Kreis unterstützt Projekte der Umweltschulen mit Zuschuss

pm-img
Kreisbeigeordneter Winfried Ottmann (rechts) mit Vertreterinnen und Vertretern der Umweltschulen im Main-Kinzig-Kreis, die einen Zuschuss des Kreises für ihre Projekte erhielten.

06.01.2020. - Als Anerkennung für ihre Leistungen und ihr Engagement im Umweltschutz hat Kreisbeigeordneter und Schuldezernent Winfried Ottmann neun Umweltschulen aus dem Main-Kinzig-Kreis, die kürzlich in Großkrotzenburg vom Land Hessen dafür ausgezeichnet worden sind, einen Zuschuss in Höhe von jeweils 200 Euro überreicht. Die Auszeichnung „Umweltschule – Lernen und Handeln für unsere Zukunft“ haben die Herzberg-Grundschule Gelnhausen-Roth, die Alteburg-Schule Biebergemünd, das Grimmelshausen-Gymnasium Gelnhausen, die Kreisrealschule Bad Orb, die Adolf-Reichwein-Schule Rodenbach, die Heinrich-Böll-Schule Bruchköbel, die Georg-Büchner-Schule Erlensee, die Beruflichen Schulen Gelnhausen und die Integrierte Gesamtschule Nidderau erhalten. Vergeben wird die Auszeichnung vom Hessischen Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz sowie vom hessischen Kultusministerium.

Das Treffen mit Vertreterinnen und Vertretern der einzelnen Schulen nutzte Winfried Ottmann zum einen, um sich einen Überblick über die aktuellen Projekte im Bereich Umweltbildung und ökologische Bildung zu verschaffen, aber auch, um zu erfahren, wo der Kreis bei neuen Projekten Hilfestellungen geben kann. Etwa wenn es darum geht, zusätzliche Behältnisse zur Mülltrennung zur Verfügung zu stellen. Die Mülltrennung und die Müllvermeidung ist in vielen der Schulen ein wichtiges Thema. Ebenso wie der Anbau von Obst und Gemüse im Schulgarten. Einige Schulen bewirtschaften mit Unterstützung der Schülerschaft Gärten, in denen Obst- und Gemüse wachsen, wie die Alteburg-Schule. So wurde unter anderem auf einem brachliegenden Gelände ein Garten geschaffen, in dem Äpfel, Kartoffeln und anderes Gemüse angebaut werden. So lernen Kinder, wie gut selbst angebaute Lebensmittel schmecken. Auch die Müllvermeidung ist ein wichtiges Thema.

In der Herzberg-Schule wurden Schmetterlinge gezüchtet und die Fortschritte dokumentiert. Anschließend wurden die Schmetterlinge im Schulgarten freigelassen. Auch ein Insektenhotel dient den Kindern als Anschauungsobjekt. In einem weiteren Projekt ging es bei den vierten Klassen um Kinderrechte und insbesondere das Recht auf eine intakte Umwelt. Die Kinder befassten sich aber auch mit dem Thema Plastikmüll. Am Grimmelshausen-Gymnasium wird zum Thema europäische Wildkatze geforscht. Hierfür wurden Lockstoffe im Stadtwald und im Jossgrund ausgelegt, um durch Haarproben einen Nachweis zu erhalten, dass dort Wildkatzen leben. Die Schule hat dabei mit der Senckenberg-Gesellschaft für Naturforschung in Gelnhausen zusammengearbeitet. In der Kreisrealschule in Bad Orb wurden Schülerinnen und Schüler zum Barfußpfad-Führer ausgebildet. Dabei ging es unter anderem auch um Sport, Geocaching und einen Imagefilm. Außerdem laufen Planungen für einen Schulgarten – den haben sich die jungen Leute gewünscht.

In der Adolf-Reichwein-Schule wurde zum Beispiel eine „Schülerfirma“ gegründet. Dort werden fair gehandelte Produkte ausgeliehen oder verkauft. Dabei lernen die Schülerinnen und Schüler, dass Kleinbauernfamilien in Entwicklungs- und Schwellenländern bessere Preise für ihre Erzeugnisse erhalten und dass durch Fairtrade nicht nur menschenwürdige Arbeitsbedingungen auf den Plantagen und Betrieben eingeführt werden, sondern auch die Umwelt geschont wird. Fairtrade ist auch in der Kreisverwaltung ein wichtiges Anliegen, denn der Main-Kinzig-Kreis ist auf dem Weg, „Fairtrade Landkreis“ zu werden.

Einen Schulgarten mit einem Teich gibt es an der Heinrich-Böll-Schule. Das lange brach liegende Gewächshaus ist jetzt ein Naturlehrhaus, in dem Ausstellungen stattfinden. Die Schülerinnen und Schüler haben Insektenhotels und Futterhäuser gebaut und diese verkauft. Die Mülltrennung mit einem gut funktionierenden Trennsystem ist das nächste Projekt. Auf dem Gelände der Georg-Büchner-Schule wurden Schlafplätze für Gartenschläfer geschaffen. Dabei handelt es sich um kleine, nachtaktive Nagetiere aus der Familie der Bilche, die in ihrem Bestand gefährdet sind. Angelegt wurden außerdem Streuobst- und Blühwiesen. In der Schule soll möglichst wenig Plastikmüll entstehen. Geplant ist ein kleiner Schulzoo mit Meerschweinchen. Auch in den Schulgebäuden wird die Natur durch begrünte Innenräume erlebbar.

An den Beruflichen Schulen in Gelnhausen laufen ebenfalls mehrere Projekte. Die Schule verfügt über eine eigene Obstpresse, um Apfelsaft zu erzeugen. Außerdem wurden Becher entworfen, um die Flut an Einwegbechern einzudämmen – mit Erfolg. Der Kaffee im eigenen Becher kostet im Schulkiosk 30 Cent weniger. Sogenannte „No-waste-Becher“ - „Kein-Aball-Becher“ sind schon seit Jahren an der Integrierten Gesamtschule in Nidderau im Einsatz. Die Becher halten etwa zehn Jahre lang und sind kompostierbar. Die Schule hat bereits vor 25 Jahren Obstbäume gepflanzt und es gibt ein Imkerprojekt. Nun steht das Thema Fairtrade an.

„In den Schulen des Main-Kinzig-Kreises gibt es ein breites Spektrum an beeindruckenden Umweltprojekten. Das ist eine gute Sache, wir unterstützen das sehr gerne“, sagte Winfried Ottmann zu den Lehrkräften und bot ihnen Hilfe bei der Vernetzung an. „Ich bedanke mich bei Ihnen für Ihr Engagement und Ihre Mitarbeit“ sagte der Schuldezernent.