dicht besiedelten Großstädte Offenbach und Hanau sowie Mainz, indem anfliegende Flugzeuge erst nach dem südlichen Vorbeiflug an diesen Großstädten auf den Endanflug der Südbahn geführt werden. Das damals eingeführte Anflugverfahren ist bis jetzt nur für Verspätungslandungen von 23 bis 0 Uhr anwendbar, also in Zeiten, in denen bestenfalls gar keine Flugzeuge landen sollten.

Lufthansa, Fraport und die Deutsche Flugsicherung werden dies probehalber nun auf den Tagesbetrieb für einen Teil der aus Süden kommenden Flugzeuge ausweiten. Sie werden dazu nicht mehr über große Überflugstrecken über dem Main-Kinzig-Kreis eindrehen, sondern schon früher und dabei etwa Hanau und Maintal aussparen. Die aus Norden kommenden sowie ein Teil der aus Süden kommenden Flugzeuge bleiben allerdings auf der bisherigen Anfluggrundlinie auf die Südbahn. Bis Herbst dieses Jahres sollen weitreichende Erkenntnisse für eine nachhaltige Anwendung der Maßnahme vorliegen.

„Es ist ein Probebetrieb und wir warten die Ergebnisse in Ruhe ab, aber für unseren Kampf gegen Fluglärm ist die breite Erprobung schon jetzt ein großer Schritt nach vorn und eröffnet gute Chancen, die Region tagsüber von Lärm zu entlasten. Diese Entlastung wird durch Messungen in den nächsten Monaten genauer untersucht, wobei die derzeit geringe Zahl an Flugbewegungen die Validität dieser Messdaten erhöhen wird. Für den Main-Kinzig-Kreis und seine Mitstreiterinnen und Mitstreiter um Entlastung von Fluglärm und ganz speziell für unsere gemeinsame Forderung nach anderen Anflugverfahren ist das eine der besten Nachrichten seit Langem“, sagte Susanne Simmler.