Wanderausstellung im Bürgerportal: Altsein nicht als Makel

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Um das Altwerden und das Altsein und welchen Stellenwert es in unserer Gesellschaft hat, geht es in der Wanderausstellung „Leben im Alter - was heißt schon alt?“. Sie ist vom 6. bis 20. März im Main-Kinzig-Forum in Gelnhausen zu sehen.

04.03.2020. - Eine Frau, jenseits der 70, die mit gelben Kopfhörern an einem Mischpult steht und Musik auflegt - sieht so das Leben einer Seniorin aus? Die Frage „Was heißt schon alt?“ steht im Mittelpunkt einer Ausstellung, die am Freitag, 6. März, um 16 Uhr im Foyer des Main-Kinzig-Forums in Gelnhausen eröffnet wird. Der Frage, was Altsein überhaupt bedeutet, folgt die Erkenntnis: „Alle wollen alt werden, aber keiner will es sein.“ So beleuchtet die Wanderausstellung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend das Thema Alter auf ganz unterschiedliche Weise. Denn fest steht: Ältere und alte Menschen sind keine homogene Gruppe, ältere und alte Menschen sind ebenso bunt und vielfältig wie alle anderen Altersgruppen auch.

Der Begriff Alter hat in unserer Kultur eine negative Komponente, viele Menschen rechnen sich selbst gar nicht in die Gruppe der älteren Menschen und betrachten sich selbst nicht als alt. Lieber wird vom Senior oder der Seniorin gesprochen, damit der Begriff des Alters nicht verwendet werden muss. Seit mehreren Jahrzehnten schon hat sich gleichzeitig das Bild von den „neuen Alten“ ausgebildet, das stark mit Aktivitäten und Lebensfreude verbunden ist. Die Ausstellung will dazu beitragen, dass der Begriff des Alters sehr viel weniger mit Hinfälligkeit und Hilfsbedürftigkeit gleichgesetzt wird. „Mir ist es wichtig, dass wir das Thema Alter und Altern nicht nur als Problemkomplex verstehen, sondern auch als etwas begreifen, was unser Leben bereichern kann“, erklärt Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler. Sie wird die Ausstellung um 16 Uhr eröffnen. Danach beginnt um 16.20 Uhr ein Vortrag der Biografin und Dokumentarfilmerin Dagmar Wagner mit dem Titel „Wenn ich alt bin, werd‘ ich…?“ Ihr geht es insbesondere darum, dass Menschen möglichst früh eine positive Haltung zum eigenen Alterungsprozess entwickeln und sich nicht erst dann mit dem Älterwerden befassen, wenn dies beginnende Einschränkungen erfordern. Am 19. März wird um 15 Uhr im Barbarossasaal der 81-minütige Film „Ü 100“ von Dagmar Wagner gezeigt, im Anschluss beginnt eine Diskussionsrunde. Im Film werden acht Hundertjährige porträtiert, jenseits von Schönfärberei und Zweckoptimismus. Die Botschaft des Films: Altwerden ist kein Mangel. In der Ausstellung selbst sind Bilder aus einem Foto- und Videowettbewerb zu sehen, die sich mit dem Thema Altsein und Altwerden beschäftigen und Menschen und ihren Alltag auf überraschende Weise porträtieren.

Die Ausstellung „Leben im Alter – was heißt schon alt?“ ist vom 6. bis 20. März im Main-Kinzig-Forum in Gelnhausen zu sehen, Montag bis Donnerstag von 8 bis 18 Uhr und Freitag von 8 bis 14 Uhr. Um Anmeldung für den Vortrag „Wenn ich alt bin, wird‘ ich…?“ am 6. März um 16.20 Uhr und den Film „Ü 100“ am 19. März um 15 Uhr wird in der Abteilung „Leben im Alter“ unter Telefon (06051) 8548114 oder per E-Mail unter leben-im-alter@mkk.de gebeten.