Hilfestellungen/soziale Notlagen

Der Main-Kinzig-Kreis und die kommunalen Verwaltungen tun in der Corona-Krise alles, um den Menschen durch die schwierige Zeit zu helfen. Das Kreis-Sozialamt und das Kommunale Center für Arbeit - Jobcenter sichern zu, dass Leistungen pünktlich bezahlt werden.

Es gibt Telefonberatungen für Eltern, Kinder und Jugendliche.

Die Rathäuser haben Telefonnummern eingerichtet, die Fragen zu Hilfsangeboten der örtlichen Versorgung beantworten. Die Rufnummern und Zeiten der Bürgertelefone entnehmen Sie den jeweiligen Internetseiten der Städte und Gemeinden.

Hilfe für Familien

Wenn Eltern ihre Kinder wegen der Kita- und Schulschließungen zu Hause betreuen müssen, können sie eine finanzielle Entschädigung für den Verdienstausfall beantragen. Die Entschädigung erfolgt nach dem Infektionsschutzgesetz . Anträge können hier gestellt werden. Aktuelle Hinweise gibt das Regierungspräsidium Darmstadt .

Als Teil des Konjunkturpakets der Bundesregierung erhalten Eltern einen einmaligen Kinderbonus von 300 Euro. Er muss nicht eigens beantragt werden und wird in der Regel im September und Oktober 2020 in zwei Raten à 200 und 100 Euro überwiesen. >>Informationen zum Kinderbonus
Auch Familien, die auf Grundsicherung angewiesen sind, profitieren, denn anders als das Kindergeld wird der Kinderbonus nicht auf Hartz-IV-Leistungen angerechnet. Bei getrennten Eltern erhält der alleinerziehende Elternteil den Kinderbonus mit dem Kindergeld ausgezahlt. Der Barunterhaltspflichtige kann dann über das Unterhaltsrecht die Hälfte der Kinderbonuszahlungen von seiner Zahlung abziehen, wenn er Mindestunterhalt oder mehr leistet oder das Kind hälftig betreut. Alleinerziehende erhalten eine steuerliche Entlastung. Der Entlastungsbetrag wird rückwirkend zum 1. Juli 2020 auf 4.008 Euro erhöht. Die Erhöhung gilt 2020 und 2021.

Für Familien mit geringem Einkommen gibt es in der Krisenzeit einen Notfall-Kinderzuschlag (Notfall-KiZ). Er kann bei der Familienkasse der Agentur für Arbeit Hanau beantragt werden. Informationen finden Sie hier:

Notfall-Kinderzuschlag (PDF)

Das Staatliche Schulamt hat ein schulpsychologisches Beratungstelefon geschaltet: montags bis freitags zwischen 9 und 12 Uhr unter der Telefonnummer 06181/90 62 103.

Anonyme Online-Beratung bietet die Bundeskonferenz für Erziehungsberatung (bke): www.bke-jugendberatung.de , www.bke-elternberatung.de oder https://www.zkjf.de/ .

Das Hilfetelefon bei sexuellem Kindesmissbrauch ist unter der Rufnummer 0800/22 55 530 zu erreichen: Montag, Mittwoch und Freitag von 9 bis 14 Uhr, Dienstag und Donnerstag von 15 bis 17 Uhr. Wenn statt telefonischer Beratung bei sexuellem Kindesmissbrauch Rat per E-Mail gewünscht ist, hilft das Online-Portal save-me-online.de .

Pflegebedürftige Angehörige

Für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen ist es eine schwere Zeit. Die Pflegebedürftigen sind durch das Coronavirus besonders gefährdet. In der Tagespflege und in Pflegeeinrichtungen gelten Corona-bedingte Einschränkungen. Besuche und Freizeitaktivitäten sind reglementiert.

Wie Angehörige mit dieser Situation umgehen können, dazu gibt es hilfreiche Hinweise in >>diesem Leitfaden.

Erweiterung der Pflegeunterstützungsverordnung in Zeiten von Corona
Das Hessische Ministerium für Soziales und Integration öffnet die Angebote der Unterstützungsleistungen im Alltag um „Dienstleistungen bis zur Haustür“. Pflegebedürftige ab Pflegegrad 1 haben laut Sozialgesetzbuch zunächst bis zum 31.12.2020 einen Anspruch auf €125 pro Monat, die sie für sogenannte qualitätsgesicherte Entlastungs- und Betreuungsleistungen nutzen können.
>> Erweiterung der Pflegeunterstützung (pdf-Datei).

Leistungen des Sozialamts

Wir sind für Sie telefonisch erreichbar und versuchen möglichst alle Anliegen mit Ihnen fernmündlich zu klären.

Persönliche Vorsprachen sind nur in begründeten Einzelfällen nach vorheriger telefonischer Vereinbarung möglich.

Wenn Sie einen neuen Antrag auf Leistungen stellen möchten, laden Sie diesen bitte herunter. Sie können den Antrag am Rechner ausfüllen und uns per E-Mail senden an:

Bereich

Sozialhilfe / Grundsicherung
Sozialhilfe-grundsicherung@mkk.de
Bestattungsbeihilfen
Sozialhilfe-bestattungen@mkk.de
Bundesteilhabegesetz
BTHG@MKK.de
Leben im Alter
Leben-im-Alter@mkk.de
Stationäre Pflege / Eingliederungshilfe / ambulante Pflege
Pflege-Teilhabe@mkk.de
Bildung und Teilhabe
Bildung-und-Teilhabe@mkk.de
Wohnen / Krankenhilfe
Fachstelle-Wohnen@mkk.de

Wir prüfen diesen so schnell wie möglich und setzen uns mit Ihnen zeitnah in Verbindung.

Wenn Sie Unterlagen abgeben möchten, nutzen Sie bitte unseren Briefkasten vor Ort, der mehrfach täglich geleert wird.

Wenn Sie Unterlagen abgeben möchten, nutzen Sie bitte unseren Briefkasten vor Ort, der mehrfach täglich geleert wird. Senden Sie uns gerne Ihre Anträge, Unterlagen und sonstige Anfragen per E-Mail. Zu diesem Zweck nutzen Sie bitte die folgenden E-Mail-Adressen:

Bereich

Sozialhilfe / Grundsicherung
Sozialhilfe-grundsicherung@mkk.de
Bestattungsbeihilfen
Sozialhilfe-bestattungen@mkk.de
Bundesteilhabegesetz
BTHG@MKK.de
Leben im Alter
Leben-im-Alter@mkk.de
Stationäre Pflege / Eingliederungshilfe / ambulante Pflege
Pflege-Teilhabe@mkk.de
Bildung und Teilhabe
Bildung-und-Teilhabe@mkk.de
Wohnen / Krankenhilfe
Fachstelle-Wohnen@mkk.de

Wir akzeptieren Nachweise in elektronischer Form: Machen Sie ein Handy-Foto von den benötigten Unterlagen und schicken Sie uns die Datei an den digitalen Briefkasten des jeweiligen Fachbereichs. Bitte nutzen Sie nicht die E-Mail Adressen Ihrer zuständigen Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner. Denn im Fall einer Erkrankung können wir sonst nicht gewährleisten, dass wir Ihr Anliegen bearbeiten.

Wir werden alle Leistungen, deren Bewilligungszeitraum zwischen dem 31.03.2020 und dem 31.12.2020 endet, unter der Annahme, dass keine Veränderungen eingetreten sind, für weitere sechs bzw. zwölf Monate verlängern.

Veränderungen teilen Sie uns bitte weiterhin mit.

Gerne können Sie den Wunsch der Weiterbewilligung auch formlos formulieren und mit Ihren Kontaktdaten zusenden.

Bitte formulieren Sie einen Antrag, gerne unter Zuhilfenahme dieses Formulars.

Bitte benennen Sie hierbei die ungefähre Höhe Ihres Vermögens und wo es sich befindet (Versicherung, Immobilie, Wertpapiere etc.).

Für die Dauer von sechs Monaten werden Hilfeleistungen ohne Berücksichtigung des Vermögens gewährt, sofern dieses Vermögen nicht erheblich ist.

Wenn Sie bereits Leistungen der Sozialhilfe / Grundsicherung erhalten, schicken Sie bitte die Mitteilung Ihres Vermieters per Post oder per Mail oder Handy-Foto an uns weiter.

Sollten Sie noch keine Leistungen der Sozialhilfe / Grundsicherung im Alter oder bei Erwerbsminderung erhalten, so stellen Sie bitte einen Antrag und fügen die Forderung Ihres Vermieters bei.

Um Ihren Wohnraum erhalten zu können, wird eine schnelle Hilfestellung geprüft.

Bitte beantragen Sie die Festsetzung, gerne formlos per Mail (Sozialhilfe-grundsicherung@mkk.de) oder per Post.

Die Einrichtungen, in denen die gemeinschaftliche Mittagsverpflegung stattfindet, wurden bis auf weiteres wegen des Betretungsverbotes geschlossen. Somit ist die Voraussetzung für die Bewilligung des Mehrbedarfes für die gemeinschaftliche Mittagsverpflegung weggefallen.

Sobald die gemeinschaftliche Mittagsverpflegung wieder möglich ist, werden die Leistungen neu berechnet und gewährt.

Sie können uns anrufen, wenn Sie sich in einer unabweisbaren Notlage befinden. Wir werden mit Ihnen gemeinsam eine Lösung finden. Gegebenenfalls wird eine persönliche Vorsprache ermöglicht.

Ihren Ansprechpartner finden Sie unter https://www.mkk.de/de/mkk_de/buergerservice/lebenslagen_1/arbeit_soziales/kca_soziales_sgb_xii/index_sozialamt.html .

Sie haben auch die Möglichkeit uns über das Kontaktformular für unabweisbare Notlagen eine Nachricht zu hinterlassen.

Bei Angelegenheiten und Fragen zum Thema Pflege, wenden Sie sich bitte an den Pflegestützpunkt Main-Kinzig-Kreis, Tel.: 06051 - 85 – 48170.

Allgemeine Hinweise zu Pflege und Versorgung im Alter finden Sie unter dem nachstehenden Link:

Wegweiser Leben im Alter

Sollten Sie dringend einen Termin zur Rentenberatung benötigen, setzen Sie sich bitte mit der zuständigen Sachbearbeitung unter der Telefonnummer 06051-85-48065 in Verbindung. Weiterhin steht Ihnen für diesen Arbeitsbereich die E-Mail-Adresse Versicherungsamt@mkk.de zur Verfügung.

Empfänger von Arbeitslosengeld II

Das Kommunale Center für Arbeit, Jobcenter des Main-Kinzig-Kreises, sorgt weiter dafür, dass alle Anspruchsberechtigten ihre Geldleistungen erhalten. Gleichzeitig hat das KCA neue, komfortable Möglichkeiten geschaffen, um es von zu Hause aus zu kontaktieren.

Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um das Arbeitslosengeld II finden Sie in den FAQ und auf der Homepage des KCA unter www.kca-mkk.de .

Sie erreichen uns an unseren vier regionalen Standorten montags bis freitags zwischen 8 und 12 Uhr unter der jeweiligen zentralen Rufnummer. Parallel können Sie uns gerne per E-Mail an die jeweilige Adresse anschreiben.

KCA-Standort
Hanau
Hotline: 06181 292-44444
E-Mail: hanau@kca-mkk.de
Gelnhausen
Hotline: 06051 9741-44443
E-Mail: gelnhausen@kca-mkk.de
Schlüchtern
Hotline: 06661 970-44442
E-Mail: schluechtern@kca-mkk.de
Maintal
Hotline: 06181 292-44441
E-Mail: maintal@kca-mkk.de

Ab dem 04.05.2020 ist es möglich, nach zwingender vorheriger Abstimmung und Bestätigung durch uns, persönliche Vorsprachen in unseren vier regionalen Standorten vorzunehmen. Rufen Sie uns dazu bitte während der unter 1. beschriebenen Erreichbarkeits-Zeiten an oder schreiben Sie uns eine E-Mail. Bitte verzichten Sie unbedingt auf unangekündigte Vorsprachen. Ohne bestätigten Termin können wir Sie leider nicht empfangen. Weiterhin bitten wir Sie, Terminabsprachen nur auf absolut erforderliche Anliegen zu beschränken. Es gelten in unseren Häusern strenge Sicherheits- und Hygiene-Vorschriften. Unser Ziel ist es weiter, möglichst alle Klärungen mit Ihnen telefonisch oder schriftlich vorzunehmen.

Sie können unser vereinfachtes Neuantragsformular hier herunterladen. Füllen Sie dieses einfach am Bildschirm aus und senden Sie uns die Datei per E-Mail (Mail-Adressen finden Sie unter 1.). Alternativ halten wir außen an den Gebäuden unserer vier Standorte in Maintal, Hanau, Gelnhausen und Schlüchtern gedruckte Antragsformulare für Sie bereit. Diese können Sie ausgefüllt in den jeweiligen Briefkasten einwerfen oder uns auch auf dem Postweg zukommen lassen.

Sie können sich darauf verlassen, dass wir alle Anstrengungen annehmen, so zügig wie möglich über Neuanträge zu entscheiden. Das Sozialschutz-Paket des Bundes ermöglicht uns vorübergehend verschiedene Verfahrenserleichterungen. Sie können uns helfen, indem Sie den Antrag möglichst vollständig ausfüllen und uns alle Unterlagen dazu einreichen. Ganz wichtig ist dabei auch, dass Sie uns Ihre aktuelle und korrekte Anschrift und Bankverbindung mitteilen.

Wenn Ihr Bewilligungszeitraum zwischen dem 31. März und bis vor dem 31. August 2020 endet, verlängern wir Ihren Leistungsbezug um einen weiteren Bewilligungszeitraum. Sie müssen dazu nichts veranlassen.

Sie müssen Termine, die vor dem 18.03.2020 bis 30.04.2020 vereinbart worden sind, nicht wahrnehmen und diese auch an sich nicht absagen. Ihnen entstehen dadurch keine Nachteile. Sollten wir ab dem 04.05.2020 Ihre persönliche Vorsprache einfordern müssen, kommen wir auf Sie zu.

Auch wenn Sie unentschuldigt einen Termin versäumen, drohen Ihnen keine Sanktionen oder sonstigen Nachteile. Wir begrüßen es natürlich, wenn Sie ungeachtet dessen Termine, die Sie nicht wahrnehmen können, vorher absagen.

Der Großteil der Maßnahmen, Qualifizierungen und Fortbildung ist momentan stillgelegt. Das gilt beispielsweise für alle von uns vorgehaltenen Angebote bei unserem Kooperationspartner, der AQA GmbH. Rufen Sie uns im Zweifelsfall gerne an, dann erteilen wir Ihnen individuell Auskunft (Telefonnummer unter 1.).

Sobald Maßnahmen, Qualifizierungen und Fortbildungen wieder starten, werden wir Sie rechtzeitig vorher informieren.

Einen Zuschuss für die besondere Situation der häuslichen Absonderung sieht das SGB II gegenwärtig nicht vor. Bitte versuchen Sie aus Ihren Regelleistungen eine möglichst vollwertige und ausgewogene Ernährung für sich und Ihre Familie sicher zu stellen.

Wenn Sie Unterlagen abgeben möchten, nutzen Sie bitte den Postweg oder unsere Briefkästen vor Ort, diese leeren wir mehrfach täglich. Wahlweise können Sie gerne auch Ihre Anträge, Belege und sonstigen Unterlagen abfotografieren oder einscannen und uns per E-Mail senden.

Setzen Sie sich bitte schnellstmöglich mit uns telefonisch oder per E-Mail in Verbindung. Wir werden dann gemeinsam mit Ihnen eine Lösung finden, um eine drohende Räumungsklage zu verhindern.

Probleme rund um die Miete

Das Recht der Vermieter, Mietverhältnisse über Räume wegen Zahlungsrückständen zu kündigen, wird für einen begrenzten Zeitraum eingeschränkt. Die Einschränkung gilt nur für Fälle, in denen die Rückstände allein auf den Auswirkungen der Sars-CoV-2-Pandemie beruhen. Die Regelung ist auf den Zeitraum vom 1. April bis 30. Juni 2020 begrenzt. Die Pflicht des Mieters zur fristgerechten Zahlung bleibt aber auch in dieser Zeit bestehen. Zahlungsrückstände aus dem Zeitraum 1. April bis 30. Juni 2020 berechtigen nur – für die Dauer von 24 Monaten – nicht zur Kündigung. Erst, wenn der Mieter die Zahlungsrückstände auch nach dem 30. Juni 2022 noch nicht beglichen hat, kann ihm wieder gekündigt werden. Mit den Regelungen soll verhindert werden, dass infolge vorübergehender Einnahmeausfälle durch die Sars-CoV-2-Pandemie Wohnraummieter ihr Zuhause verlieren.

Die Regelung erfasst nur die Kündigung wegen Zahlungsrückständen aus den Monaten April bis Juni 2020. Gibt es Zahlungsrückstände aus früheren Zeiträumen, die zur Kündigung berechtigten oder sonstige Kündigungsgründe des Vermieters (z. B. Eigenbedarf oder wegen Fehlverhaltens des Mieters gegenüber dem Vermieter) ist eine Kündigung weiterhin zulässig.

Ein Mieter sollte dem Vermieter mitteilen, wenn er infolge der Covid-19 Pandemie zeitweise keine Miete zahlen kann. Er muss dies im Streitfall dem Vermieter auch glaubhaft machen. Zur Glaubhaftmachung kann er sich entsprechender Nachweise, einer Versicherung an Eides statt oder sonst geeigneter Mittel bedienen. Hierfür kommen in Frage: Der Nachweis der Antragstellung beziehungsweise die Bescheinigung über die Gewährung staatlicher Leistungen, Bescheinigungen des Arbeitsgebers oder andere Nachweise über das Einkommen beziehungsweise über den Verdienstausfall.

Mieter bleiben zur fristgerechten Zahlung verpflichtet, auch wenn sie im Krisenzeitraum nicht über die finanziellen Mittel dafür verfügen sollten. Dies hat zur Folge, dass Mieter bei nicht fristgerechter Leistung in Verzug geraten und Verzugszinsen fällig werden können. Sie haben aber bis zum 30. Juni 2022 Zeit, die Mietschulden zu begleichen. Schaffen sie dies nicht, kann eine Kündigung wegen Zahlungsrückstands auch auf ausgebliebene Zahlungen aus dieser Zeit erfolgen.

Mietern, die von der Corona-Krise stark betroffen werden, wird eine Verschnaufpause gewährt, wenn sie vorübergehend ihre Mieten nicht fristgerecht bezahlen können. Angesichts der enormen Herausforderungen, vor die uns das Coronavirus als Gesellschaft stellt, geht es hierbei um einen Akt gebotener Solidarität. Mieter sollen nicht aufgrund der temporären Einschränkungen des öffentlichen Lebens und daraus resultierender Einkommenseinbußen ihr Zuhause verlieren. Es geht darum, aus der Corona-Krise keine „Krise der Wohnungslosigkeit“ zu machen. Das Problem wird nicht verlagert, denn Mieter müssen die Mieten ja bezahlen – aber sie haben dafür etwas mehr Zeit, ohne den Verlust der Wohnung fürchten zu müssen.

Das kommt auf den Einzelfall an – aber grundsätzlich ja. Denn die Mieten bleiben weiter regulär fällig. Bezahlt ein Mieter die fällige Miete nicht fristgerecht, dann kommt er grundsätzlich in Verzug. Der Vermieter kann dann – bis der Betrag beglichen ist – hierfür Verzugszinsen verlangen.

Zum 1. Juli 2020 sind die zivilrechtlichen Vorschriften zum Kündigungsausschluss im Mietrecht ausgelaufen.

Das bedeutet:

COVID-19-bedingte Mietschulden für die Monate April 2020 bis Juni 2020 müssen bis spätestens 30. Juni 2022 zurückgezahlt werden.
Ab 1. Juli 2020 müssen die normalen Mietzahlungen wiederaufgenommen werden, andernfalls drohen zivilrechtliche Maßnahmen bis hin zur Kündigung.

Das Recht, Miet- und Pachtverhältnisse über Räume oder über Grundstücke wegen Zahlungsrückständen zu kündigen, wurde auf Fälle begrenzt, in denen die rückständigen Miet- und Pachtzahlungen in dem Zeitraum vom 1. April 2020 bis 30. Juni 2020 fällig sind.

Das Auslaufen des besonderen Kündigungsschutzes zum 30. Juni 2020 bedeutet, dass Mieterinnen und Mietern wegen Zahlungsrückständen, die ab dem 1. Juli 2020 entstehen - auch in Kombination mit eventuellen früheren Zahlungsrückständen aus der Zeit vor April 2020 - gekündigt werden kann, wenn sie insgesamt mit mehr als einer Monatsmiete in Verzug geraten.

Mieterinnen und Mieter sollten zudem beachten, dass ausgefallene Mietzahlungen für den Zeitraum vom 1. April 2020 bis 30. Juni 2020 bis zum 30. Juni 2022 beglichen werden müssen, da ihnen ansonsten für diesen Zeitraum gekündigt werden kann.