„Wir wollen Solidarität zeigen“: Infostand zu Welt-Aids-Tag

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Erste Kreisbeigeordnete und Gesundheitsdezernentin Susanne Simmler (rechts) informierte sich am Stand des Gesundheitsamtes und der Aids-Hilfe Hanau, hier mit (von links) Dr. Siegfried Giernat, Carmen Waldmann (Gesundheitsberichterstattung und Bürgerinformation) und Dijana Kuduzovic (Praktikantin).

29.11.2019. - Die weltweite Bedrohung durch Aids ist unverändert hoch. Dessen ist sich jedoch kaum noch jemand bewusst. Besonders jüngere Menschen halten Aids fälschlicherweise für heilbar. Auf dieses wichtige Thema machten die Mitarbeiterinnen des Gesundheitsamtes und der Aids-Hilfe Hanau an einem Stand im Bürgerportal des Main-Kinzig-Forums in Gelnhausen aufmerksam. Anlässlich des Welt-Aids-Tages am 1. Dezember ist es dem Main-Kinzig-Kreis ein besonderes Anliegen, insbesondere junge Menschen über diese gefährliche Infektionskrankheit zu informieren. „Wir wollen Solidarität zeigen mit Menschen, die sich mit HIV infiziert haben und die an Aids erkrankt sind“, erklärte Erste Kreisbeigeordnete und Gesundheitsdezernentin Susanne Simmler bei ihrem Besuch am Infostand zum Welt-Aids-Tag. Dieser stand in diesem Jahr unter dem Motto: „Mit HIV kann man heute leben – mit Diskriminierung nicht“. Es handelt sich bei dem Virus um ein menschliches Abwehrschwäche-Virus, welches das körpereigene Immunsystem schädigt.

Auf dem Tisch des Infostands waren schon die kleinen Solidaritäts-Bärchen zum Verkauf platziert, inmitten von Flyern, Broschüren – und natürlich Kondomen. Denn die Verwendung dieser Verhütungsmittel ist immer noch die sicherste Möglichkeit, sich vor einer Ansteckung zu schützen. Die Plakate mit zum Teil frechen Sprüchen („Egal worauf ihr steht, verwendet Kondome“) sollten dabei helfen, die Hemmschwelle bei den Besucherinnen und Besuchern des Forums, aber auch den Beschäftigten der Kreisverwaltung, abzubauen. Nach wie vor sind die Begriffe Aids-Erkrankung und HIV-Infektion Tabu-Themen, weiß Susanne Simmler. „Wir wollen Aufklärungsarbeit leisten, damit Erkrankte nicht von der Gesellschaft stigmatisiert werden“, sagte die Gesundheitsdezernentin im Gespräch mit Dr. Siegfried Giernat, dem Leiter des Gesundheitsamtes. Es gehe darum, Solidarität mit allen Betroffenen zu zeigen und auch mit Menschen, die den Erkrankten nahestehen.

Zwischen dem Gesundheitsamt und der Aids-Hilfe Hanau besteht seit Jahren ein Kooperationsvertrag. Die Aids-Hilfe Hanau erhält für Präventionsveranstaltungen vom Gesundheitsamt jährlich einen Zuschuss in Höhe von 11.250 Euro. Ziel ist es, insbesondere junge Menschen über die gefährliche Infektionskrankheit Aids aufzuklären und sie darüber zu informieren, wie sie sich und andere schützen können.

Nach Angaben des Robert-Koch Instituts lebten in Deutschland nach einer aktuellen Schätzung Ende 2018 rund 87.900 Menschen, die sich mit HIV infiziert haben oder an Aids erkrankt sind. Davon haben sich geschätzt 2.400 Menschen im Jahr 2018 infiziert. 440 HIV-infizierte Menschen starben im Jahr 2018. In der Gruppe mit den 87.900 Betroffenen stellen Männer, die Sexualkontakte zu Männern haben, mit 54.200 die größte Gruppe. Etwa 10.900 Personen haben sich über heterosexuelle Kontakte infiziert. Etwa 8.200 HIV-Infektionen gehen laut Angaben des Robert-Koch-Instituts auf intravenösen Drogengebrauch zurück. Wie Siegfried Giernat erläutert, sieht das Infektionsschutzgesetz in Deutschland keine Meldepflicht von HIV und Aids vor. Deshalb liegen auch keine Zahlen aus dem Main-Kinzig-Kreis vor. Es wird jedoch im Vergleich zu anderen westeuropäischen Ländern von niedrigen Infektionszahlen in Deutschland ausgegangen. „Dennoch dürfen die Präventionsanstrengungen nicht nachlassen“ – darin sind sich Susanne Simmler und Dr. Siegfried Giernat einig.