Covid: „Entwicklung gibt Anlass zur Besorgnis“ / Kreisweit 26 neue Fälle am Donnerstag

pm-img

08.10.2020. - Das Gesundheitsamt hat am Donnerstag 26 neue Coronavirus-Infektionen gemeldet. Das ist der höchste Wert seit Ende April. Sprungartig stieg damit auch der Inzidenzwert (Fälle pro 100.000 binnen einer Woche) auf 21 an, er liegt damit relativ betrachtet weiterhin niedriger als in einigen anderen Teilen des Rhein-Main-Gebiets. Dennoch werde das Infektionsgeschehen laut Erster Kreisbeigeordneter Susanne Simmler im Gesundheitsamt „mit größter Beunruhigung bewertet“. „Seit etwas mehr als einer Woche werden in großer Zahl Coronafälle festgestellt, die wir nicht mehr im gleichen Maße wie vor wenigen Wochen noch plausibel zuordnen können. Es kommt immer häufiger vor, dass sich die gemeldeten Infizierten selbst nicht erklären können, wo sie sich angesteckt haben könnten. Das macht eine größere Verbreitung in den kommenden Tagen und Wochen wahrscheinlicher“, so die Gesundheitsdezernentin.

Nach einer Sitzung des Verwaltungsstabs rief die Kreisspitze um Landrat Thorsten Stolz, Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler und Kreisbeigeordneter Winfried Ottmann zu „höchster Vorsicht und Sensibilität“ auf. „Der Inzidenzwert für den Main-Kinzig-Kreis bewegt sich mit rund 21 in einem Bereich, in dem wir ohnehin wachsam und aufmerksam sein müssen. Viel entscheidender als dieser statistische Wert ist aber die qualitative Einschätzung der Infektionslage durch die Fachleute“, sagte Landrat Thorsten Stolz. Neue Fälle habe es in den letzten sieben Tagen in immerhin 21 der 29 Städte und Gemeinden gegeben, „und nur etwa zur Hälfte lassen sich trotz aufwändiger Recherchearbeit die Infektionsketten ermitteln. Diese Entwicklung ist im Vergleich zu den letzten Monaten grundlegend neu und gibt Anlass zur Besorgnis. Die Situation stellt gerade eine große Herausforderung für das Gesundheitsamt dar“.

Die Neuinfektionen von Donnerstag stammen aus Hanau (11), Gründau (3), Bruchköbel, Freigericht, Maintal, Schöneck (je 2), Nidderau, Neuberg, Schlüchtern und Sinntal. Die Gesamtzahl der Covid-Fälle seit Ausbreitung im März liegt damit bei nun 1.504. Davon gelten 1.250 als genesen, 202 Fälle sind „aktiv“, acht Bürgerinnen und Bürger aus dem Main-Kinzig-Kreis werden stationär behandelt.

Aufgrund des komplexeren Infektionsgeschehens und hohen Informationsbedarfs in der Bevölkerung weist der Main-Kinzig-Kreis erneut auf sein Onlineangebot „CoroNetz“ hin, mit dem man bequem von zu Hause aus Kontakt zum Gesundheitsamt aufnehmen kann. Ob nun für Reiserückkehrer oder für mögliche Kontaktpersonen: Der Main-Kinzig-Kreis bildet online die wesentlichen Informationen ab und bietet mit Kontaktformularen sozusagen ein „digitales Bürgertelefon“ an.