Kreistag soll über Einrichtung eines Präventionsrates beschließen

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Ein Netzwerk und eine Anlaufstelle für mehr Sicherheit: Der Kreistag soll über die Einrichtung eines Präventionsrats beschließen.

11.09.2017. - Der Kreisausschuss hat vor einigen Tagen in seiner turnusmäßigen Sitzung der Gründung eines Präventionsrates zugestimmt. Die entsprechende Vorlage inklusive einer Geschäftsordnung für das neue Gremium soll nun der Kreistag in seiner kommenden Sitzung am 29. September beraten.

„Der Main-Kinzig-Kreis ist einer der wenigen Landkreise in Hessen, der noch über keinen Kreispräventionsrat verfügt“, erläutert die verantwortliche Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler und verweist auf das Hessische Gesetz über die öffentliche Sicherheit und Ordnung (HSOG). Dort wird unter anderem ausgeführt, dass die Gefahrenabwehrbehörden und die Polizeibehörden gemeinsame Arbeitsgruppen zur Kriminalprävention bilden sollen.

Der Kreisausschuss bewertet die allgemeine Sicherheit als ist ein Grundbedürfnis des menschlichen Zusammenlebens und eine wesentliche Voraussetzung für ein funktionierendes Gemeinwesen. Es sei daher eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, diesen Beitrag im Sinne der Lebensqualität zu leisten. Diese Aufgabe soll durch den Kreispräventionsrat begleitet und institutionalisiert werden.

Wie Landrat Thorsten Stolz, die Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler und der Kreisbeigeordnete Matthias Zach jetzt gemeinsam erklären, soll das Gremium als Anlauf-, Informationssammelstelle und Netzwerk dienen. Es soll Impulsgeber für in die Öffentlichkeit wirkende Projekte sein und auf diese Weise einen Beitrag zu einem positiven Sicherheitsgefühl der Bürgerinnen und Bürger im Main-Kinzig-Kreis leisten.

Der Kreispräventionsrat gliedert sich in eine Lenkungsgruppe, eine Geschäftsstelle und themenbezogene Arbeitsgruppen. Die Lenkungsgruppe besteht aus dem Landrat, dem Präsidenten des Polizeipräsidiums Südosthessen, den hauptamtlichen Kreisbeigeordneten, dem Leiter des Hessischen Landesamtes für Verfassungsschutz, dem Leitenden Oberstaatsanwalt in Hanau, der Leiterin des Staatlichen Schulamts im Main-Kinzig-Kreis, dem Leiter der Polizeidirektion Main-Kinzig und dem Leiter des Amtes für Sicherheit, Ordnung, Migration und Integration.

„In dieser Zusammensetzung wird ein fachlicher Austausch und Informationsfluss aus verschiedenen Blickwinkeln ermöglicht“, so die Mitteilung der Kreisspitze. Bei Bedarf sollen weitere Experten hinzugezogen und Arbeitsgruppen gebildet werden, um zielgerichtet Themen aufzugreifen und Vorschläge zur Umsetzung der präventiven Arbeit im Main-Kinzig-Kreis zu unterbreiten.

Die möglichen Aufgaben und Herausforderungen sind vielfältig und aktuell noch nicht vollständig zu erfassen. Zudem greift das Fachgremium aktuelle Themen und Fragestellungen insbesondere zur Kriminalprävention auf, koordiniert und vermittelt innerhalb der verschiedenen mit Prävention befassten Bereiche in der Kreisverwaltung sowie an externe Stellen. „Wir sind überzeugt, dass wir auf diesem Wege die bislang praktizierte gute Zusammenarbeit der im Kreis ansässigen Kommunen mit den Polizei- und Ordnungsbehörden ergänzen und unterstützen“, betonen Stolz, Simmler und Zach.

Im Rahmen der Vorbereitungen haben die künftigen Mitglieder allerdings bereits mehrere mögliche Problemfelder benannt und im Entwurf der Geschäftsordnung verankert. Das sind unter anderem Aggression und Gewalt im öffentlichen Raum oder an Schulen, Suchtprävention, sicherheitstechnische Maßnahmen beim Städtebau und auf öffentlichen Plätzen und Straßen, der Schutz vor Alltagskriminalität sowie das wichtige Thema der Jugendkriminalität.