Tag der Pflege: Dank an Pflegekräfte für unermüdlichen Einsatz

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11.05.2020. - „Der Internationale Tag der Pflege passt dieses Jahr, wie kein anderer zur aktuellen Situation. Die Corona-Pandemie macht einmal mehr deutlich, wie unverzichtbar der alltägliche Einsatz der Pflegekräfte für das Funktionieren unseres Gemeinwesens ist“, erklären Landrat Thorsten Stolz und die Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler, zugleich Aufsichtsratsvorsitzende der Alten- und Pflegezentren des Kreises (APZ-MKK). Der Internationale Tag der Pflege wird jährlich am 12. Mai begangen und erinnert an den Geburtstag der Krankenpflegerin und Pionierin der modernen Krankenpflege, Florence Nightingale.

Als Krankenschwester organisierte sie vor rund 150 Jahren die Pflege der Soldaten, verbesserte hygienische und medizinische Bedingungen und senkte so die Sterberate der Patienten. „Unsere Pflegekräfte setzen sich in Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und bei der Pflege zu Hause unermüdlich für Menschen ein, die Hilfe benötigen. Sie sind in der derzeitigen Situation der Garant für unsere Gesundheit und nicht nur eine tragende Säule unserer Gesundheitsversorgung“, betont Simmler. Dass gerade die vergangenen Wochen eine besondere Herausforderung aber auch Belastung für die Arbeitenden in den Pflegeberufen war, weiß sie aus vielen Gesprächen.

„Die Männer und Frauen, die in der Pflege arbeiten sind einiges gewohnt, aber der Druck ist immens, die Arbeitsbedingungen nicht immer optimal, die Bezahlung schlecht. Das ist nicht die Art, wie wir als Gesellschaft danke sagen sollten“, fordert Simmler nachhaltige Veränderungen vor allem im Pflegesystem. Die verdiente Anerkennung und der Dank sei allen sicher, doch nur mit guten Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen und einer angemessene Bezahlung und einer solidarischen Finanzierung des Pflegesystems werde es weiterhin eine starke Sozialstruktur geben.

„Wir haben es gerade in den letzten Wochen gesehen, wir brauchen eine starke und gesunde Sorgekultur, die gibt es aber nur mit starken Menschen, die die Pflege leisten können. Wir haben deshalb schon vor Jahren die Voraussetzungen geschaffen, damit unsere Krankenhäuser mehr Personal am Krankenbett beschäftigen können, die Personalausstattung in Pflegeeinrichtungen angepasst wird, mehr Betreuungskräfte eingestellt werden und die Bezahlung der Pflegekräfte nach Tarif gestärkt wird“ verweist Landrat Thorsten Stolz auf die in kommunaler Hand befindlichen Kreiskliniken und Alten- und Pflegezentren. Wichtig sei es jetzt, dass die Verantwortlichen in den Bundesländern, in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen Verbesserungen nachhaltig zu finanzieren, schnell umsetzen, damit sie den Pflegekräften und Strukturen zugutekommen.

„Ähnlich wie Florence Nightingale arbeiten dieser Tage in der Corona-Pandemie viele Pflegerinnen und Pfleger bis an ihre Belastungsgrenzen und auch darüber hinaus und das in einer Situation, die schon vor der Pandemie nicht gut gewesen ist. Es braucht nicht nur Lippenbekenntnisse, sondern echte Strukturänderungen. Nicht nur eine einmalige Prämie für die Mitarbeiter in der Pflege, sondern dauerhafte Verbesserungen“, betonte Simmler. Dieser Tag ist deshalb wie wohl kein anderer geeignet, den zahlreichen Pflegekräften den Dank zu übermitteln. „Die Arbeit unserer Pflegekräfte ist bewundernswert. Sie waren und sind mit dafür ausschlaggebend, dass das Gesundheitssystem auch im Main-Kinzig-Kreis gehalten hat und die Pflege zahlreicher Mitbürgerinnen und Mitbürger gewährleistet ist. Die Pflegekräfte leisten in der Familie, in sozialen Einrichtungen, in ambulanten Pflegediensten, in stationären Einrichtungen und nicht zuletzt auch in den Krankenhäusern für die Pflege von Mitmenschen Hervorragendes, um die Menschen vor einer Infektion zu schützen bzw. bei Infizierung oder im Krankheitsfalle zu gut wie möglich medizinisch zu betreuen, zu pflegen und zu versorgen“, geben Stolz und Simmler ein klares Bekenntnis ab.

So seien es die Pflegedienste, die Einrichtungen und die Krankenhäuser, die nicht erst in der Situation der Pandemie der Fels in der Brandung einer starken Sozialstruktur in der Region gewesen sind. Mit einem hohen Maß an Professionalität und Fachkompetenz, aber auch mit viel Herzblut und großem Einfühlungsvermögen, haben sie die Versorgung der betroffenen Menschen unter schwierigsten Bedingungen vorgenommen. Daneben dankt die Kreisspitze ebenfalls als denjenigen, die sich in den Arztpraxen oder dem Gesundheitsamt des Kreises engagiert haben die Pandemie in den Griff zu bekommen. „Auch all diesen Männern und Frauen auf denen ebenfalls eine große Last bei der Bewältigung der Corona-Pandemie lag und liegt zollen wir unseren Respekt und unsere Anerkennung“, so Landrat Thorsten Stolz. Erfreut zeigte sich die Kreisspitze auch über die große Solidarität und die Unterstützung, die die Pflegekräfte erfahren haben, allen voran durch die kurzfristigen Einsätze von Menschen mit Pflegeerfahrung , die einem Aufruf gefolgt waren, aber vor allem durch solche, die bei der Beschaffung von Schutzmaterial und medizinischen Gerät mitgeholfen haben bzw. mithelfen.

„Gerade vor dem Hintergrund dieses großartigen Engagements, müssen die für die Pflege verantwortlichen Kräfte in Politik und Gesellschaft Bilanz ziehen und endlich die notwendigen Verbesserungen beschließen“, betonte Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler. Dies beziehe sich nicht nur auf die medizinische Ausstattung, sondern vor allem auf die Pflegekräfte und ihre Arbeit. „Dass die Pflegekräfte systemrelevant sind, wie es derzeit häufig formuliert wird, zeigt nicht erst diese Pandemie. Sie sind nicht nur systemrelevant, sondern für unser System des Sozialstaates wichtig“, so Simmler weiter und ruft zu einer höheren gesellschaftlichen Solidarität auf.