



Main-Kinzig-Bürger schicken Zahnärzte zu den Armen ins HinterlandWo hilft man, wenn die Welt aus den Fugen gerät? In Japan, Pakistan oder Haiti…? Bei den Flüchtlingsdramen in Afrika? Es gibt Gründe zu verzweifeln… und zu resignieren. Viele Menschen im Main-Kinzig-Kreis haben sich eine Konstante gegeben. Seit über sechs Jahren engagieren sie sich für ein kleines Land und seine Menschen: Sri Lanka, den tropischen Inselstaat, der von der Jahrhundertflut Weinachten 2004 mit am stärksten betroffen war. „Bleiben, wenn alle anderen gehen.“ Das ist längst die Devise von Karl Eyerkaufer, der die beständige Hilfe der Main-Kinzig-Bürger persönlich koordiniert. Und die immer neuen Notlagen, auf die der frühere Landrat bei seinen Reisen stößt, bestätigen die Notwendigkeit dieses Prinzips. Marion und Karl Eyerkaufer waren wieder in Beruwala und haben gute Nachrichten mitgebracht. Dass die mit Spenden aus dem Kreis vor drei Jahren modernisierte Zahnklinik aus allen Nähten platzt, darüber haben wir bereits berichtet. Die hygienisch einwandfreien Verhältnisse und Behandlungsmethoden ziehen tausende Patienten an. „Jetzt haben wir eine mobile Behandlungsstation angeschafft, damit die Zahnärzte auch in den Dörfern des Hinterlandes den Menschen vernünftig helfen können“, berichtet Karl Eyerkaufer. Landrat Erich Pipa hat bei den Kreisbetrieben die notwendigen Spenden besorgt. Eyerkaufer hat die Gerätschaften vor Ort in der Hauptstadt Colombo bestellt. Noch in diesem Monat kann die mobile Zahnklinik starten. In den neun Kindergärten und 31 Schulen, die aus Spenden der Main-Kinzig-Bürger nach dem Tsunami gebaut und saniert wurden, läuft schon die erste Renovierungs- und Instandhaltungsrunde. „Wir wollen, dass die von den Bürgern geschaffenen Werte erhalten bleiben“, betont Eyerkaufer. Unterdessen geht der Aufbau weiter. Eyerkaufer erteilte die Aufträge zur Sanierung und Erweiterung der Anandagama Pre School und der Pipena Kekulu Pre School. Ein kompletter Neubau steht an der Little Rose Pre School an. „Dort weicht eine morsche Holzhütte einem einfachen, aber funktionalen Unterrichtsraum. Keine dieser drei Schulen verfügt momentan über eine Toilette“, berichtet Karl Eyerkaufer. Ein Höhepunkt der Reise war die feierliche Einweihung des neu gebauten Kindergartens St. Joseph in Beruwala. Auch die Hilfe in privaten Notlagen kommt weiter gut voran. Marion und Karl Eyerkaufer übergaben bei ihrer Reise weitere zwölf Häuser an Familien in Kankanangoda im vergessenen Hinterland Beruwalas. Insgesamt sind es jetzt schon 52 Häuser. Wächtersbachs Bürgermeister Rainer Krätschmer hatte in dieser Armensiedlung erst kürzlich privat fünf große Betten für die Bewohner gekauft, die zuvor auf dem blanken Boden schlafen mussten. Gut möglich, dass für Sakunthala Chadereni ein neues Leben beginnt. Das 16-jährige Mädchen kann wegen ihrer Arthritis die Schule nicht mehr besuchen. Die Familie bringt die umgerechnet acht Euro monatlich für die notwendigen Medikamente nicht auf. Die Eyerkaufers zögerten keinen Moment. Ihr Freund und lokaler Koordinator Irsan Mohammed wird ab sofort jeden Monat die Medikamente nach Rezept kaufen und dem Mädchen übergeben. Lebensmittelspenden brachten die Eyerkaufers in das Mädchenwaisenhaus Gonegale und in das Jungenwaisenhaus Jayandi. Und ein Waisenhaus in Beruwala war dann auch Schauplatz der Geburtstagsfeier des Landrats a.D.. Hatte er im vergangenen Jahr seinen 70. mit mehreren Hundert Bürgerinnen und Bürgern Beruwalas gefeiert, ging es in diesem Jahr zum 71. etwas ruhiger zu – wenn auch nicht weniger freudig. Die Franziskanerbrüder Milroy und Marcus werden das Festessen für „ihre“ Kinder im Don-Bosco-Waisenhaus jedenfalls nicht so schnell vergessen. |

