Simmler kritisiert Geschäftsführung von Thermo Fisher

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Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler (Mitte) hat sich in Langenselbold mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Thermo Fisher getroffen.

25.11.2019. - „Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Thermo Fisher sind sich einig, sie haben das satt, was sie an Herablassungen und demonstrativer Kompromisslosigkeit seitens der Firmenleitung erfahren haben. Sie haben aktuell keine Chance, aktiv über die Zukunft ihres Betriebs und ihrer Arbeitsplätze mitzuverhandeln und sind deshalb zurecht stinksauer“, fasst Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler zusammen. Sie hatte sich in der vergangenen Woche auf Einladung des Betriebsrats am Standort Langenselbold über den Stand der Auseinandersetzungen zu geplanten Stellenstreichungen informiert. „Es herrscht nach Ansicht des Betriebsrats gerade eine Firmenpolitik, die auf Spaltung angelegt ist. So geht man mit der Arbeitnehmerseite aber nicht um“, so Simmler.

Seit Frühjahr 2018 kämpfen in Langenselbold die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gegen den von der Geschäftsführung angekündigten Abbau von rund 100 Stellen. Verhandlungen endeten vor geraumer Zeit ohne Ergebnis. Die Wiederaufnahme der Gespräche scheitere dabei nicht an den Arbeitnehmern, wie diese der Ersten Kreisbeigeordneten versicherten.

„Der Main-Kinzig-Kreis hat sich klar hinter die Belegschaft gestellt. Wir haben im Sommer einstimmig im Kreistag gefordert, dass der Arbeitgeber an den Verhandlungstisch zurückkehren muss, dass es vertrauensvolle Gespräche geben muss, auch mit der Gewerkschaft. Es ist ernüchternd, dass sich in diesem Konflikt in den vergangenen Wochen praktisch nichts mehr bewegt hat“, sagt Susanne Simmler.

Die Lösung soll nun eine Einigungsstelle bringen, die am Dienstag (26.11.) zum ersten Mal tagt. Es steht die Befürchtung im Raum, dass die Geschäftsleitung weiterhin keine Kompromissfähigkeit zeige, auf Zeit spiele und die Einigungsstelle nur als Feigenblatt betrachte, um letztlich doch noch so viele Stellen wie möglich abzubauen, berichtet Simmler.

„Es ist unerhört, die Frauen und Männer wenige Wochen vor Weihnachten im Unklaren zu lassen mit dem Ziel, aus dieser Verunsicherung Kapital zu schlagen“, kritisiert Susanne Simmler und sieht leidlich bekannte Muster darin. „Diese Spielchen kennen wir im Main-Kinzig-Kreis aus anderen Industriebetrieben. Um es klar zu sagen: Das Wirtschaftssystem in Deutschland beruht auf einem Ausgleich der Interessen, was sich gerade in Konfliktfällen sehr bewährt hat. Hier behält grundsätzlich nicht das Prinzip der Profitmaximierung die Oberhand. Wer das glaubt, unterschätzt die Geschlossenheit der Mitarbeiter, der Gewerkschaften und unserer Region.“ Sie drückte im Gespräch mit den Angestellten die Solidarität der Kreisspitze und der Kreisgremien auf und wünschte für das weitere Procedere vor der Einigungsstelle Durchhaltevermögen, Geschlossenheit und Erfolg.