Stolz fordert Pragmatik im Sinne des Einzelhandels

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18.04.2020. - Für eine „pragmatische und praxisnahe Lösung im Sinne des örtlichen Einzelhandels“ zur Auslegung der 800-Quadratmeter-Grenze setzt sich Landrat Thorsten Stolz ein. Er legt dem Land Hessen eindringlich nahe, die bisherigen Richtlinien zu korrigieren und auch eine Verkleinerung von Verkaufsflächen zu ermöglichen. Im Hinblick auf die Lockerungen im Einzelhandel hat das Land Hessen im Unterschied zu anderen Bundesländern die Linie vorgegeben, keine Reduzierung von Einzelhandelsflächen zuzulassen. Im Gegenzug will das Land Hessen allerdings die Öffnung von Einkaufszentren ermöglichen, wenn einzelne Geschäfte darin nicht über die Grenze von 800 Quadratmetern kommen. Aus Sicht des Landrates sei ein solches Vorgehen schlicht und einfach nicht zu vermitteln.

„Wenn ein örtlicher Einzelhändler beispielsweise 1.000 oder mehr Quadratmeter Verkaufsfläche hat, muss er die Möglichkeit bekommen, diese eigenständig auf 800 zu reduzieren. So erhält er die wichtige Chance, sein Geschäft wieder zu öffnen. Das wäre aus meiner Sicht eine pragmatische Lösung, die auch von den Ordnungsämtern vor Ort überwacht werden kann“, führt Landrat Thorsten Stolz aus.

Der Landrat des Main-Kinzig-Kreises ist bereits über das Wochenende aktiv geworden und hat den Hessischen Landkreistag gebeten, gegenüber dem Land eine entsprechende Initiative zu starten. „Ich habe Hilferufe von inhabergeführten Einzelhandelsgeschäften im Main-Kinzig-Kreis erhalten, die teilweise über etwas mehr als 800 Quadratmeter Verkaufsfläche verfügen. Für sie wäre es eine Leichtigkeit, diese Fläche zu reduzieren“, so der Landrat weiter. Für sie müsse eine Lösung gefunden werden, zumal der stationäre Einzelhandel schon große Umsatzeinbußen erlitten habe und sich in einer verschärfenden Wettbewerbssituation mit dem Onlinehandel befinde.

Da das Land Hessen ohnehin „richtigerweise sehr enge Vorgaben zur maximalen Kundenzahl“ gemacht habe, könne aus Sicht von Thorsten Stolz schnell eine leichte, aber wesentliche Korrektur der bisherigen Linie erfolgen. „Wenn man will, kann man sofort eine Lösung herbeiführen, ohne auch nur ansatzweise die strengen Vorgaben zu Kundenzahlen und Hygiene zu verletzen“, hofft Thorsten Stolz darauf, dass noch kurzfristig im Sinne des Einzelhandels eine Korrektur stattfinde.