Gratwanderung bei der Bekämpfung der Pandemie

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16. April 2020. - Landrat unterstützt Entscheidungen von Bund und Land zur schrittweisen Rückkehr in das öffentliche und wirtschaftliche Leben

"Die Entscheidungen und Abstimmungen zwischen Bund und Ländern über die Fortsetzung der Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie sind richtig und wurden aus unserer Sicht mit Augenmaß getroffen", erklärt Landrat Thorsten Stolz im Nachgang zu den Ergebnissen der Konferenz am Mittwoch. „Vor allem wird deutlich, dass der eingeschlagene Weg natürlich eine Gratwanderung ist zwischen der Eindämmung der Pandemie einerseits und ersten Lockerungen andererseits, um schrittweise in das öffentliche und wirtschaftliche Leben zurück zu kehren“, macht Landrat Stolz deutlich.

Nachdem Bundeskanzlerin Angela Merkel und Vizekanzler Olaf Scholz zusammen mit den Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten die nächsten Schritte zur Eindämmung der Corona-Pandemie festgelegt haben, steht fest, dass die Kontaktsperre in Hessen bis mindestens 3. Mai bestehen bleibt. Die Schulen sollen frühestens ab dem 27. April wieder öffnen, zunächst allerdings nur mit den Abschlussklassen. „Weitere Informationen dazu gibt es in den nächsten Tagen. Hier möchte ich die Bürgerinnen und Bürger noch um etwas Geduld bitten. Während die Schulen schrittweise wieder geöffnet werden sollen, bleiben die Kindertagesstätten weiterhin geschlossen, aber die Notbetreuung soll noch einmal um weitere Personen- und Berufsgruppen erweitert werden“, erklärt der Landrat. Geschäfte mit einer Fläche von maximal 800 Quadratmetern dürfen ab Montag unter Auflagen wieder öffnen, das gelte unabhängig von der Größe auch für Kfz-Händler, Fahrradläden und Buchhandlungen. „Großveranstaltungen und Events bleiben jedoch bis mindestens 31. August verboten, das gilt auch für Fußballspiele“, kündigt Landrat Stolz an. Wer einkaufen geht oder den öffentlichen Nahverkehr nutzen will, für den gelte ab sofort eine Schutzmasken-Empfehlung. „Eine Pflicht gibt es allerdings hierzu in Hessen ausdrücklich nicht. Hier haben sich Bund und die 16 Bundesländer darauf geeinigt, dass es bei der Empfehlung bleibt“, erläutert Thorsten Stolz. Restaurants und Gaststätten bleiben weiterhin geschlossen, Eisdielen hingegen dürfen jetzt einen Lieferservice wie Gastronomiebetriebe anbieten. Frisöre sollen ab 4. Mai unter Auflagen öffnen dürfen und Kirchen und Gotteshäuser bleiben geschlossen.

„Natürlich gibt es noch ganz viele offene Fragen, da das Land die Ankündigungen und Botschaften des Ministerpräsidenten erst noch einmal in Verordnungen packen und rechtssicher auf den Weg bringen muss. Aber der Rahmen, in dem wir uns bewegen, ist deutlich geworden. Ich hoffe jetzt, dass uns die neuen und ergänzten Verordnungen zeitnah erreichen, damit wir im Main-Kinzig-Kreis in Abstimmung mit unseren 29 Städten und Gemeinden die notwendigen Vorbereitungen zügig treffen und unsere Bürgerschaft auch noch einmal konkreter informieren können“, so Landrat Thorsten Stolz. Dem Landrat sei durchaus bewusst, dass es bei all den Regelungen niemals eine hundertprozentige Gerechtigkeit geben könne. Es werde immer einzelne Gruppen geben, die sich benachteiligt fühlen. „Das ist zwar nachvollziehbar, lässt sich unter diesen schwierigen Umständen jedoch nicht vermeiden“, stellt Thorsten Stolz fest, und erklärt, warum: „Unser Ziel ist es nach wie vor, die Corona-Pandemie einzudämmen und eine sehr schnelle Steigerung der Fallzahlen zu verhindern. Nur so kann es uns im Main-Kinzig-Kreis gelingen, die ambulante und stationäre medizinische Versorgung weiterhin aufrechtzuerhalten.“ Kreisweit werden nach wie vor steigende Fallzahlen gemeldet. „Fast jeden Tag haben wir Tote unter den Corona-Infizierten“, verdeutlicht der Landrat und fügt hinzu: „Die Corona-Pandemie ist noch längst nicht überwunden.“

Die von Bund und Ländern getroffenen Entscheidungen unterstreichen aus Sicht des Landrats eines sehr deutlich: „Es darf sinnvollerweise kein Hochfahren von Null auf Hundert geben. Es kommt weiterhin auf Geduld, Verständnis, Disziplin und Zusammenhalt in unserer Gesellschaft an“, wirbt der Landrat um Verständnis bei den Bürgerinnen und Bürgern.

Der Main-Kinzig-Kreis wird auf seiner Homepage unter CoroNetz weiterhin aktuell über alle wichtigen Entwicklungen informieren.

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