Schulterschluss für die Digitalisierung des Mittelstands

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„Den kleinen und mittelständischen Unternehmen schnell und ganz praktisch helfen“: Kreisbeigeordneter Winfried Ottmann im Gespräch mit Jochen Werner, Bernd Henkel (je Globalcarrier telecom), Dominick Rieth und Walter Dreßbach (je Kreisverwaltung).

21.10.2019. - Kreisbeigeordneter Winfried Ottmann hat mit Jochen Werner und Bernd Henkel von Globalcarrier telecom in Schlüchtern über eine zügigere Digitalisierung des Mittelstands gesprochen. „Wir eröffnen als Kreis vielen Unternehmen die Möglichkeit, sich einen Glasfaseranschluss in die Firmenräume legen zu lassen. Wir überwinden bürokratische Hürden, durchaus keine kleinen. Wir wollen aber noch mehr tun für jene Unternehmerinnen und Unternehmer, die nicht in Gewerbegebieten angesiedelt sind“, sagte Ottmann. „Denn nur wenn uns das gelingt, halten wir diese Firmen auch in unseren Ortsmitten und im ländlichen Raum.“

Daraus entspann sich in den Räumlichkeiten von Globalcarrier eine lebhafte Diskussion. Denn das Bestreben des Wirtschaftsdezernenten traf bei Jochen Werner und Bernd Henkel auf fruchtbaren Boden. „Ich sehe den Bedarf bei den Unternehmen, und zwar unabhängig welchen Typs und welcher Größe. Gleichzeitig dürften die Auflagen und hohen Kosten eine nicht unerhebliche Rolle spielen, weshalb die jeweilige Geschäftsführung nicht den nächsten Schritt hin zur Umsetzung geht“, sagte Geschäftsführer Werner. Bernd Henkel, Sales Director bei Globalcarrier, ergänzte: „Ganz sicher wird jedem Unternehmer die Notwendigkeit klarer, wenn es sich vergegenwärtigt, wie eine moderne Firma mittelfristig aufgestellt sein muss, und da reicht schon ein eher überschaubarer zeitlicher Rahmen von fünf Jahren.“

Die Anknüpfungspunkte zwischen dem Main-Kinzig-Kreis und Globalcarrier telecom waren also vielfältig. Das Unternehmen mit Sitz in Vollmerz ist unter anderem im Bereich Einbau, Verlegung und Konfektionierung von Spezialkabel für TV, Internet und Telefonie tätig, damit auch den Aufbau und Installation von Gebäudenetzwerktechnik. Zu den Geschäftsfeldern gehört die Beratung und das Projektmanagement für Netzinstallation sowie den Netzausbau. Jochen Werner als Kopf des heute 83 Mitarbeiter starken Unternehmens war 2018 nominiert als „Unternehmer des Jahres“ des Bundesverbands Mittelständische Wirtschaft im Main-Kinzig-Kreis (BVMW).

Michael Graf, Geschäftsführer des BVMW, nahm ebenfalls an der Gesprächsrunde in Schlüchtern teil und konnte einige Beispiele unterversorgter Betriebe nennen. „Der Main-Kinzig-Kreis ist anderen Landkreisen um Längen voraus, was die Versorgung mit schnellem Internet angeht und forciert den weiteren Ausbau. Das ist gut und wichtig, die Möglichkeiten sind also vorhanden, ebenso wie die EDV-Schwächen in Teilen des Mittelstands. Wir müssen das eine mit dem anderen in höherem Maße zusammenbringen“, sagte Graf.

Beim einmaligen Austausch zwischen Ottmann und Globalcarrier solle es nicht bleiben, erklärte der Kreisbeigeordnete. Er sprach die Einladung aus, die Ideen in der Kreisverwaltung zu vertiefen. „Wir müssen parallel vorgehen, um schneller voranzukommen. Wir brauchen die Aufklärung und Sensibilisierung im Bereich der Wirtschaft, und da freue ich mich über jeden Mitstreiter. Wir brauchen gleichzeitig eine Vereinfachung und Förderung des Glasfaserausbaus für den heimischen Mittelstand. Hier braucht es den politischen Schulterschluss", erklärte Kreisbeigeordneter Ottmann. Er kündigte an, konkrete Lösungen schon in Kürze mit dem Land Hessen zu besprechen. „Ich will den kleinen und mittelständischen Unternehmen gerne schnell und ganz praktisch helfen und glaube auch an einen einigermaßen großen Spielraum für die kommunale Ebene. Aber die alleine wird es nicht schaffen, wenn nicht zumindest mal das Land Hessen unterstützend mit im Boot ist.“