Fairtrade-Landkreis: Immer mehr Akteure schließen sich an

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Bei verschiedenen Gelegenheiten warben Alice Engel-Kanani (links) und der Main-Kinzig-Kreis für die Kampagne Fairtrade-Landkreis Main-Kinzig, hier bei „Kinzigtal Total“.

22.11.2019. - Auf dem Weg zum Fairtrade-Landkreis nimmt der Main-Kinzig-Kreis Etappe um Etappe. Immer mehr Akteure aus Einzelhandel und Gastronomie, von Kirchengemeinden, Vereinen und Schulen schließen sich der kreisweiten Kampagne Fairtrade-Landkreis Main-Kinzig an, für die im Herbst 2018 der Startschuss fiel. Alle eint das Ziel, vor Ort zwischen Maintal und Sinntal für einen fairen Handel mit fairen Preisen, verlässlichen Handelspartnerschaften und nachhaltiger Produktion ohne ausbeuterische Kinderarbeit und Zwangsarbeit zu sensibilisieren.

„In unserer Region wächst zunehmend das Bewusstsein für gerechte Produktionsbedingungen sowie soziale und umweltschonende Herstellungs- und Handelsstrukturen“, ziehen Landrat Thorsten Stolz und die Projektbeauftragte Alice Engel-Kanani eine Zwischenbilanz. „Der Steuerungsgruppe, die alle Aktivitäten im Main-Kinzig-Kreis koordiniert, gehören mittlerweile engagierte Persönlichkeiten aus Nidderau, Erlensee, Hanau, Gelnhausen, Rodenbach und Brachttal an. Heimische Weltläden engagierten sich genauso wie die Industrie- und Handelskammer und die Kirchen.“

Gemeinsam laden sie weitere interessierte Gastronomen, Einzelhändler, Kirchengemeinden, Schulen und Vereine ein, sich als Projektpartner an der Kampagne zu beteiligen. Ziel ist im kommenden Jahr die erfolgreiche Zertifizierung als Fairtrade-Landkreis, der Akteure aus Zivilgesellschaft, Politik und Wirtschaft vernetzt, den fairen Handel auf kommunaler Ebene fördert und den Nachhaltigkeitsgedanken in alle Generationen und Gesellschaftsschichten trägt.

Um sich als Projektpartner in die Fairtrade-Kampagne einzubringen, sehen die Zertifizierungskriterien für Gastronomen und Einzelhändler vor, dass mindestens zwei Produkte aus fairem Handel angeboten werden müssen. Schulen, Vereine und Kirchen sollten ebenfalls Fairtrade-Produkte verwenden und ihren Vereinsmitgliedern, Schülern und Gemeindemitgliedern Bildungsangebote zum fairen Handel unterbreiten.

Alice Engel-Kanani weiß aus ihrer praktischen Arbeit, wie einfach es für Projektpartner ist, diese Kriterien zu erfüllen: „Schulen können das Thema Fairtrade in den Unterricht oder Projekttage integrieren, Lehrerinnen und Lehrer im Lehrerzimmer auf Fairtrade-Kaffee umstellen und Ausflüge zu den örtlichen Weltläden organisieren.“ Die Projektbeauftragte des Main-Kinzig-Kreises berichtet von Kirchengemeinden, die auf Pfarrfesten und nach Gottesdiensten Produkte aus fairem Handel verkaufen, das Thema im Konfirmations- und Kommunionsunterricht besprechen und mit den örtlichen Weltläden kooperieren. „Und auch Vereine haben vielfältige Möglichkeiten, beispielsweise indem sie Bälle aus fairem Handel und Bekleidung aus Fairtrade-Baumwolle einsetzen und auf fair gehandelten Kaffee umsteigen“, so Engel-Kanani.

Für eine erfolgreiche Zertifizierung als Fairtrade-Landkreis durch den Dachverband TransFair e.V. müssen sich im Main-Kinzig-Kreis mindestens 28 Gastronomiebetriebe, 52 Einzelhandelsgeschäfte, drei Schulen, drei Kirchengemeinden und drei Vereine als Projektpartner in die Kampagne einbringen. „Aktuell suchen wir hauptsächlich noch ein gutes Dutzend Gastronomen, um die Kriterien zu erfüllen, freuen uns aber auch über weitere Projektpartner aus allen anderen Bereichen. Je mehr Schultern die Kampagne tragen, desto nachhaltiger können wir gemeinsam den Fairtrade-Gedanken in den Main-Kinzig-Kreis tragen“, betont Alice Engel-Kanani.

Gemeinsam mit der Steuerungsgruppe hat sie in diesem Jahr selbst bereits zahlreiche öffentliche Aktionen initiiert. Dazu zählen Infostände auf der Wächtersbacher Messe und beim Radlersonntag „Kinzigtal total“, Vorträge beim IHK-Tourismus-Treff in Birstein und beim Nachhaltigkeits-Symposium in Gelnhausen sowie eine Verteilaktion fair gehandelter Rosen zum Weltfrauentrag in mehreren Main-Kinzig-Kommunen.

Ein schöner Beleg für das zunehmende Bewusstsein für faire Produkte und Nachhaltigkeit ist übrigens auch die Zahl der Fairtrade-Towns, die im Main-Kinzig-Kreis kontinuierlich wächst. Bereits zertifiziert oder auf dem Weg dorthin sind Gelnhausen, Erlensee, Rodenbach, Bruchköbel, Großkrotzenburg, Hanau, Langenselbold, Maintal, Nidderau und Wächtersbach. „Als Fairtrade-Landkreis wird es dann auch unsere Aufgabe sein, die Aktivitäten unserer Fairtrade-Towns zu vernetzen und zu unterstützen, beispielsweise durch Veranstaltungen, abgestimmte Projekte und umfangreiche Netzwerkarbeit“, so Alice Engel-Kanani.

Gastronomische Betriebe, Einzelhändler, Kirchengemeinden, Schulen und Vereine, die sich an der Kampagne Fairtrade-Landkreis Main-Kinzig beteiligen möchten, können sich direkt an Alice Engel-Kanani, Telefon 06051 8510065, E-Mail: alice.engel-kanani@mkk.de, wenden. Weitere Informationen finden Interessierte online hier .

In der Adventszeit auf fair gehandelte Produkte setzen

Main-Kinzig-Kreis. – „Die Advents- und Weihnachtszeit ist die ideale Gelegenheit, Akzente für fair gehandelte Produkte zu setzen“, appellieren Landrat Thorsten Stolz und Alice Engel-Kanani, Projektbeauftragte des Kreises für die Kampagne Fairtrade-Landkreis Main-Kinzig. Dabei denken sie an fair gehandelten Kaffee, Tee oder Schokoladen-Produkte für die Adventskaffee- und Weihnachtstafel, Weine aus fairer Produktion und fair gehandelte Weihnachtsgeschenke, die es heutzutage nicht mehr nur in Weltläden, sondern auch in zahlreichen Einzelhandelsgeschäften und Lebensmittelmärkten zu kaufen gibt. „Alle fair gehandelten Produkte sind ganz einfach am Fairtrade-Logo, dem Siegel für Fairen Handel zu erkennen“, so Thorsten Stolz und Alice Engel-Kanani. Der Main-Kinzig-Kreis selbst geht übrigens bereits seit mehr als zwei Jahren mit gutem Beispiel voran: In den Büros von Landrat Thorsten Stolz, Erster Kreisbeigeordneten Susanne Simmler und Kreisbeigeordnetem Winfried Ottman wird Kaffee und Zucker aus fairem Handel angeboten. Gleiches gilt bei allen Sitzungen des Kreistags und des Kreisausschusses.