



Die Pressemitteilungen werden wöchentlich vom Referat für Presse und Information des Main-Kinzig-Kreises zusammengestellt.
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27. Januar. – Am 27. Januar 1945 wurden die Überlebenden des Vernichtungslagers Auschwitz befreit. Der Holocaust-Gedenktag wurde 1996 vom ehemaligen Bundespräsident Roman Herzog proklamiert und auf den 27. Januar festgelegt.
Die Vereinten Nationen riefen 2005 den 27. Januar als „Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust“ aus. Seit 2006 wird er weltweit begangen. Der Bundestag kommt an diesem Gedenktag alljährlich zu einem Staatsakt zusammen. Auch Landrat Erich Pipa gedachte gemeinsam mit zahlreichen geladenen Gästen am Freitag der Opfer des Nationalsozialismus in einer Veranstaltung im Bürgerportal des Main-Kinzig-Forums.
Am 9. November 2008 hatte der Kreistag den einstimmigen Beschluss gefasst, mit einer Gedenktafel im Main-Kinzig-Forum einen lebendigen Erinnerungsraum zu schaffen, der inmitten der alltäglichen Arbeitswelt mahnt, dass die Würde jedes einzelnen Menschen unantastbar ist. In seiner Ansprache, die musikalisch von Susanne Riedl-Komppa und Harry Wenz umrahmt wurde, betonte Landrat Erich Pipa, dass auch 67 Jahre nach der Befreiung von Auschwitz das Thema nichts von seiner Aktualität verloren habe. Dies zeigten die von der rechtsextremen Zelle in Zwickau verübten Morde an Menschen mit Migrationshintergrund.
„Für Antisemitismus und Rassismus darf kein Platz in unserer Gesellschaft bestehen“, machte der Landrat deutlich. Rechtes Gedankengut sei kein Phänomen am Rande, sondern sei auch in der Mitte der Gesellschaft vielfach verbreitet. „Als Demokraten müssen wir aktiv sein und uns engagieren, vor allem bei jungen Menschen, in den Familien, in den Schulen, in den Vereinen“, hob Pipa hervor. Auch auf dem Gebiet des Main-Kinzig-Kreises seien in den Jahren von 1933 bis 1945 Tausende zu Opfern des Nationalsozialismus geworden. „Wir gedenken ihrer aller. Denn die Würde des Menschen ist unantastbar“, sagte Pipa.
Anschließend führte Christine Raedler, Leiterin des Zentrums für Regionalgeschichte, drei exemplarische Beispiele an. Seifenfabrikant Max Wolf aus Schlüchtern: Der älteste Sohn des jüdischen Seifenfabrikanten Victor Wolf und seiner Frau Emilie baute die Firma Dreiturm auf, wurde von den Nazis enteignet und ins Gefängnis verbracht, später wegen Hochverrats angeklagt. Trotz Einstellung des Verfahrens aus Mangel an Beweisen wird die Enteignung nicht rückgängig gemacht. Die Familie flieht nach England, Max Wolf stirbt 1948, wenige Wochen vor der Rückübertragung des Betriebes an die Familie.
Lotte Sondheimer aus Gelnhausen: Lotte Sondheimer wurde als jüngstes Kind des jüdischen Rechtanwaltes Dr. Elkan Sondheimer und Gertrud Sondheimer am 8. Mai 1907 in Gelnhausen geboren. Die Familie des renommierten Anwalts zieht bald nach Lottes Geburt in die stadtbildprägende neugebaute Villa Sondheimer oberhalb des „Alten Grabens. Lotte Sondheimer wird ab Mai 1940 im südfranzösischen Lager Gurs inhaftiert. Am 10. August.1942 wird sie zusammen mit vielen anderen Jüdinnen und Juden mit dem 17. Konvoi von Drancy/Paris nach Auschwitz deportiert und dort ermordet.
Eugen Kaiser aus Hanau: Der Reichstagsabgeordnete wird 1922 zum Landrat von Hanau bestellt. Nach der Machtergreifung 1933 warten die Nationalsozialisten nicht, den Sozialdemokraten als politischen Gegner umgehend auszuschalten. Kaiser wird beurlaubt, entlassen und lebt in der Folge in ärmlichen Verhältnissen. Als Folge des Attentates auf Hitler und eine damit einhergehende Verhaftungswelle wird Eugen Kaiser als fast 65-Jähriger im September 1944 in das Konzentrationslager Dachau verbracht, wo er am 4. April 1945 stirbt.
26. Januar. – Das Gutachten, das der Main-Kinzig-Kreis bei dem ausgewiesenen Experten Michael Morr in Auftrag gegeben hat, belegt es eindeutig: Schon heute könnten die Flugzeuge deutlich leiser über das Kinzigtal fliegen.
„Eine Anhebung der Anflugrouten um 300 Meter ist als Sofortmaßnahme schon morgen umsetzbar“, brachten es Landrat Erich Pipa und Gutachter Michael Morr auf den Punkt. Diese einfache und schnell umzusetzende Forderung entspreche bereits einer Halbierung der empfundenen Lautstärke am Boden. „Wir fordern die Deutsche Flugsicherung auf, die Flugrouten unverzüglich um 300 Meter anzuheben“, unterstrich der Landrat in seiner Begrüßung. Es sei absolut unverständlich, warum die Bürgerinnen und Bürger diesem vermeidbaren Lärm ausgesetzt seien.
Pipa und Morr verwiesen auf die Situation rund um Paris. Dort habe die französische Regierung die Vorgabe gegeben, den Fluglärm um die Pariser Flughäfen zu reduzieren. „Diese politische Vorgabe wurde zunächst in einem ersten Schritt durch die Anhebung der Flughöhen um 300 Meter umgesetzt“, berichtete der Landrat. „Was in Frankreich möglich ist, muss auch bei uns umzusetzen sein“, bekräftigte Pipa.
Der Landrat forderte die Bürgerinnen und Bürger auf, sich weiter lautstark gegen den vermeidbaren Fluglärm zu engagieren. „Proteste wie die Montagsdemonstrationen zeigen, wie sehr alle in der gesamten Region unter diesem Fluglärm leiden“, verdeutlichte Pipa. Jede E-Mail, jede Äußerung, jede Beschwerde sensibilisiere die Verantwortlichen für die Situation in der Region. „Wir müssen weiterkämpfen“, forderte der Landrat die weitere Unterstützung aus den Reihen der Bürgerinnen und Bürger. An den Protesten komme keine Regierung vorbei.
In seinem Gutachten „Untersuchung und Bewertung von lärmmindernden Anflugverfahren für die Landerichtung 25 in Frankfurt“ kommt Gutachter Michael Morr zu dem Ergebnis, dass der Main-Kinzig-Kreis in drei Schritten vom vermeidbaren Fluglärm zu befreien ist. „Grundsätzlich sind Flugrouten so zu planen, dass die Flugzeuge so lange wie möglich so hoch wie möglich anfliegen“, beschrieb Morr. Mit der Anhebung der Anflughöhen um 300 Meter werde das Kinzigtal bereits deutlich entlastet, ohne dass der Lärm umverteilt werde. Wichtig sei ihm außerdem gewesen, dass all seine Vorschläge auf bestehenden Verfahren aufbauen und damit umsetzbar seien, sagte Morr. Zudem habe er die Simulationen mit den erwarteten Flugbewegungen für das Jahr 2020 durchgeführt.
Unter Berücksichtigung all dieser Aspekte sei eine Staffelung der Flugzeuge in einer Höhe von 2.400 Metern mit anschließendem Sinkflug trotzdem möglich. Bei diesem Verfahren werden Flugzeuge deutlich höher als bisher im Luftraum gestaffelt und anschließend im kontinuierlichen Sinkflug auf die Einflugpunkte geleitet. Auch dieses Verfahren, das zu einer deutlichen Entlastung der Bürgerinnen und Bürger im Main-Kinzig-Kreis führe, sei erfolgreich simuliert worden. Im Gegensatz zum heutigen Verfahren würden damit die langen Horizontalflüge in niedriger Höhe über dem Kinzigtal wegfallen.
Dieses Verfahren sei mittelfristig innerhalb von 18 Monaten umsetzbar, betonte der Gutachter und bereite den Weg zum Point Merge-Verfahren, bei dem sich die Flugzeuge bereits in großen Höhen einreihen und dann zu einem Sinkflug ansetzen. Das Point Merge-Verfahren sei bereits erfolgreich in Oslo und Dublin eingeführt worden.
Experte bestätigt jahrelange Forderungen des Kreises
Landrat Pipa hob hervor, dass mit dem Gutachten der Beweis erbracht worden sei, dass lärmmindernde Anflugverfahren schnell umsetzbar seien. Der Main-Kinzig-Kreis werde dieses Gutachten nun in einen Antrag beim Luftfahrtbundesamt münden lassen. In dem Antrag, für den Anwalt Matthias Möller-Meinecke verantwortlich zeichne, werde das Luftfahrtbundesamt aufgefordert, die vom Gutachter aufgezeigten lärmmindernden Anflugverfahren umzusetzen. Sollte dem Antrag nicht entsprochen werden, werde der Kreis vor Gericht auf sein Recht pochen.
Zuvor hatte Pipa in seiner Begrüßung den Kampf des Main-Kinzig-Kreises gegen den Fluglärm skizziert. Der Landrat stellte dar, dass der Kreisausschuss bereits im Jahr 2000 von der Deutschen Flugsicherung gefordert hatte, den kontinuierlichen Sinkflug einzuführen und Mindestflughöhen über dem Kinzigtal einzuführen. Zudem sollte ein Nachtflugverbot in der Zeit zwischen 22 und 6 Uhr morgens durchgesetzt werden. Weil eine Reaktion ausblieb, klagte der Main-Kinzig-Kreis. Die Klage des sei jedoch im Juli 2004 abgewiesen worden. Im Rahmen der Planfeststellung erhob der Kreisausschuss weitere Einsprüche und forderte erneut ein Anti-Lärm-Paket inklusive Nachtflugverbot, lärmmindernde Anflugverfahren und umfassende Kontrollen. Auch hier schaltete die Hessische Landesregierung auf stur.
„Folgerichtig reichten wir im Februar 2008 eine Klage gegen den Planfeststellungsbeschluss ein“, erinnerte Pipa. Die Nachtflugregelung mit 17 Flugbewegungen sei anschließend vom Hessischen Verwaltungsgerichtshof in einer Eilentscheidung beanstandet worden. „Doch die Landesregierung hat sich nicht auf die Seite der Bürgerinnen und Bürger gestellt, sondern Revision vor dem Bundesverwaltungsgericht in Leipzig beantragt. Verhandelt wird am 12. März“, unterstrich Pipa. Eine neue Dimension habe der Fluglärm dann mit den vom Bundesamt für Flugsicherung nach den Vorschlägen der Deutschen Flugsicherung (DFS) genehmigten neuen Anflugrouten erreicht. Darin sei besiegelt worden, dass im Bereich zwischen Gelnhausen und Hanau im Horizontalflug in Höhen von 1.200 Metern und 1.500 Metern über Normalnull geflogen wird.
26. Januar. – Der Kreisausschuss hat in seiner Sitzung am Dienstag (24.01) den Planungsauftrag für die Dachsanierung der Großsporthalle Schlüchtern vergeben. Wie Schuldezernent Matthias Zach informiert, geht der Zuschlag an ein örtliches Ingenieurbüro, das mit den Besonderheiten des Gebäudes bereits vertraut ist.
Das Dach der Dreifeldhalle hatte nach mehreren Reparaturen in den letzten Jahren vor einigen Tagen erneut erhebliche Mängel gezeigt. In der Folge mussten Sportveranstaltungen aufgrund eines Wassereinbruchs abgesagt werden. Um das Projekt nun umfassend und zügig voranzubringen, hat der Kreisausschuss die Gesamtsumme von 800.000 Euro bereit gestellt.
„In den kommenden Wochen steht die detaillierte Planung an und in der Folge bereiten wir die Auftragsvergaben vor“, beschreibt Zach die nächsten Schritte. Vorgesehen sei eine völlig neue Dachabdeckung nach aktuellen umwelttechnischen Standards. Geplant sei eine abschnittsweise Sanierung, so dass wenigstens ein eingeschränkter Sportbetrieb stattfinden könne.
Aufgrund der besonderen Dachkonstruktion und der Größe der Halle sei die Baumaßnahme allerdings nicht innerhalb weniger Wochen zu erledigen. Doch sollte es keine baulichen Überraschungen geben, möchte der Main-Kinzig-Kreis das Projekt während der Sommermonate komplett über die Bühne bringen.
Die zwischenzeitlich angedachte Übergangslösung mit einem Notdach hätte rund 153.00 Euro gekostet und das Problem nur aufgeschoben. „Nach Rücksprache mit den Fachleuten sind wir daher zu dem Schluss gekommen, dass die umfassende Lösung der geeignete Weg ist, um wieder vernünftige Voraussetzungen zu erhalten“, erklärt der Schuldezernent. Denn angesichts knapper Finanzmittel sollten bei allen Projekten die langfristigen Lösungen den Vorzug erhalten.
25. Januar. – Vor gut einem Jahr ist das Gesetz zur Teilhabe von Kindern und Jugendlichen in Kraft getreten. „Bis heute haben 5.990 Kinder und Jugendliche einen Antrag gestellt und von den Leistungen profitiert. Das entspricht 69,9 Prozent aller Anspruchsberechtigten und liegt damit weit über dem Bundesdurchschnitt“, berichtet Landrat Erich Pipa aus der Statistik des Kommunalen Centers für Arbeit (KCA).
Bei der jüngsten Erhebung hatte der Bundesdurchschnitt bei rund 45 Prozent gelegen. Das Bildungs- und Teilhabepaket war nach der Einigung im Vermittlungsausschuss rückwirkend für Januar 2011 in Kraft getreten und folgte einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts aus dem Februar 2010. Das Bildungs- und Teilhabepaket fördert und unterstützt Kinder und Jugendliche aus Familien mit geringem Einkommen.
Mit 1.569 Anträgen gingen die meisten zur sozialen und kulturellen Teilhabe an der Gesellschaft ein. „Dazu gehört beispielsweise die Übernahme von Beiträgen für den Fußballverein oder die Teilnahmegebühr für Instrumentenkurse“, erläutert Landrat Erich Pipa. 1.568 Anträge wurden von Familien mit geringem Einkommen für die Unterstützung bei mehrtägigen Klassenfahrten gestellt. Weitere 1.022 Anträge wurden für die Teilnahme an der Mittagsverpflegung an Schulen gestellt.
„Diese Unterstützung hatte der Kreistag bereits im Rahmen der freiwilligen Fördermittel zum Februar 2008 eingeführt“, erinnert der Landrat. Ebenfalls bereits seit 2008 hatte der Kreis auf freiwilliger Basis die Fahrtkosten für Oberstufenschüler übernommen. Für diese in das Bildungs- und Teilhabepaket aufgenommene Leistung wurden vom KCA 518 Anträge registriert. Insgesamt 656 Kinder wurden bei den Kosten der Mittagsverpflegung im Kindergarten unterstützt. Weitere 406 Familien stellten für ihre Kinder Anträge zur außerschulischen Lernförderung, außerdem gingen 151 Anträge für eintägige Schulausflüge und 100 Anträge für Kindergartenausflüge ein.
„Kinder und Jugendliche haben ein Anrecht auf Chancen und Beteiligung. Nur, weil sie aus einkommensschwachen Familien kommen dürfen ihnen diese Chancen nicht verbaut werden“, macht sich Landrat Erich Pipa für das Bildungs- und Teilhabepaket stark. Ziel sei es, die Quote von derzeit 69,9 Prozent weiter zu erhöhen. „Jeder, der einen Anspruch hat, muss darum wissen und ihn auch geltend machen können“, betont Pipa.
24. Januar. – Die Photovoltaik ist im Main-Kinzig-Kreis eines der Standbeine bei der Energiewende. Im Jahr 2010 erzeugten alle Anlagen im Main-Kinzig-Kreis rund 35 Millionen Kilowattstunden Strom, 2009 waren es noch rund 26 Millionen. Mehr schaffte bislang nur die Windkraft: Die 53 Anlagen im Main-Kinzig-Kreis erzeugten 2010 rund 150 Millionen Kilowattstunden Strom.
Der Anstieg der erzeugten Strommengen aus Photovoltaikanlagen lässt sich auch auf den Schuldächern des Main-Kinzig-Kreises ablesen. Waren es zu Beginn des Jahres 2008 noch 26 Anlagen, die insgesamt knapp 630.000 Kilowattstunden Strom aus Sonnenenergie erzeugten, so stieg die Zahl bis Ende 2011 auf 78 Anlagen an. Mit ausschlaggebend hierfür war die Energiekonferenz, die Landrat Erich Pipa zu Beginn des Jahres 2008 initiierte.
Damals hatten Ingenieure im Auftrag des Kreises eine statische Untersuchung aller geeigneten Dachflächen vorgenommen und somit die Vorarbeit geleistet. Anschließend wurden die Dächer für Interessenten freigegeben. „Es folgte ein regelrechter Ansturm auf die öffentlichen Dachflächen“, berichtet der Landrat. Mit Erfolg: Zum Ende des Jahres 2011 produzierten die 78 unterschiedlich großen Photovoltaikanlagen auf den Dächern des Kreises rund 3,3 Millionen Kilowattstunden Strom.
„Damit lässt sich beispielsweise rechnerisch der gesamte Biebergemünder Ortsteil Roßbach ein Jahr lang mit grünem Strom versorgen“, rechnet Landrat Erich Pipa vor. Die größte Anlage mit 200 Kilowatt peak Leistung befindet sich auf dem Dach der Friedrich-August-Genth-Schule in Wächtersbach, die kleinste Anlage mit gerade einmal 0,8 Kilowatt peak auf der Bertha-von-Suttner Schule in Nidderau, betrieben vom Förderverein.
Auch auf den nach Süden ausgerichteten Dächern des Main-Kinzig-Forums und der angrenzenden Kreiswerke Main-Kinzig produziert seit August des Jahres 2008 eine Photvoltaikanlage mit einer Größe von 173 Kilowatt peak Strom aus Sonnenenergie. Seit dieser Zeit hat die Anlage rund 492.000 Kilowattstunden Strom erzeugt. In ihrem besten Einzelmonat, dem Mai 2011, produzierte die Anlage 28.390 Kilowattstunden Strom.

