„Weiße Flecken“ sollen von der Mobilfunk-Landkarte verschwinden

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28. Dezember. - Um den Mobilfunkausbau in Hessen voranzutreiben, hat das Land Hessen ein Mobilfunkförderprogramm mit einem Volumen von 50 Millionen Euro aufgesetzt, das vor wenigen Wochen gestartet ist. Dabei sollen auch Regionen, die bislang aufgrund sogenannter „weißer Flecken“ (Gebiete ohne jegliche Sprachmobilfunkversorgung) noch nicht über ein leistungsfähiges und zukunftssicheres Mobilfunknetz verfügen, mit entsprechenden Sendemasten ausgestattet werden.

Bei einem ersten Treffen im Main-Kinzig-Forum in Gelnhausen informierten Vertreter des Referates für Mobilfunkausbau, W-LAN und Grundsatzfragen der Netzpolitik aus der Hessischen Staatskanzlei über das hessische Förderprogramm. Ziel des Treffens, an dem auch die kreiseigene Breitband Main-Kinzig teilnahm, war der Austausch zwischen Mobilfunkbetreibern und Vertretern von Kommunen im Main-Kinzig-Kreis. „Im Main-Kinzig-Kreis gibt es noch immer Regionen, die über keine zufriedenstellende Mobilfunkversorgung verfügen – gerade im ländlichen Raum ist das ein echter Standortnachteil. Wir begrüßen daher die Initiative des Landes Hessen und wollen überall dort Abhilfe schaffen, wo die Netzversorgung unzureichend ist – gemeinsam mit den Netzbetreibern und den betroffenen Kommunen“, erklären Landrat Thorsten Stolz und Kreisbeigeordneter Winfried Ottmann. Denn im hessenweiten Vergleich gehöre der Main-Kinzig-Kreis zu den fünf schlechtversorgtesten Kreisen, wenn es um die Verfügbarkeit eines 4-G-Netzes gehe. Der Main-Kinzig-Kreis werde deshalb bei der Suche nach geeigneten Standorten für Mobilfunksendeanlagen unterstützen und bei den Kommunen dafür werben, sich an dem Projekt zu beteiligen, erläutern Thorsten Stolz und Winfried Ottmann. „Es geht um die Zukunftsfähigkeit insbesondere unserer ländlich geprägten Kommunen. Zwar ist der Main-Kinzig-Kreis beim Glasfaserausbau und bei der Anbindung der Schulstandorte im hessenweiten Vergleich an der Spitze. Dies trifft jedoch nicht beim Thema Mobilfunkversorgung zu. Hier müssen wir mit vereinten Kräften aktiv werden, damit der Main-Kinzig-Kreis nicht abgehängt wird und in die Lage versetzt wird, die Anforderungen der Zukunft zu erfüllen“, betonen der Landrat und der Kreisbeigeordnete. Das sei umso wichtiger bei einem Flächenkreis mit einer unterschiedlichen Bevölkerungsdichte in den einzelnen Regionen. „Bei der Mobilfunkversorgung darf es kein Stadt-Land-Gefälle geben, deshalb setzt sich der Main-Kinzig-Kreis für Chancengleichheit in allen Regionen des Kreises ein. Wir wollen gleiche Standards beim Wohnen und Arbeiten, da gehört eine leistungsstarke und vor allem auch verlässliche Mobilfunkversorgung dazu, die nicht einfach deswegen abbricht, weil man gerade durch ein Funkloch fährt oder in einem Ort wohnt, der kaum Empfang hat“, verdeutlichen Thorsten Stolz und Winfried Ottmann.

Der Konzernbevollmächtige der Telekom Deutschland, Stephan Käfer, informierte über die derzeitige Ausbausituation aus Sicht der Telekom. So sind derzeit 160 Mobilfunkstandorte im Main-Kinzig-Kreis in Betrieb, 46 neue Standorte sind in Planung. Passende Standorte für Mobilfunkanlagen werden dringend gesucht in den Kommunen Gelnhausen, Bruchköbel, Freigericht, Steinau und Schlüchtern. Bei der Mobilfunkversorgung setzt die Telekom auch auf sogenannte Kleinzellen, Smart Cells genannt. Diese verarbeiten hohe Datenkapazitäten an stark frequentierten Orten wie Fußgängerzonen, Bahnhöfen und Flughäfen. Solche Kleinzellen können an Hauswänden oder Lampen installiert werden. „Um die im landesweiten Schnitt unterdurchschnittliche LTE- und Sprachmobilfunkversorgung im Main-Kinzig-Kreis weiter zu verbessern, ist eine enge Zusammenarbeit aller beteiligten Akteure, maßgeblich Kommunen und Mobilfunknetzbetreiber, notwendig“, verdeutlicht Torben Klose, Leiter des Referats Mobilfunkausbau, WLAN und Grundsatzfragen der Netzpolitik in der hessischen Staatskanzlei.

Das unterstreichen auch Landrat Stolz und Kreisbeigeordneter Ottmann. Um die „weißen Flecken“ von der Mobilfunk-Landkarte zu tilgen, sei die Mitarbeit aller Kommunen erforderlich, insbesondere dort, wo Netzbetreiber bislang Probleme hatten, geeignete Standorte für Sendemasten zu finden, betont er. „Den Mobilfunkausbau an diesen Orten nicht voranzutreiben, ist nicht zeitgemäß und sorgt dafür, dass diese Regionen abgehängt und langfristig in ihrer Entwicklung gehemmt werden“, erklären Landrat Stolz und Winfried Ottmann. Beide kündigen weitere Treffen mit anderen Netzbetreibern an. Denn: „Eine gute Mobilfunkversorgung und ein entsprechender Glasfaserausbau gehören zur Zukunftsfähigkeit eines Wirtschafts- und Wohnstandorts schlicht und einfach dazu“, betonen Stolz und Ottmann.