Dorfweiher: Landkreis prüft Vorschläge aus Hasselroth

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10.07.2020. - Der Main-Kinzig Kreis begrüßt, dass es beim Thema Dorfweiher in Hasselroth endlich konkrete Schritte geben kann. „Die Gemeinde hat sich nun noch einmal durch einen Gutachter bestätigen lassen, dass an bestimmten Stellen des Weihers dringende Maßnahmen zur Hangbefestigung erforderlich sind. Seit Freitag liegen dem Kreis darauf aufbauend die entsprechenden Pläne vor, wie sich die Gemeinde das in einzelnen Bereichen vorstellt“, erläuterte Erste Kreisbeigeordnete und Umweltdezernentin Susanne Simmler den aktuellen Stand. Es sei aus Sicht des Kreises kein umfassender Lösungsansatz, wie er ursprünglich angedacht gewesen sei, aber einer, durch den direkte Anrainer geschützt werden sollen.

Der Main-Kinzig-Kreis wird nach dem Gespräch mit der Kommune am Freitag (10.7.) die Pläne einer Sanierung des nordöstlichen und südlichen Uferbereichs fachlich prüfen. Die Untere Wasserbehörde des Kreises hatte mit Bürgermeister Matthias Pfeifer und Vertretern der Gemeindeverwaltung Hasselroths die weiteren Schritte bis hin zur möglichst zügigen Umsetzung besprochen.

Hintergrund ist, dass der Main-Kinzig-Kreis bereits 2015 die Standsicherheit an der Uferböschung des Dorfweihers angemahnt und die Gemeinde zum Handeln aufgefordert hatte. Ein geologisches Gutachten war zum Ergebnis gekommen, dass ohne bauliche Maßnahme an verschiedenen Stellen eine Rutschung des Altdeponiegrunds drohe. Dies hatte in der Folge auch das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie in einer Stellungnahme bestätigt.

Zwischenzeitlich hatte sich die Gemeinde Hasselroth mit dem Main-Kinzig-Kreis auf Hangsicherungsmaßnahmen im größeren Umfang geeinigt. Im Ergebnis wäre der Dorfweiher zumindest mit Blick auf die Uferstatik für die Allgemeinheit nutzbar und öffentlich geblieben. Ein vom Kreis beauftragtes aquafaunistisches Gutachten gab bereits konkrete Handlungsempfehlungen für die Umgestaltungsmaßnahmen, wobei die Wasserfläche des Weihers weitgehend erhalten geblieben wäre. Diese Vorschläge reichten von Hinweisen zur Bepflanzung, einer nachhaltigen Befischung und einem standorttypischen Fischbesatz bis zu Empfehlungen, in welchem Rahmen die Umsetzung erfolgen sollte. Die Frist für die Umsetzung verlängerte der Main-Kinzig-Kreis auf Antrag von Hasselroth im vergangenen Jahr zunächst auf 2021, um weitere gutachterliche und planerische Schritte der Gemeinde abzuwarten.

Eine Ergänzung zum ursprünglichen Gutachten zeigte nun erneut den Handlungsbedarf auf. Diesen hat die Gemeinde für sich auf zwei Bereiche im Nordosten und Süden eingegrenzt. Dieser Vorschlag ließe aus Sicht des Kreises zwar einige problematische Bereiche außen vor, der Vorstoß bringe aber andere Uferabschnitte einer notwendigen Sanierung endlich näher, und zwar in den Teilbereichen, in denen Privatgrundstücke von einer Hangrutschung betroffen wären. Diese jetzt vereinbarte Teillösung beinhaltet Einschränkungen für den Zugang des Weihers, gerade auch aufgrund der Hangsicherheit, so Simmler weiter, „aber letztlich kann der Main-Kinzig-Kreis aus fachlicher Sicht damit leben. Aufgrund der verbliebenen Unsicherheiten auf Teilbereichen wird es in der Verantwortung der Kommune liegen, für die dauerhafte Vorsorge und ein nachhaltiges gutes Monitoring zu sorgen“.

Auf zwei Punkte werde der Main-Kinzig-Kreis daher bei der Prüfung genau achten müssen: dass Hasselroth die Hangstatik dauerhaft im Blick behalte und sicherstelle, dass die gutachterlich als unsicher ausgewiesenen und weiterhin unbefestigten Uferbereiche nicht betreten werden. Notwendiger Bestandteil dieser Lösung wird daher laut Vorschlag aus Hasselroth eine Einzäunung sein. Ebenso bedürfe es eines sensiblen Monitorings, um die Situation an den anderen Uferbereichen im Blick zu halten, wie der Kreis mitteilt.