Digitales Lernen wird im Kreis nun auch in Grundschulen getestet

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Mit insgesamt vier Tablets testen die Grundschülerinnen und Grundschüler in Vollmerz digitales Lernen.

20.01.2020. - Die Grundschule im Schlüchterner Stadtteil Vollmerz wird künftig Tablets im Unterricht nutzen können. Schuldezernent Winfried Ottmann kam dem Wunsch von Schulleiterin Sabine Jahn nach und überbrachte der Schule nun vier solcher Geräte. „Nachdem wir als Vorbereitung auf die Teilnahme am Digitalpakt Schule bereits drei weiterführende Schulen für ein Pilotprojekt ausgesucht haben, wollen wir jetzt wissen, wie der Digitalpakt in den Grundschulen umgesetzt werden könnte“, sagte Winfried Ottmann im Gespräch mit der Schulleiterin.

Geplant ist eine Arbeitsgruppe, in der sich Vertreterinnen und Vertreter aus sieben Grundschulen darüber austauschen, welche Lernprogramme, Apps und Geräte für den Schulalltag überhaupt sinnvoll sind und wie sie nutzbringend eingesetzt werden können. Die Ergebnisse sollen für alle Lehrerinnen und Lehrer abrufbar gemacht werden. „Wir wollen gemeinsam ein Konzept erarbeiten, damit wir die Mittel aus dem Digitalpakt Schule von Bund und Ländern sinnvoll einsetzen können“, sagte Winfried Ottmann. Dem Main-Kinzig-Kreis stehen hierfür 17,9 Millionen Euro zur Verfügung. Eine wichtige Voraussetzung für die Umsetzung des Digitalpakts ist es, dass die Schulen über schnelles Internet verfügen. Das ist im Main-Kinzig-Kreis bereits seit vergangenem Sommer an allen 100 Schulen im Kreisgebiet der Fall.

Wie Schulleiterin Jahn erläuterte, verfügt die Grundschule seit 2014 über einen mit Rechnern ausgestatteten Computerraum, zwei Beamer und eine Dokumentenkamera. Letztere könnte jedoch überflüssig werden, denn die Tablets lassen sich bequem an das Beamer-System anschließen. Die neue Technik ist in der Grundschule Vollmerz sehr willkommen. „Wir haben im Kollegium schon viele Ideen entwickelt“, erklärte die Schulleiterin und lobte insbesondere die beiden Lehrerinnen Julia Pittana und Ester Dargatz für ihre Vorarbeit zur Umsetzung von Unterricht mit moderner Technik. Die Lehrerinnen hospitierten an einer Förderschule und haben sich dort über die Einsatzmöglichkeiten von Tablets im Unterricht informiert. Auch an Fortbildungen nahmen sie teil. Hier machte Winfried Ottmann auf die Fortbildungsmöglichkeiten für Lehrkräfte bei den Bildungspartnern Main-Kinzig aufmerksam. „Dieses Weiterbildungsangebot haben schon zahlreiche Lehrerinnen und Lehrer genutzt, die Nachfrage ist groß“, stellte der Schuldezernent erfreut fest. Die viele Mühe bei der Vorbereitung von gutem, digital begleitetem Unterricht lohnt sich, davon ist Schulleiterin Sabine Jahn überzeugt. Sie stellt fest: „Die Kinder sind durch die moderne Technik leichter zu motivieren.“ Seit drei Jahren gibt es in Vollmerz eine Computer-AG für die dritte und vierte Klasse. In Vollmerz gehen zurzeit 30 Jungen und Mädchen zur Schule. Dort sollen die Tablets auch im Themenbereich Gesundheit eingesetzt werden. Denn die Grundschule hat seit November 2019 das Zertifikat „Gesundheitsfördernde Schule“. Die Kinder werden jahrgangsübergreifend unterrichtet, es gibt zahlreiche Bewegungsangebote. Die Schule bietet außerdem eine Nachmittagsbetreuung bis 16 Uhr an. Eine wichtige Stütze ist der Schulförderverein, ohne den viele Projekte nicht zu verwirklichen wären, erklärte Sabine Jahn. So holen Mitglieder des Fördervereins zum Beispiel das Mittagessen für die Kinder von einer nahe gelegenen Metzgerei. Auch in der Nachmittagsbetreuung engagiert sich der Förderverein und sammelt Spenden für die Ausstattung der Schule.