Digitale Materialbörse für Schulen schaffen

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„Eine solcher gemeinsamer Sammelpunkt wie diese Materialbörse kann eine echte Erleichterung für den Schulalltag sein“: Kreisbeigeordneter Winfried Ottmann lässt sich das Projekt an der Adolf-Reichwein-Schule von Corinna Schnitzer, Oliver Gläser, Schulleiter Ulrich Vormwald, Florian Saling und Thorsten Schuster erläutern (von links).

Kreis unterstützt Pilotprojekt an der Adolf-Reichwein-Schule

6. Juli 2020. - „Die längere Corona-Unterbrechung hat das digitale Lernen im Schulbetrieb um mehrere Jahre nach vorn katapultiert. Jetzt sollten wir die vielen ähnlichen Erfahrungen an den Schulen nutzen und auch eine stärkere Vernetzung zwischen den Bildungseinrichtungen erreichen“, sagt Schuldezernent Winfried Ottmann. Da passt das geplante neue Online-Angebot der Adolf-Reichwein-Schule in Rodenbach gut dazu: Zusammen mit einer grundlegend erneuerten Schulhomepage soll dort eine Materialbörse online gehen, auf der sich auch Lehrende anderer Schulen einbringen und bedienen können.

Schulleiter Ulrich Vormwald schilderte dem Kreisbeigeordneten bei einem Besuch in Rodenbach das Angebot. Viele Lehrerinnen und Lehrer erstellten Materialien und Übungsbögen für ihren Unterricht von Grund auf neu, teilweise zum gleichen Thema, für die gleiche Leistungsstufe, nicht selten an der gleichen Schule. „Der neue Materialbereich auf der Homepage soll genau da ansetzen, um innerhalb und außerhalb unserer Schule Zeit und Ressourcen zu schonen“, fasst es Vormwald zusammen.

Es gehe nach den Worten des Schulleiters ausdrücklich darum, auch anderen Schulen den Zugriff und die Nutzung zu ermöglichen. „Das ganze System lebt ja davon, dass sich viele weitere Lehrerinnen und Lehrer dafür interessieren und mitmachen“, so Vormwald. Das mehrwöchige Herunterfahren des Präsenzunterrichts habe gezeigt, wie sehr es auf digitale Lösungen ankomme. Das gelte zum einen für die Schülerschaft, die über die Tools der neuen Schulhomepage noch leichter mit ihren Lehrern in den Austausch kommen soll. Zum anderen gilt das für die Pädagogen, die über digitalisierte Unterrichtsmaterialien den Unterricht – ob nun analog oder digital, ob nun mit oder ohne „Homeschooling“ – flexibel, aber zugleich so reichhaltig wie möglich gestalten müssen.

„Eine solcher gemeinsamer Sammelpunkt wie diese Materialbörse kann eine echte Erleichterung für den Schulalltag sein, ganz unabhängig davon, ob wir uns in einer Pandemiezeit bewegen oder nicht“, ist Winfried Ottmann überzeugt. Er sicherte diesem Pilotprojekt die Unterstützung durch den Kreis zu, konkret auch eine finanzielle Hilfe in Höhe von 3.000 Euro. Die Federführung liegt bei Ulrich Vormwald, Konrektorin Corinna Schnitzer und Oliver Gläser seitens der Schule, die technische Umsetzung übernimmt Florian Saling. Eng eingebunden ist auch der Schulelternbeirat um Thorsten Schuster, der das Homepage-Projekt sehr begrüßt.

Der Reiz des Projekts liege laut Schuldezernent Winfried Ottmann „in der niederschwelligen Anschlussfähigkeit“. So soll jeder Lehrer prinzipiell einen Zugang zur Materialbörse erhalten und selbst etwas einstellen oder herunterladen können. Zudem richte sich das Angebot für die Jahrgänge 1 bis 10 an ein breit angelegtes Publikum. „Wir gehen in der Digitalisierung der Bildung gerne die nächsten Schritte, wenn die Schulgemeinden mit- oder sogar, wie in diesem Falle, vorangehen. Am Ende wird es die klassische Unterscheidung zwischen Präsenzunterricht oder digitalisiertem Unterricht nicht mehr brauchen, weil wir moderne Kommunikations- und klassische Lerntechniken miteinander verknüpfen“, so Ottmann.