Simmler besucht Start-up-Unternehmen „Film Deines Lebens“

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Holger Heinemann (links) filmt Lebenserinnerungen und hat mit Fördergeldern aus dem kreiseigenen Programm „Ländlicher Raum“ in Lettgenbrunn ein Filmstudio eingerichtet. Darüber informierten sich Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler und der Jossgrunder Bürgermeister Rainer Schreiber.

03.12.2019. - Was bleibt nach dem Leben von einem Menschen als Erinnerung übrig? Ein paar Fotografien? Eine alte Sprachansage auf dem Anrufbeantworter? Briefe und Tagebucheinträge? Diese Frage hat Holger Heinemann lange beschäftigt. Im Jossgrunder Ortsteil Lettgenbrunn hat sich der Geschäftsführer eines Fensterbaubetriebes einen Herzenswunsch erfüllt und ein Start-up-Unternehmen gegründet. Dieses bietet Menschen die Möglichkeit, ihre Erinnerungen in mehreren Kapiteln vor der Kamera zu erzählen. „Film Deines Lebens“ heißt die ungewöhnliche Projekt-Idee, die vom Main-Kinzig-Kreis gefördert wird.

Etwas Vergleichbares habe er auf dem Markt kaum gefunden, sagt Holger Heinemann im Gespräch mit der Ersten Kreisbeigeordneten Susanne Simmler und dem Jossgrunder Bürgermeister Rainer Schreiber. Beide informierten sich über die Geschäftsidee und zeigen sich fasziniert von den Möglichkeiten dieser visuellen Biografien. Diese zeigen den Porträtierten – anders als es in geschriebenen Biografien möglich ist - in seiner Gesamtheit: Wie spricht dieser Mensch, wie bewegt er sich, wie ist sein Gesichtsausdruck? „Ich kann mir gut vorstellen, dass es einen Markt für dieses Angebot gibt“, sagt Susanne Simmler. Nicht jedem falle es leicht, seine Gedanken zu Papier zu bringen. „Hier kommt man rein, setzt sich gemütlich hin und wird sensibel durch das Gespräch begleitet“, stellt die Erste Kreisbeigeordnete fest.

Das Start-up hat seinen Sitz mit gutem Grund mitten im Grünen, im Spessart: Hier können die Menschen zur Ruhe kommen, die Landschaft genießen und sich bei einem Spaziergang mit dem Interviewer vertraut machen, erläutert Heinemann. „In Frankfurt wäre das nicht möglich“, unterstreicht Heinemann. Untergebracht werden die Gäste für den zweitägigen Aufenthalt im nahe gelegenen Gasthof.

„Das ist eine tolle Idee, gerade vor dem Hintergrund, dass unsere älteren Mitmenschen wertvolle Zeitzeugen sind und diese Generation irgendwann verschwindet“, erklärt Susanne Simmler. Denn die Erinnerungen eines Menschen zu dokumentieren, seine „Lebenslinien“ für die Nachwelt festzuhalten, sei eine spannende Sache und ein Alleinstellungsmerkmal. Zudem seien durch die außergewöhnliche Geschäftsidee positive Effekte für Lettgenbrunn und den Spessart zu erwarten. Deshalb habe sich der Main-Kinzig-Kreis entschlossen, den Antrag von Holger Heinemann auf Förderung durch das kreiseigene Programm „Ländlicher Raum“ als innovatives Projekt zu bewilligen und die Umsetzung des Vorhabens zu unterstützen.