Neues Gelnhäuser Heimatjahrbuch ist erhältlich

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Viele Autorinnen und Autoren haben sich für wieder die neue Ausgabe des Gelnhäuser Heimatjahrbuches engagiert.

02. Oktober. - Das neue Heimatjahrbuch „Zwischen Vogelsberg und Spessart“ ist erschienen. Bei der Präsentation im Main-Kinzig-Forum bedankte sich Landrat Thorsten Stolz bei allen 47 Autorinnen und Autoren und dem Redaktionsteam, „diesen bunten Strauß an Themen aus unserer Region und dem Zeitenfluss ihrer Geschichte zu binden“: „Das ist ein wichtiges Dokument der Zeitgeschichte. Durch die vielfältigen Recherchearbeiten all der Schreiberinnen und Schreiber bleibt unsere regionale Geschichte lebendig und gesichert.“

In der 72. Auflage des Heimatjahrbuchs haben sich die Autorinnen und Autoren schwerpunktmäßig mit Themen „rund um das Wasser“ beschäftigt. So sind Mythen und Fakten um Gewässer zusammengekommen wie die zum Haitzer „Würgebach“, an dem „Gela“ angeblich das Fürchten lernte, faktisch sich aber Territorialgrenzen schieden, oder zum wasserreichen Röther „Woibernche“, von dem die Kinder kommen, „woann die Mamme e Schdeggelche Zucker virs Fenster lehd“. Manche der Wassermythen werden dabei in Mundart erzählt.

Auch die Titelseite nimmt das Leitthema auf. Das Bild zeigt einen vereisten Brunnen vergangener Tage in Roth. Er stammt von einem Glasplattennegativ, das der Lehrer Heinrich Fischer kurz vor 1928 belichtet hat. Viele der Brunnen in den Orten sind verschwunden, in Gelnhausens Stadtteilen wie auch andernorts, da die Wasserversorgung durch den Anschluss ans Versorgungsnetz sichergestellt werden konnte. Damit verschwanden auch Begegnungsorte und Orte des Informationsaustauschs, die Brunnen darstellten.

Vielfältig spiegelt der Inhalt des Heimatjahrbuchs den Wert sowie Begebenheiten mit und ums Wasser. „Im Zuge voranschreitender Erderwärmung wird uns wieder klar: Es ist nicht selbstverständlich, den Wasserhahn aufzudrehen und jederzeit aus dem Vollen schöpfen zu können“, projizierte Landrat Stolz einige der Beitragsinhalte auf die heutige Zeit. Auch frühere Generationen hatten um ihr Recht auf Wasser kämpfen und sich um eine ausreichende Wasserversorgung kümmern müssen. Tiefbohrungen wie die an der Gänsweide in Niedergründau oder etwa der Einsatz des Windrades zur Wasserförderung zeugen davon, wie Erwin Rückriegel aufzeigt. Wasserbeauftragte wie der „Wasserschmidt“ trugen Sorge dafür, den stetig steigenden Bedarf an Wasser bis nach Frankfurt zu decken, wie es Otto Schmidt beschreibt. Heiner Gunia wiederum erinnert an die Entwicklungsschritte im Hygienebereich, beispielhaft an den Fortschritten vom Plumpsklo hin zum Wasserklosett. Das Wasservergnügen beschreiben Texte, die einen schwierigen „Schwimmunterricht“ mit glücklichem Ausgang schildern (Meta Bechtel) oder selbstvergessenes Zeichnen am Kinzigufer neben Kanutenspaß (Achim Gogler).

Weitere Texte handeln von besonderen Häusern, das eigene Erleben in der letzten Phase des Zweiten Weltkriegs oder auch Alltägliches aus jüngerer und älterer Vergangenheit wie die Entstehung einer schmiedeeisernen Uhr, der Ablauf eines Brotbacktags und wie Horbach dazu kam, dem Ortsdienerwesen ein Denkmal zu setzen. Naturkundlich wird der Vogel des Jahres, die Turteltaube, vorgestellt.

Seit 1949 gibt es das Gelnhäuser Heimatjahrbuch „Zwischen Vogelsberg und Spessart“. Aufgelegt wurde es für den „Altkreis Gelnhausen“ vom damaligen Landrat Heinrich Kreß selbst. Seit 1969 ist der Kreisausschuss des Main-Kinzig-Kreises der Herausgeber. In der Zeit haben drei verschiedene Betriebe für die ordentliche Drucklegung gesorgt: Bis in die 80er Jahre die Firma Kalbfleisch, dann kurzzeitig die ehemalige Druckerei Geku, seit 1989 übernimmt das Druck- und Pressehaus Naumann (Gelnhausen) diese Aufgabe. Neben einem Leitthema runden jeweils die Jahreschronik, Naturkundliches, Unterhaltsames und Nützliches sowie die Daten der Altersjubilare und die neusten Daten des Main-Kinzig-Kreises das Buch ab. Über 47 ehrenamtliche Autorinnen und Autoren wirken an den einzelnen Ausgaben mit. Die neue Auflage ist jetzt zu erhalten im Buchhandel in Gelnhausen sowie beim Zentrum für Regionalgeschichte.