Umweltpreis geht an Jugendwaldheim und NABU Mernes

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Der Kreisausschuss hat entschieden: Der Umweltpreis 2017 geht ans Jugendwaldheim Hasselroth und an den NABU Mernes.

12.09.2017. - Der Umweltpreis 2017 geht zu gleichen Teilen an das Erste Hessische Jugendwaldheim Hasselroth sowie die NABU-Ortsgruppe Mernes, stellvertretend für die Arbeit des Naturschutzbunds Deutschland (NABU) im gesamten Kreisgebiet. Dieser Empfehlung des Ausschusses für Wirtschaft, Energie, Verkehr, Umwelt und Landwirtschaft hat der Kreisausschuss am Dienstag (12.9.) zugestimmt. Ein Termin für die Preisübergabe wird in den nächsten Tagen bekanntgegeben. Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert.

„In Einrichtungen wie dem Jugendwaldheim im Hasselrother Wald erfahren Kinder, was es heißt, der Natur Liebe und Achtung entgegenzubringen. Diese Erfahrungen muss von Generation zu Generation immer wieder aufs Neue weitergegeben werden. Dafür gibt es bei den Preisträgern 2017 eine feste Heimat“, begründete Umweltdezernentin Susann Simmler die Entscheidung des Ausschusses. Dieser hatte sich für eine Teilung des Preises ausgesprochen und für den NABU Mernes als zweitem Preisträger gestimmt. „In den Ortsgruppen des Naturschutzbunds Deutschland wird Umweltarbeit mit Kindern und Jugendlichen betrieben, aber auch Erwachsene werden durch vielfältige Aktionen des NABU für Umweltschutz sensibilisiert. In Mernes feiert eine äußerst aktive Ortsgruppe ihr nunmehr 90-jähriges Bestehen, der wir stellvertretend für die Arbeit aller NABU-Gruppen im Main-Kinzig-Kreis den Umweltpreis verleihen werden“, so die Erste Kreisbeigeordnete Simmler.

Aus der Erkenntnis heraus, dass die Jugend sich immer mehr der Natur entfremdet, gründete der damalige Revierförster Kurt Seibert 1970 das Erste Hessische Jugendwaldheim der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Kreisverband Gelnhausen. 1974 wurde die Einrichtung als ein Informationszentrum für Umweltbildung und Umwelterziehung offiziell in Betrieb genommen, das seither mehr als 100.000 Schülerinnen und Schüler aller Alters- und Bildungsstufen ein- bis mehrtägige Waldkurse ermöglicht hat. In über 40 Jahren hat das Jugendwaldheim so zukunftsweisende Arbeit zum Schutz der Umwelt und der Natur geleistet. Das Angebot wurde im Laufe der Zeit weiterentwickelt würde und den heutigen Anforderungen an Waldpädagogik angepasst. In diesem Zusammenhang wurde vor einigen Jahren ein Teich, aus dem die Wasserproben entnommen werden, barrierefrei gestaltet. Zudem wurden die Häuser und ihre Ausstattung modernisiert. Die Initiative für diese Weiterentwicklung ging dabei stets vom Team aus, das mit dem Umweltpreis 2017 ausgezeichnet wird: Fritz Dänner als Jugendwaldheimleiter, Ulrike Nees als Stellvertreterin und Lucia Trabert, seit 2012 Waldpädagogin im Jugendwaldheim. Das Erste Hessische Jugendwaldheim und sein Gründer Kurt Seibert hatten den Umweltpreis 1980 bereits erhalten; Herrmann Dänner im Jahr 1986.

Gegründet wurde die älteste NABU-Gruppe des Main-Kinzig-Kreises 1927, damals noch unter dem Namen „Bund für Vogelschutz“. In Zusammenarbeit mit dem NABU-Kreisverband und dem Botanischen Garten Frankfurt werden aktuell geeignete Flächen um Mernes für die Verbreitung der Heidewicke gesucht, die vor wenigen Jahren bei Mernes entdeckt wurde und bis dahin in Hessen als ausgestorben galt. Mit ihrem nimmermüden Einsatz für die Natur ist die NABU-Ortsgruppe Mernes mit ihren mittlerweile über 300 Mitgliedern zu einem wichtigen und verlässlichen Partner für den Naturschutz und die Nachhaltigkeit im Spessart geworden. Sehr rege ist die jahrzehntelange Jugendarbeit. Seit März dieses Jahres besteht ein Vertrag mit dem Forstamt Burgjoß, der es der Naturschutzjugend (NAJU) gestattet, eine kleine, am Waldrand gelegene Fläche als NAJU-Camp einzurichten, damit sich die Heranwachsenden immer treffen können, um zu verschiedenen Themen in Wald und Feld zu ziehen. Als große Herausforderung haben sie es sich zum Ziel gesetzt, die Besiedelung der „Hellental-Laichtümpel weiter voranzutreiben und zu begleiten.