



Schon im 17. Jahrhundert die Weichen gestelltEs war keine geruhsame Zeit, in der die Konturen des heutigen Main-Kinzig-Kreises an Profil gewannen. Ein Blick auf die so genannte „Bottsche Karte“ zeigt die politischen „Herrschaften“ auf dem Gebiet des heutigen Main-Kinzig-Kreises um etwa 1800: ein Flickenteppich. Sie hatten über Jahrhunderte das Gebiet geteilt. Im Wesentlichen war das die Folge des historischen Streits der „Mainzer“, der „Fuldaer“, der „Würzburger“, der „Hanauer“ und der „Büdinger“. Dabei kontrollierten die „Hanauer“ schon im Dreißigjährigen Krieg, in dem die Hanauer Grafen große Schenkungen des schwedischen Königs Gustav Adolf erhielten, ein ansehnliches Gebiet. Es reichte von Bockenheim über den Norden des heutigen Frankfurts bis nach Schlüchtern. Mitte des 17. Jahrhunderts deckte sich also die damalige Hanauer Grafschaft bereits in weiten Teilen mit der Fläche des heutigen Main-Kinzig-Kreises. Doch nach 1800 ging es Schlag auf Schlag. Der Siegeszug von Napoleon brachte das alte System zunächst zum Einsturz. Mit Federstrichen ordnete er die politischen Landschaften neu. Das Gebiet des heutigen Main-Kinzig-Kreises kam kurzerhand ins Großherzogtum Frankfurt. Die ldee war – ähnlich wie in Frankreich als Folge der französischen Revolution von 1789 – so genannte Departements einzurichten. Sie versprachen eine moderne, effektive Verwaltung in einem zentralistischen Staat. Doch schließlich wendete sich das Blatt für den Feldherrn. Napoleons Krieg ging verloren. Sein Rückzug von Moskau nach Frankreich führte auch durch das Kinzigtal. Bei Hanau fand eine seiner letzten Schlachten statt. Nach Napoleons Abdankung wurde Europa neu geordnet. Die alten Mächte gewannen wieder die Oberhand. Kluge Staatsreformer rieten jedoch zu neuen Verwaltungen und Verwaltungseinheiten. So zeichnete sich auch der heutige Main-Kinzig-Kreis deutlicher ab. 1821 wurde die Verwaltungseinheit "Provinz Hanau“ gegründet. Sie umfasste die Stadt Hanau, und die Landkreise Hanau-Land, Gelnhausen, Salmünster und Schlüchtern. Bald jedoch wurde der Landkreis Salmünster aufgeteilt: Salmünster und Umgebung fiel an Schlüchtern, Wächtersbach und Umgebung an Gelnhausen. Die Verwaltungseinheiten der ehemaligen Provinz Hanau hielten sich im Wesentlichen bis 1974. Mit den Jahren 1969/70 begannen im Land Hessen gewaltige Umwälzungen. Die meisten ehemaligen Gemeinden verloren mit der Gebiets- und Verwaltungsreform ihre Selbstständigkeit und wurden zu Großgemeinden mit hauptamtlichen Bürgermeistern. So auch im heutigen Main-Kinzig-Kreis. Im hessischen Innenministerium knüpfte man an die Provinz Hanau an und formte den Main-Kinzig-Kreis mit der Kreisstadt Hanau als neue Verwaltungseinheit. Die ehemaligen Landratsämter blieben zunächst als zusätzliche Anlaufstellen erhalten. Mit der Zentralisierung der Verwaltung in der ehemaligen Reichsstadt Gelnhausen im Jahr 2005 wurde die Reform nach mehr als 30 Jahren schließlich vollständig umgesetzt. |
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