Kreis verschafft sich Überblick über Situation an den Schulen

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1. Drücken gut gelaunt die Schulbank in der Heinrich-Böll-Schule in Bruchköbel (von links): Landrat Thorsten Stolz, Martin Bornhardt (Stufenleiter), Martin Schneider (Stufenleiter), Günter Rau (Staatliches Schulamt Hanau), Schulleiter Ernst Münz und stellvertretende Schulleiterin Renate Weimert. Dort informierte sich der Landrat über die ersten Tage nach der Schulöffnung und begutachtete die räumlichen Abstandsregelungen.

02.05.2020. - Mit einer Mund-Nasen-Bedeckung ausgerüstet statteten Landrat Thorsten Stolz und Schuldezernent Winfried Ottmann zum Schulstart sieben der rund 100 Schulen im Main-Kinzig-Kreis einen Besuch ab. Für die Ortstermine hatten sich Stolz und Ottmann bewusst unterschiedliche Schulstandorte, Schulgrößen und Schulformen ausgesucht. „Nur durch einen Mix der Regionen und unterschiedlichen Schulformen ist es möglich, einen Überblick über die Situation im Main-Kinzig-Kreis mit seinen unterschiedlichen Strukturen zu erhalten. Wir haben kurzfristig unsere Terminpläne umgestellt, um vor Ort präsent zu sein und auch das Signal zu geben, das übrigens für alle 100 Schulen zwischen Maintal und Sinntal gilt: Meldet euch, wenn noch etwas fehlen sollte“, so Landrat Stolz und Schuldezernent Winfried Ottmann.

In den Fluren und auf dem Schulhof begegneten dem Landrat und dem Schuldezernenten Schülerinnen und Schüler, die ebenfalls mit einer Mund-Nasen-Bedeckung im Gesicht unterwegs waren: So sieht der neue Alltag in den Bildungseinrichtungen aus. „In den Gesprächen, die wir in den Schulen geführt haben, wurde eines sehr deutlich: die jungen Leute, aber auch die Lehrkräfte, sind erleichtert und froh, dass der Präsenzunterricht zumindest teilweise wieder in den Schulen stattfinden kann, obwohl das durch die zahlreichen Sonderregelungen etwa für den nötigen Sicherheitsabstand deutlich mehr Aufwand mit sich bringt“, erklärte Landrat Thorsten Stolz.

Zusammen mit Winfried Ottmann kam er aber auch mit den jungen Leuten selbst ins Gespräch, denn um deren Sicherheit während ihrer schulischen Ausbildung geht es schließlich. So wollten Stolz und Ottmann wissen, wie die jungen Leute ihre ersten Tage zurück in den Schulen erlebt haben. Hier herrscht Erleichterung vor: „Wir sind froh, wieder im Unterricht zu sitzen, das fühlt sich endlich wieder normal an“, sagte ein Zehntklässler. Seine Schulkollegin sprach darüber, dass es für manchen gar nicht so leicht gewesen sei, wochenlang auf die Freunde in der Schule zu verzichten. Da sei es wichtig, dass die Lehrerinnen und Lehrer den Kontakt zu den jungen Leuten halten. Gerade für die Abschlussklassen, die als erste zurück in die Schulen durften, ist diese Zeit des Abstandhaltens und Kontaktverbotes im privaten Bereich schwierig. Denn größere Klassen wurden geteilt, so dass in einem Raum lediglich noch maximal 15 Schülerinnen und Schüler an den weit auseinander gestellten Tischen sitzen – so, wie es bei Prüfungen gehandhabt wird. Es sind die letzten Wochen im Klassenverband, danach trennen sich die Wege der meisten. Es wird keine Abschlussfahrten geben, keine großen Abschlussfeiern mit der Familie und allen Schulfreunden. Dabei haben manche schon das schicke Kleid im Schrank hängen, das sie nun nicht tragen können. „Das ist eine sehr schwierige Zeit für euch alle“, sagte der Landrat und erläuterte, warum die Einschränkungen und das Kontaktverbot so wichtig sind: „Wir wollen verhindern, dass die Fallzahlen zu schnell nach oben gehen, denn das würde unser Gesundheitssystem überlasten. Bislang ist es uns im Main-Kinzig-Kreis gelungen, alle Menschen, die an Covid-19 erkrankt sind und die auf eine Intensivbehandlung angewiesen sind, gut zu versorgen.“

Landrat Thorsten Stolz und Schuldezernent Winfried Ottmann zogen insgesamt eine positive Bilanz ihrer Ortstermine. „Der Schulstart verlief fast durchweg reibungslos. Die Schulen sind gut organisiert und strukturiert, überall vor Ort wurden individuelle Lösungen gefunden und es wurden eigene Schwerpunkte in den Arbeitsabläufen gesetzt. Ein wichtiges Augenmerk liegt für uns auch darauf, dass ausreichend Materialien für die Händehygiene wie Seife und Papierhandtücher vorhanden sind“, erklärte der Landrat und Winfried Ottmann ergänzte: „Vor allem aber spürt und merkt man, dass die Schulgemeinden sich wirklich Gedanken darüber gemacht haben, wie der Schulstart gelingen kann.“ Hier sei es einmal mehr von großem Vorteil, dass durch den Breitbandausbau des Main-Kinzig-Kreises digitales Lernen in den eigenen vier Wänden möglich sei. Es gehe nun darum, die vorhandenen digitalen Lösungen für den Unterricht weiter auszubauen, da es kaum absehbar sei, wie der Schulbesuch in den kommenden Monaten für alle Schülerinnen und Schüler aussehen könnte.

In diesem Zusammenhang dankten Landrat und Schuldezernent allen Schulleiterinnen und Schulleitern, den Lehrkräften sowie dem gesamten Team von Schulhausmeistern über Schulsekretärinnen bis hin zu Reinigungskräften ausdrücklich für ihr Engagement. „Wir wissen, dass die Teilöffnung der Schulen in dieser Zeit sehr herausfordernd ist und dass es ein anderer Schulalltag sein wird, als wir es bisher gewohnt waren. Aber für den Schulträger Main-Kinzig-Kreis können wir klar sagen, dass wir jederzeit ansprechbar sind, wenn vor Ort weitere Hilfe und Unterstützung notwendig wird“, betonte Schuldezernent Winfried Ottmann.

Auf dem Besuchsprogramm standen mit den Beruflichen Schulen in Gelnhausen die mit Abstand größte Schule im Main-Kinzig-Kreis sowie die Philipp-Reis-Schule in der Kreisstadt. Im westlichen Teil des Landkreises besuchte die Kreisspitze das Albert-Einstein-Gymnasium in Maintal und die Heinrich-Böll-Schule in Bruchköbel. In der Mitte des Kreises machten Stolz und Ottmann zudem Station in der Käthe-Kollwitz-Schule in Langenselbold. Im Bergwinkel führten die Ortstermine an die Stadtschule nach Schlüchtern und an die Hans-Elm-Schule nach Sinntal. Die Schulen haben sich mit ganz unterschiedlichen Regelungen auf den Schulstart vorbereitet. Die verkleinerten Klassen wurden entweder über das gesamte Schulareal verteilt oder es wurden in den Gängen Markierungen angebracht, damit eine einheitliche Laufrichtung eingehalten werden kann. Die Schülerinnen und Schüler und deren Eltern wurden schon vorab von den Schulleitungen darüber informiert, in welchen Räumen der Unterricht stattfindet. Auch wurden Schulstunden zeitversetzt gelegt, so dass sich möglichst wenig Schülerinnen und Schüler auf den Fluren begegnen können. Da die Cafeterien zurzeit geschlossen sind, haben manche Schulen festgelegt, dass die jungen Leute in den Pausen in den Klassenräumen bleiben – bei geöffneten Fenstern. „Überall da, wo es Probleme gibt, werden gemeinsam Lösungen gefunden“, stellten Landrat Stolz und Schuldezernent Ottmann am Ende fest.