Landrat Stolz bekräftigt Forderungen des Norma-Betriebsrats

pm-img
Die Norma-Betriebsräte Gunder Jakob (links) und Klaus Ditzel (rechts) informierten Landrat Thorsten Stolz über die Situation am Standort Maintal.

3. August 2020. - Landrat Thorsten Stolz hat den Betriebsrat des Maintaler Automobil-Zulieferers Norma in Hochstadt besucht und dessen Forderungen bekräftigt. „Die rund 500 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer wehren sich gegen den Abbau von 160 Arbeitsplätzen, wo ihnen doch vor gerade mal einem Jahr in einer Betriebsvereinbarung zugesichert worden ist, dass es bis mindestens 2023 keine betriebsbedingten Kündigungen geben wird. Mehr noch, sie müssen sich heute mehr denn je Sorgen um ihren Standort machen. Jetzt sind die Geschäftsführung und der Vorstand gefordert, kurzfristig positive Signale zur Zukunft des Unternehmens und der Arbeitsplätze zu senden“, erklärte Landrat Stolz.

Im Hochstädter Gewerbegebiet hatte sich Thorsten Stolz mit dem Betriebsratsvorsitzenden Klaus Ditzel und dem Betriebsratsmitglied Gunder Jakob über die aktuelle Situation ausgetauscht. Stolz äußerte Verständnis, dass das Vertrauen der Arbeitnehmer in ihren Arbeitgeber in jüngster Zeit deutlich gelitten habe. „Der Umgang mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist ein Ausdruck mangelnder Wertschätzung. Vor allem vermisst die Belegschaft Initiativen, wie ihr Standort in Maintal zukunftsfähig gehalten wird. Dazu gehören Investitionen, dazu gehört ein gemeinsam erarbeitetes Konzept, dazu gehören echte Perspektiven durch neue Produkte und Absatzmärkte. Diese Art der Wertschätzung hätte sich die Belegschaft nach wirtschaftlich guten Jahren mehr als verdient“, so Landrat Stolz.

Die Corona-Pandemie habe für alle Unternehmen und gerade auch im Automobilbereich Folgen gehabt, erklärt Thorsten Stolz weiter: „Krisen bergen aber auch Chancen. Wer heute Fachkräfte hält und in die Zukunft investiert, der wird gestärkt aus dieser Krise hervorgehen.“ Da es an entsprechenden Vorstößen seitens der Norma-Spitze fehle, hat Thorsten Stolz Verständnis dafür, dass die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nun andere Mittel erwägen. Die Zeichen stünden auf Arbeitskampf – zumal die von der Firmenleitung vorgeschlagene Ansiedlung eines Kompetenzzentrums in Maintal 20 Arbeitsplätze brächte, die keinen Vergleich zu der Zahl der Jobs darstelle, die zuvor abgebaut werden soll.

„Der Betriebsrat geht davon aus, dass die Belegschaft nun ihrerseits Signale aussenden muss. Das wird keine leichte Zeit für das Unternehmen sein, aber der Kampf wird sich lohnen. Die Solidarität der Kreisspitze ist den Angestellten jedenfalls gewiss“, sagte Landrat Thorsten Stolz.