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Fluglärm >> Kreis-Gutachten
Aktualisiert am: 27.01.2012
  Kreis-Gutachten
Demo gegen Fluglärm
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Kreis-Gutachten: Weniger Fluglärm am Boden ist schnell möglich

Landrat Erich Pipa, Rechtsanwalt Matthias Möller-Meinecke, Kreisbeigeordneter Matthias Zach und Erster Kreisbeigeordneter Dr. André Kavai forderten in Gelnhausen die Verantwortlichen im Luftfahrtbundesamt und bei der Deutschen Flugsicherung auf, dem Gutachten von Michael Morr Rechnung zu tragen.
Landrat Erich Pipa, Rechtsanwalt Matthias Möller-Meinecke, Kreisbeigeordneter Matthias Zach und Erster Kreisbeigeordneter Dr. André Kavai forderten in Gelnhausen die Verantwortlichen im Luftfahrtbundesamt und bei der Deutschen Flugsicherung auf, dem Gutachten von Michael Morr Rechnung zu tragen.

Das Gutachten, das der Main-Kinzig-Kreis bei dem ausgewiesenen Experten Michael Morr in Auftrag gegeben hat, belegt es eindeutig: Schon heute könnten die Flugzeuge deutlich leiser über das Kinzigtal fliegen. „Eine Anhebung der Anflugrouten um 300 Meter ist als Sofortmaßnahme schon morgen umsetzbar“, brachten es Landrat Erich Pipa und Gutachter Michael Morr auf den Punkt. Diese einfache und schnell umzusetzende Forderung entspreche bereits einer Halbierung der empfundenen Lautstärke am Boden. „Wir fordern die Deutsche Flugsicherung auf, die Flugrouten unverzüglich um 300 Meter anzuheben“, unterstrich der Landrat in seiner Begrüßung. Es sei absolut unverständlich, warum die Bürgerinnen und Bürger diesem vermeidbaren Lärm ausgesetzt seien. Pipa und Morr verwiesen auf die Situation rund um Paris. Dort habe die französische Regierung die Vorgabe gegeben, den Fluglärm um die Pariser Flughäfen zu reduzieren. „Diese politische Vorgabe wurde zunächst in einem ersten Schritt durch die Anhebung der Flughöhen um 300 Meter umgesetzt“, berichtete der Landrat. „Was in Frankreich möglich ist, muss auch bei uns umzusetzen sein“, bekräftigte Pipa.

Der Landrat forderte die Bürgerinnen und Bürger auf, sich weiter lautstark gegen den vermeidbaren Fluglärm zu engagieren. „Proteste wie die Montagsdemonstrationen zeigen, wie sehr alle in der gesamten Region unter diesem Fluglärm leiden“, verdeutlichte Pipa. Jede E-Mail, jede Äußerung, jede Beschwerde sensibilisiere die Verantwortlichen für die Situation in der Region. „Wir müssen weiterkämpfen“, forderte der Landrat die weitere Unterstützung aus den Reihen der Bürgerinnen und Bürger. An den Protesten komme keine Regierung vorbei.

In seinem Gutachten „Untersuchung und Bewertung von lärmmindernden Anflugverfahren für die Landerichtung 25 in Frankfurt“ kommt Gutachter Michael Morr zu dem Ergebnis, dass der Main-Kinzig-Kreis in drei Schritten vom vermeidbaren Fluglärm zu befreien ist. „Grundsätzlich sind Flugrouten so zu planen, dass die Flugzeuge so lange wie möglich so hoch wie möglich anfliegen“, beschrieb Morr. Mit der Anhebung der Anflughöhen um 300 Meter werde das Kinzigtal bereits deutlich entlastet, ohne dass der Lärm umverteilt werde. Wichtig sei ihm außerdem gewesen, dass all seine Vorschläge auf bestehenden Verfahren aufbauen und damit umsetzbar seien, sagte Morr. Zudem habe er die Simulationen mit den erwarteten Flugbewegungen für das Jahr 2020 durchgeführt. Unter Berücksichtigung all dieser Aspekte sei eine Staffelung der Flugzeuge in einer Höhe von 2.400 Metern mit anschließendem Sinkflug trotzdem möglich. Bei diesem Verfahren werden Flugzeuge deutlich höher als bisher im Luftraum gestaffelt und anschließend im kontinuierlichen Sinkflug auf die Einflugpunkte geleitet. Auch dieses Verfahren, das zu einer deutlichen Entlastung der Bürgerinnen und Bürger im Main-Kinzig-Kreis führe, sei erfolgreich simuliert worden. Im Gegensatz zum heutigen Verfahren würden damit die langen Horizontalflüge in niedriger Höhe über dem Kinzigtal wegfallen. Dieses Verfahren sei mittelfristig innerhalb von 18 Monaten umsetzbar, betonte der Gutachter und bereite den Weg zum Point Merge-Verfahren, bei dem sich die Flugzeuge bereits in großen Höhen einreihen und dann zu einem Sinkflug ansetzen. Das Point Merge-Verfahren sei bereits erfolgreich in Oslo und Dublin eingeführt worden.

Landrat Pipa hob hervor, dass mit dem Gutachten der Beweis erbracht worden sei, dass lärmmindernde Anflugverfahren schnell umsetzbar seien. Der Main-Kinzig-Kreis werde dieses Gutachten nun in einen Antrag beim Luftfahrtbundesamt münden lassen. In dem Antrag, für den Anwalt Matthias Möller-Meinecke verantwortlich zeichne, werde das Luftfahrtbundesamt aufgefordert, die vom Gutachter aufgezeigten lärmmindernden Anflugverfahren umzusetzen. Sollte dem Antrag nicht entsprochen werden, werde der Kreis vor Gericht auf sein Recht pochen.

Zuvor hatte Pipa in seiner Begrüßung den Kampf des Main-Kinzig-Kreises gegen den Fluglärm skizziert. Der Landrat stellte dar, dass der Kreisausschuss bereits im Jahr 2000 von der Deutschen Flugsicherung gefordert hatte, den kontinuierlichen Sinkflug einzuführen und Mindestflughöhen über dem Kinzigtal einzuführen. Zudem sollte ein Nachtflugverbot in der Zeit zwischen 22 und 6 Uhr morgens durchgesetzt werden. Weil eine Reaktion ausblieb, klagte der Main-Kinzig-Kreis. Die Klage des sei jedoch im Juli 2004 abgewiesen worden. Im Rahmen der Planfeststellung erhob der Kreisausschuss weitere Einsprüche und forderte erneut ein Anti-Lärm-Paket inklusive Nachtflugverbot, lärmmindernde Anflugverfahren und umfassende Kontrollen. Auch hier schaltete die Hessische Landesregierung auf stur. „Folgerichtig reichten wir im Februar 2008 eine Klage gegen den Planfeststellungsbeschluss ein“, erinnerte Pipa. Die Nachtflugregelung mit 17 Flugbewegungen sei anschließend vom Hessischen Verwaltungsgerichtshof in einer Eilentscheidung beanstandet worden. „Doch die Landesregierung hat sich nicht auf die Seite der Bürgerinnen und Bürger gestellt, sondern Revision vor dem Bundesverwaltungsgericht in Leipzig beantragt. Verhandelt wird am 12. März“, unterstrich Pipa. Eine neue Dimension habe der Fluglärm dann mit den vom Bundesamt für Flugsicherung nach den Vorschlägen der Deutschen Flugsicherung (DFS) genehmigten neuen Anflugrouten erreicht. Darin sei besiegelt worden, dass im Bereich zwischen Gelnhausen und Hanau im Horizontalflug in Höhen von 1.200 Metern und 1.500 Metern über Normalnull geflogen wird.

Hier bieten wir Ihnen die Möglichkeit zum Herunterladen der in Gelnhausen gezeigten Präsentationen von Gutachter Michael Morr und Rechtsanwalt Matthias Möller-Meinecke.


Die Stadthalle in Gelnhausen bei der Vorstellung des Gutachtens zu lärmmindernden Anflugverfahren war voll. Landrat Erich Pipa forderte die Bürgerinnen und Bürger auf, sich weiter einzumischen.
Die Stadthalle in Gelnhausen bei der Vorstellung des Gutachtens zu lärmmindernden Anflugverfahren war voll. Landrat Erich Pipa forderte die Bürgerinnen und Bürger auf, sich weiter einzumischen.