Erste Tablets an stationäre Einrichtungen übergeben

pm-img
Erste Kreisbeigeordnete und Gesundheitsdezernentin Susanne Simmler übergab zusammen mit dem Landtagsabgeordneten Heiko Kasseckert im Auftrag des Landes Hessen die ersten Tablets an Vertreterinnen und Vertreter von sechs Altenheimen und vier Einrichtungen der Behindertenhilfe. Die Tablets sollen dabei helfen, dass pflegebedürftige Menschen trotz der Besuchseinschränkungen einen direkteren Kontakt zu ihren Angehörigen und Freunden haben können, als es über Telefon möglich wäre.

30. Juli 2020. - Die „digitale Luftbrücke“ des Landes Hessen hat den Main-Kinzig-Kreis erreicht: Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler überreichte die ersten zehn Tablets an die Vertreterinnen und Vertreter von sechs Altenheimen und vier Einrichtungen der Behindertenhilfe stellvertretend für alle anderen im Main-Kinzig-Kreis angesiedelten Einrichtungen. An dem Termin im Main-Kinzig-Forum nahmen auch die beiden CDU-Landtagsabgeordneten Heiko Kasseckert und Max Schad teil. „Die vergangenen Wochen und Monate haben gezeigt, dass wir insbesondere für stationäre Pflege-, Alten- und Behinderteneinrichtungen eine Digitalisierungsstrategie benötigen. Die Tablets sind eine gute und wichtige Investition, in einem nächsten Schritt muss es jedoch darum geht, vor Ort Konzepte zu entwickeln, um die Digitalisierung im Pflegebereich sinnvoll zu verankern. Auch müssen wir gemeinsam Sorge tragen, dass die notwendige Infrastruktur aufgebaut wird, wo sie noch nicht vorhanden ist“, sagte die Gesundheitsdezernentin und kündigte an, dass dieses Thema in einem „Qualitätszirkel Digitalisierung der Pflege“ intensiv bearbeitet werden soll. Die Vertreterinnen und Vertreter der anwesenden Einrichtungen begrüßten diesen Vorstoß und sagten ihre Mitarbeit zu.

Die Tablets werden von der Landesregierung bereitgestellt, um älteren und pflegebedürftigen Menschen während der Besuchseinschränkungen in der Corona-Pandemie den Kontakt zu ihren Angehörigen und zu Freunden zu erleichtern. Denn durch die Kontaktbeschränkungen ist es oft nicht möglich, dass die pflegebedürftigen Menschen wie gewohnt Besuch erhalten können. „Das stellt eine sehr schwierige und belastende Situation für die Bewohner und Bewohnerinnen der Einrichtungen, aber auch für das Pflegepersonal dar“, erklärte Susanne Simmler. Zum einen gehe es um den Schutz der pflegebedürftigen Menschen, zum anderen aber auch darum, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Pflege vor einer Ansteckung zu schützen. „Zwar ist das Infektionsgeschehen derzeit eher gering, dennoch tragen wir eine besondere Verantwortung gerade unseren Risikogruppen gegenüber, der wir gerecht werden müssen. Diese Initiative der Landesregierung ist da ein guter Baustein“, fügte die Gesundheitsdezernentin hinzu.

Die Tablets sollen dazu beitragen, den Kontakt zur Außenwelt aufrechtzuerhalten und auch Video-Unterhaltungen ermöglichen. „Den Gesprächspartner direkt vor Augen zu haben, ist etwas ganz anderes als ein schlichtes Telefonat und ermöglicht ein viel größeres Gefühl der Nähe“, sagte Susanne Simmler. Die Einrichtungen dankten der Landesregierung, welche die finanziellen Mittel bereitstellt. Gemeinsam mit den Landtagsabgeordneten dankte Simmler auch ausdrücklich jenen Menschen, die sich gerade zu Beginn der Corona-Krise unter schwierigen Bedingungen unbeirrt weiter um die Schwachen und Kranken gekümmert haben. „Zwar ist in der Gesellschaft allgemein wieder ein gewisses Maß an Normalität eingekehrt, das gilt aber nicht unbedingt für die Pflegeeinrichtungen und Wohnheime, dort herrscht immer noch ein Ausnahmezustand“, sagte Susanne Simmler. Sie machte auch deutlich, dass die Einrichtungen im Main-Kinzig-Kreis heute sicherlich besser auf einen Anstieg der Infektionszahlen vorbereitet seien als dies zu Beginn der Pandemie der Fall gewesen sei, dies aber hohe Anforderungen an das Personal bedeute.

Landtagsabgeordneter Heiko Kasseckert betonte, dass die Bekämpfung der Pandemie eine Aufgabe sei, die parteiübergreifend gelöst werden müsse. Deutschland sei im Vergleich zu anderen Ländern bislang sehr gut durch die Krise gekommen. „Dabei gab und gibt es keine Blaupause, wie in einem solchen Fall zu verfahren ist“, sagte er. Auch ältere Menschen seien in unterschiedlichem Ausmaß digital unterwegs und nutzen Smartphones und Computer. Daran gelte es anzuknüpfen. Landtagsabgeordneter Max Schad betonte, dass die Entscheidung darüber, welche Einschränkungen vertretbar und erforderlich seien, schwierig sei und diese Entscheidung keineswegs leichtfertig getroffen werde. Auch er dankte den Anwesenden stellvertretend für ihre Arbeit und ihr Engagement.

Insgesamt stellt das Land Hessen 10.000 dieser Geräte für die 21 hessischen Landkreise zur Verfügung. Davon profitieren weit über 1000 Einrichtungen mit rund 69.000 Menschen. Der Main-Kinzig-Kreis erhält 461 Tablets für Einrichtungen in der Altenhilfe und 100 Tablets für Einrichtungen der Eingliederungshilfe. Sie werden über das Gefahrenabwehrzentrum des Main-Kinzig-Kreises verteilt und konnten im Hilfeleistungszentrum in Freigericht-Somborn abgeholt werden. Zu dem Angebot des Landes Hessen gehört auch Unterstützung beim Einrichten der Geräte, etwa durch Webinare, zudem gibt es eine Technik-Hotline, ein Einführungsvideo zu den ersten Schritten sowie eine Antwortsammlung auf die häufigsten Fragen. All dies findet sich auf der Homepage www.digitales.hessen.de .