Stellungnahme der Kreisspitze nach den Todesschüssen in Hanau

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„Wir sind fassungslos und in großer Sorge“

Mit großer Erschütterung äußert sich die Kreisspitze zu dem Verbrechen in Hanau in der Nacht zum Donnerstag. „Wir sind in Gedanken bei den Angehörigen und Freunden der unschuldigen Opfer“, erklären Landrat Thorsten Stolz, Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler und Kreisbeigeordneter Winfried Ottmann in einer ersten Stellungnahme.

Auch der Kreistagsvorsitzende Carsten Ullrich formuliert anlässlich der aufwühlenden Nachrichten aus Hanau seine aufrichtige Anteilnahme im Namen der Kreisgremien. „Ich erlebe eine tiefe Betroffenheit in den politischen Fraktionen und das schreckliche Ereignis wird uns voraussichtlich noch lange beschäftigten“, erklärt er. Die Kreistagssitzung am Freitag, 21. Februar, wird nicht in der üblichen Form stattfinden wird. Unter dem Eindruck und in Würdigung der erschreckenden Geschehnisse in Hanau ist ein geänderter Ablauf geplant mit einer Schweigeminute, Stellungnahmen von Landrat Thorsten Stolz und Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky sowie einer deutlich verkürzten Tagesordnung.

Wie die Kreisspitze gemeinsam erklärte, wirft die Nachricht von dem unfassbaren Verbrechen mit elf Toten und vier Verletzten zahlreiche Fragen auf, die hoffentlich bald beantwortet werden können. „Wir sind fassungslos und in großer Sorge angesichts dieser brutalen Ereignisse in unserem direkten Umfeld“, beschreiben Thorsten Stolz, Susanne Simmler und Winfried Ottmann ihre derzeitige Gefühlslage.

Sollten sich die bisherigen Darstellungen zum Motiv des mutmaßlichen Täters bestätigen, so bekommt das Verbrechen zudem eine politische Dimension. Denn die jüngste Häufung schwerer Angriffe mit rechtsradikalem Hintergrund erfordern konsequente und wirkungsvolle Maßnahmen. Für die Kreisspitze ist es ein letztes Warnsignal, wenn sich solche unglaublichen Gewalttaten quasi in der Mitte der Gesellschaft ungehindert entladen können.

„Hier ist eine deutliche Sensibilisierung aller beteiligten Behörden, aller gesellschaftlichen Gruppen und aller Bürgerinnen und Bürger gefordert, um weitere unschuldige Opfer zu verhindern“, erklären Landrat Thorsten Stolz, Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler und Kreisbeigeordneter Winfried Ottmann. Aus ihrer Sicht kann es dazu auch keine unterschiedlichen Positionen, sondern nur eine klare gemeinsame Haltung geben. So etwas dürfe sich nicht wiederholen.

Mit Blick auf die Ereignisse der vergangenen Nacht danken sie allen Einsatzkräften, die sich um die Verletzten und die Betroffenen gekümmert haben. Nach der Alarmierung gegen 22 Uhr waren bis in den frühen Morgen über 100 Helferinnen und Helfer aus dem Main-Kinzig-Kreis und angrenzenden Regionen vor Ort. Dazu zählen allein 20 Rettungswagen, fünf Notärzte sowie mehrere Einsatzleiter und sechs Notfallseelsorger.

Angefordert wurden außerdem der 1. Sanitätszug, weitere Betreuungseinheiten und zusätzliche Kräfte aus Großauheim, Rodenbach und Bruchköbel. Insgesamt wurden rund 90 Betroffene aus dem direkten Umfeld der beiden Tatorte betreut und versorgt. „Unser Dank gilt den Männern und Frauen, die bis an die Grenzen der körperlichen und seelischen Belastbarkeit und zum Teil darüber hinaus im Einsatz waren“, sagt die Kreisspitze.

Gemeinsam haben Landrat Thorsten Stolz, Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler und Kreisbeigeordneter Winfried Ottmann am Donnerstag auch an der großen Gedenkveranstaltung am Marktplatz in Hanau teilgenommen.