Preis für LebMal-Club, Tischlein Deck Dich und Tanja Gethöffer

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30.10.2017. - Der mit 7.000 Euro dotierte Preis für besonderes ehrenamtliches soziales Engagement im Main-Kinzig-Kreis wird in diesem Jahr dreigeteilt. Er geht an den LebMal-Club Gelnhausen, den Verein Tischlein Deck Dich aus Maintal-Dörnigheim sowie an Tanja Getthöffer, Vorsitzende des Vereins Eltern medizingeschädigter Kinder. Einer entsprechenden Empfehlung des Ausschusses Soziales, Familien, Senioren und Demografie folgte nun der Kreisausschuss. Die Preisverleihung findet am Montag, 4. Dezember, um 17 Uhr im Main-Kinzig-Forum statt.

Der Gelnhäuser LebMal-Club erhält mit 4.000 Euro den größten Anteil am Preisgeld, Tischlein Deck Dich und Tanja Gethöffer erhalten jeweils 1.500 Euro. Mit dem größeren Teil honoriert der Main-Kinzig-Kreis beim LebMal-Club nach den Worten der zuständigen Dezernentin, Susanne Simmler, „die ausdauernde Arbeit im sozialen Bereich, die große und gezielte Breitenwirkung und das damit verbundene Aufbrechen von Ressentiments gegenüber behinderten Menschen neben der unbestritten herausragenden und besonderen Leistung der Ehrenamtlichen“. Ausgezeichnet wird das Planungsteam des LebMal-Clubs, bestehend aus Karin Ickes, Jasmin Neis, Carola Sinsel, Dieter Klumb, Heiko Schüch und Gerald Zipf.

LebMal ist eine Kooperation von Lebenshilfe und Malteser, woraus sich auch der Name ableitet. Der nunmehr seit zwölf Jahren aktive Freizeitclub für Menschen mit Behinderung begründet sich zwar auf die beiden Vereine, hat jedoch keinen Vereinsstatus. Seine Aktivitäten finden schwerpunktmäßig im Lebenshilfe-Haus in Altenhaßlau statt. „Das Team hält aber auch enge Kontakte zu lokalen Sportvereinen, Verbänden und Privatpersonen, um Integration im Freizeitbereich für alle Menschen, ganz gleich ob mit oder ohne Behinderung, durch gemeinsame Unternehmungen erlebbar zu machen“, erklärt Simmler. Einmal im Jahr wird ein Tagesausflug durchgeführt. Die monatlich stattfindende Disco-Veranstaltung im „Agostea“ in Lieblos, die Besucher aus dem gesamten Kreis anzieht, hat ihre Wurzeln im LebMal-Club. Aus dem Club entstand zudem die sehr erfolgreiche Veranstaltung „i-Mobil“, bei der Menschen mit Behinderung zusammen mit Fahrlehrerinnen und Fahrlehrern Auto fahren dürfen.

Der Verein Tischlein Deck Dich in Maintal unterstützt zwei Projekte des Evangelischen Jugendzentrums Dörnigheim, den „Kindermittagstisch“ mit Hausaufgabenbetreuung und „Spielend Deutsch Lernen“ für Migranten-Kinder. Er ist aus der Ortsgruppe des VdK Dörnigheim hervorgegangen und zeigt – obwohl dies nicht zu den klassischen Tätigkeitsfeldern des VdK gehört – ein besonderes Engagement für Kinder und Jugendliche im Stadtteil.

Das Mittagessen finanziert Tischlein Deck Dich in voller Höhe und einen Großteil der Personalkosten in den Projekten in einem jährlichen Umfang von 21.000 Euro. „Die Ehrenamtlichen schlagen wichtige Zukunftsbrücken, indem sie Kindern die deutsche Sprache vermitteln und deutschen und ausländischen Grundschülern beim Lernen helfen. Sie sind einfach da, wenn sie gebraucht werden und Kinder an die Hand nehmen können“, erklärt Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler und verweist nicht zuletzt darauf, dass fast alle Kinder am „Kindermittagstisch“ einen psychosozial belasteten familiären Hintergrund besitzen. Eine ausgebildete Lehrkraft und ein ehrenamtliches Team betreuen die Kinder und sorgen dafür, dass auch die schulischen Defizite aufgefangen werden.

Mit Tanja Gethöffer zeichnet der Main-Kinzig-Kreis eine Persönlichkeit aus, die nach den Worten Simmlers „aus einem persönlichen Schicksal eine Bestimmung und eine Heimat für Leidensgefährten gemacht hat“. Gethöffer hatte zusammen mit ihrem Mann 2015 in Bad Orb den Verein Eltern medizingeschädigter Kinder gegründet, nach dem Tod ihres dreijährigen Sohns Max, der nach den Folgen eines Behandlungsfehlers verstorben ist. Der Verein hat sich seither weit über die Grenzen des Main-Kinzig-Kreises und des Landes Hessen bekannt gemacht und zählt nunmehr über 100 Mitglieder, vorwiegend im Bereich der Selbsthilfe für betroffene Familien. „Tanja Gethöffer gibt an der Spitze des Vereins den Opfern und ihren Hinterbliebenen, zu denen oftmals auch Geschwisterkinder zählen, eine Stimme“, erklärt Simmler.

Zur Selbsthilfe zählen Gesprächsangebote im kleinen Kreis wie auch in der Gruppe. Darüber hinaus engagiert sich der Verein unter anderem in der Vermittlung zu Experten im medizinischen und juristischen Bereich. Ein besonderes Anliegen sind Maßnahmen für die oftmals psychisch erkrankten Geschwisterkinder. Grundsätzliches Ziel des Vereins ist es, medizinische Behandlungsfehler als gesamtgesellschaftliche Herausforderung in das Bewusstsein einer breiten Öffentlichkeit zu bringen, andere Familien vor ähnlichen Schicksalen zu bewahren und ihnen mehr Rechte und Hilfen zu erkämpfen.