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Erste Hilfe bei Vergiftungen

Im Fall einer Vergiftung heißt die wichtigste Maßnahme: ruhig bleiben. Rufen Sie sofort eine der Giftnotruf-Nummern an, und schildern Sie, was passiert ist. Sie bekommen dann umgehend Anweisungen, was Sie tun müssen.

Angaben für den Arzt

Der Experte am Giftnotruf-Telefon hilft Ihnen am schnellsten, wenn Sie einige Angaben parat haben:

  • Wer ist betroffen: Kind? Erwachsener?
  • Wann wurde die Substanz – vermutlich – eingenommen?
  • Bei Kindern: Wie alt ist das Kind, und wie viel wiegt es?
  • Was wurde eingenommen? Bezeichnung des Mittels, Hersteller, Dosis, Name der Pflanze?
  • Wie viel wurde eingenommen? Wie viele Tabletten sind noch in der Packung? Wie viele waren vorher enthalten?
  • Wie wurde die Substanz eingenommen? Geschluckt? Eingeatmet? Als Zäpfchen?
  • Wie geht es dem Patienten? Auffälligkeiten wie Husten, Erbrechen, Muskelzuckungen, Benommenheit, Berauschtheit, Schmerzen?
  • Ihre Telefonnummer für eventuellen Rückruf

Falls Sie aufgefordert werden, mit dem Patienten selbst ins Krankenhaus zu fahren: Nehmen Sie die Gift-Substanz mit (Schachtel, Behälter o.ä.).

Was Sie sonst tun können

Auf keinen Fall sollten Sie den Patienten eigenmächtig zum Erbrechen bringen. Wenn er eine ätzende Substanz eingenommen hat, kann die Speiseröhre ein zweites Mal geschädigt werden. Außerdem könnte Erbrochenes in Luftröhre und Lunge geraten. Auch Kohlepräparate sollten Sie nur nach Rücksprache mit dem Arzt geben. Oft ist nach einer Vergiftung mit ätzenden Substanzen eine endoskopische Untersuchung erforderlich. Wenn der Patient Kohle genommen hat, kann diese Untersuchung stark erschwert sein.

  • Ist der Patient bewusstlos, atmet aber noch, bringen Sie ihn in die stabile Seitenlage.
  • Wenn Atmung und Puls aussetzen, müssen Sie bis zum Eintreffen des Notarztes Atemspende und Herzmassage durchführen.
  • Zum Eigenschutz können Handschuhe und Atemschutzmaske erforderlich sein (z. B. bei Vergiftungen mit bestimmten Insektiziden)


    Quelle: www.gesundheitpro.de