„Weiterer Digitalisierung steht nichts mehr im Weg“

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2. Februar 2021. - „Wir bauen die Infrastruktur für das Internet der nächsten Generation“: So brachte es Kreisbeigeordneter Winfried Ottmann in der Sitzung des Kreisausschusses auf den Punkt, in der über den Aufbau von flächendeckendem LoRaWAN im Kreisgebiet entschieden worden ist. LoRaWAN steht für „Long Range Wide Area Network“, ein Netzwerk für reichweitenstarke, drahtlose Funktechnologie, das sich durch besondere Energieeffizienz beim Senden auszeichnet. Der Kreisausschuss hat sich in seiner jüngsten Sitzung am Dienstag (2.2.) mit einem Grundsatzbeschluss für dessen Auf- und Ausbau ausgesprochen.

Die Digitalisierung schreitet auf allen Ebenen des privaten und öffentlichen Lebens rasant voran und hat nicht zuletzt bei der Frage einer Standortwahl erheblich an Bedeutung gewonnen. Der Main-Kinzig-Kreis war beim Ausbau des Breitbandnetzes deutschlandweit schon Vorreiter. Nun beschreitet der Kreis auch mit einem öffentlich zugänglichen Netz für das Internet der Dinge einen solchen Weg.

„LoRaWAN ist eine einfach nutzbare elektronische Dienstleistung. Gleichzeitig ist es eine innovative Ergänzung zum bisherigen Breitbandausbau“, sagte Ottmann. Das Netzwerk werde parallel und unabhängig zu den Projekten der Breitband Main-Kinzig aufgebaut. „Mit der LoRaWAN-Technik wird die Datenweitergabe gerade in unserer ländlich geprägten Region flächendeckend möglich, auch an schwerer zugänglichen Orten oder in mehrstöckigen Gebäuden“, so Ottmann weiter. Die genutzten Radiowellen haben eine äußerst niedrige Energie, daher ist der Betrieb sogenannter Gateways genehmigungsfrei.

Um diese Gateways dreht sich der Aufbau, den der Kreisausschuss auf den Weg gebracht hat und nun über die Kreisverwaltung vorbereiten lässt. Diese Geräte senden Daten – beispielsweise Messwerte – an einen zentralen Server. Der flächendeckende Aufbau einer Gateway-Infrastruktur ist das Fundament für eine erfolgreiche Umsetzung von smarten Anwendungen und sorgt schlussendlich für eine nachhaltige Verbesserung der Lebensqualität sowie der wirtschaftlichen Attraktivität.

Der Ausbau soll in diesem Jahr stattfinden. Erste Pilotprojekte hatte es im Kreisgebiet bereits gegeben. Bis Ende des Jahres sollen Gateways flächendeckend installiert sein. Als Standorte werden kreiseigene Gebäude mit Internetanschluss ausgewählt, um Strom und Internet vor Ort mitnutzen zu können. Das erleichtert und beschleunigt die Umsetzung des Projekts. Die Sensoren, über die Daten an die Gateways gesendet werden, arbeiten wiederum im Batteriebetrieb und sind vom Stromnetz unabhängig.

Über die Gateways können Messdaten weitergeleitet werden, etwa zur Ermittlung der Umweltbelastung, der Raumluftüberwachung durch CO2-Ampeln, des Verkehrsflusses, von Füllständen, der Temperatur oder von Belegungs- oder Statusmeldungen. Zugang zu dem flächendeckenden kreiseigenen LoRaWAN-Netzwerk haben nicht nur Bürgerinnen und Bürger des Kreises, sondern auch Unternehmen, Bildungseinrichtungen und Kommunen. Diese können mit ihren eigenen Sensoren die kostenlose Funktechnik nutzen und zur Nachhaltigkeit des Kreises beitragen.

„Mit LoRaWAN in allen Teilen des Kreises steht der weiteren Digitalisierung in unserer Region nichts mehr im Weg“, sagte Winfried Ottmann, zuständiger Dezernent für die digitale Infrastruktur. Ob es im Privaten die Anwendungen des Smart Home seien, die vielfältige Nutzung auf kommunaler Ebene, die Vernetzung von Betriebsstandorten in der Industrie oder die digitalisierte Landwirtschaft, überall könnten Sensoren zum Einsatz gebracht werden. „Die Vernetzung in dieser Richtung – und auch die damit verbundenen Erleichterungen – wird weitergehen. Wir bauen schon heute die Infrastruktur auf, um mehr Bürgerinnen und Bürgern, Verwaltungen und Unternehmen diese digitale Weiterentwicklung zu erleichtern“, so Ottmann.