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Kultur und Sport >> Ehrenamtsagentur >> Ehrenamtspreis >> Ehrenamtspreis 2008
Aktualisiert am: 17.02.2009
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Landrat Erich Pipa überreicht Ehrenamtspreis 2008

Landrat Erich Pipa zeichnete in diesen Tagen Sigrid Lipsky, Dragomir Markovic sowie Knut Witt und die ökumenische Regenbogengruppe mit dem Ehrenamtspreis des Main-Kinzig-Kreises aus. Während der Feierstunde im Main-Kinzig-Forum unterstrich er die Bedeutung des Ehrenamts, als einen Ausdruck von Verantwortungsbereitschaft und Solidarität.

„Der Main-Kinzig-Kreis würdigt seit einigen Jahren diese herausragenden Leistungen. Menschen, die anderen Unterstützung geben, sind für unsere aktive Bürgergesellschaft unverzichtbar. So wollen wir mit dieser Auszeichnung unsere Dankbarkeit und besondere Wertschätzung ausdrücken“, sagte Erich Pipa. In diesem Jahr wurden 13 Personen und Gruppen für den Ehrenamtspreis vorgeschlagen. Der Sozialausschuss des Kreistages würdigte jeden einzelnen Vorschlag mit großer Hochachtung. Es wurde für das Jahr 2008 entschieden, dass der Preis von 4.500 Euro geteilt und an vier Personen vergeben wird.

Sigrid Lipsky aus Hanau erhält den Preis für ihre Arbeit bei der Hausaufgabenhilfe in der Hanauer Weststadt. Als die jetzt 66-Jährige im Jahre 2001 aus dem aktiven Arbeitsleben ausschied, wollte sie die gewonnene Zeit sinnvoll nutzen. Über die Freiwilligenagentur Hanau kam sie zur Hausaufgabenhilfegruppe Kreuzkirche im Lamboyviertel. Im November 2001 wurde dann das Stadtteilbüro West eröffnet, unter der Trägerschaft der Stadt Hanau und der evangelischen Kirche erfolgte die Gründung einer eigenen Hausaufgabenhilfegruppe in der Weststadt. Anfangs war Sigrid Lipsky hier allein tätig, inzwischen betreuen 28 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer von Montag bis Donnerstag, in der Zeit von 12 bis 16 Uhr, meist ausländische Kinder bei den Hausaufgaben. Der Andrang ist groß und es gibt lange Wartelisten. „Sigrid Lipsky ist diejenige, die immer da ist, sie liebt die Arbeit mit den Kindern in einem außerordentlichen Team“, berichtete Erich Pipa in seiner Rede zur Preisverleihung. Von sich selbst sagt Sigrid Lipsky: „Inzwischen kann ich mir eine Woche ohne mein Ehrenamt kaum noch vorstellen“. (weitere Infos im Anschluss)

Jutta Straub, die Vorsitzende des Sozialausschusses, würdigte in ihren Laudationes Dragomir Markovic und Knut Witt, die sich über viele Jahre in vorbildlicher Weise ehrenamtlich bei der Turngemeinde Hanau engagieren. Bereits seit 1970 ist Dragomir Markovic aktives Mitglied der Turngemeinde Hanau. Er engagierte sich als Jugendwart, seit 1984 ist er ununterbrochen lizenzierter Fachübungsleiter im Ju-Jutsu, zahlreiche deutsche Meister haben bei ihm trainiert. 1992 gründete Dragomir Markovic eine Ju-Jutsu-Kindergruppe, somit war die Turngemeinde Hanau einer der ersten Vereine in Deutschland, die diesen Sport für Kinder ab fünf Jahren anbot. Als Förderer der Jugend- und Wettkampfarbeit rief er den „Main-Kinzig-Pokal“ ins Leben, inzwischen heißt dieses Jugend- und Nachwuchsturnier „German Open“ und ist weltweit das größte Profi- und Nachwuchsturnier. Doch nicht nur im Bereich der Nachwuchsförderung ist er engagiert, unter seiner Leitung wird auch seit vielen Jahren Ju-Jutsu für Ältere, unter dem Motto „Mehr Mumm und mehr Gelassenheit durch sanfte Selbstverteidigung“ angeboten.

Knut Witt begann seine sportliche Laufbahn beim Turnverein Limburg und kam 1964 nach Hanau. Hier übernahm er die Basketballabteilung, unter seiner Leitung spielte die Mannschaft in der ersten Basketballbundesliga und später dann in der zweiten Bundesliga. Bereits 1982 wurde Knut Witt als stellvertretender Technischer Leiter in den Vorstand der Turngemeinde gewählt und seit 1987 ist er technischer Leiter des Vereins. Als Vizepräsident ist er seit vielen Jahren für den Bereich Finanzen und Steuerfragen zuständig und bis heute ein wichtiger Ansprechpartner in der Geschäftsstelle der Turngemeinde Hanau. Dort ist Knut Witt fast täglich etwa drei bis vier Stunden anzutreffen.

„In dem man anderen beisteht, hilft man sich selbst – nach diesem Leitgedanken handelt die Ökumenische Regenbogengruppe“, sagte Landrat Erich Pipa in seiner Laudatio. Bei der Regenbogengruppe handelt es sich um eine Selbsthilfegruppe mit dem Ziel, in der Zeit der Trauer für andere Menschen Wege aus dieser Trauer zu finden. In der Regenbogengruppe engagieren sich Christen wie Juden, den konfessionellen Grenzen wird gleichermaßen mit Respekt und Offenheit begegnet. Es sind oft behinderte oder kranke Menschen, die auf verschiedene Weise Hilfe benötigen und bekommen. Dabei wird die Gruppe von Pfarrer Werner Gutheil einerseits begleitet und zugleich beauftragt. Seit ihrem Bestehen entwickelte sich die Gruppe sehr schnell von einer „Trauergruppe“ zu ehrenamtlichen Mitarbeitern der Katholischen Klinikseelsorge am Klinikum Hanau. Mitglieder der Ökumenischen Regenbogengruppe sind Heidi Hieke, Margarete Koloczek, Christel Korn, Dr. Carola Kromer, Bärbel Levy, Olga Roiner, Heidi Stasch und Irma Stöhr sowie Alma-Maria Wehner.

Die Ehrenamtspreisträger: im Vordergrund die Mitglieder der ökumenischen Regenbogengruppe, links Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky, sechste von links Maintals Stadträtin Elke Schmidt, achte von links, Sigrid Lipsky, daneben Jutta Straub, ganz rechts Pfarrer Werner Gutheil, mit Landrat Erich Pipa und dahinter Knut Witt sowie Dragomir Markovic.

Was Ehrenamt leisten kann. Ein Beispiel aus dem Leben:

Während der Feierstunde zur Verleihung des Ehrenamtspreises waren neben zahlreichen Ehrengästen aus der Politik auch Freunde und Angehörige der Geehrten gekommen. Zahlreiche Schülerinnen und Schüler, die ihre Hausaufgaben mit Hilfe von Sigrid Lipsky erledigen, gehörten zu den ersten Gratulanten. Die Schülerin Sara Gholam nutzte den Rahmen und bat den Landrat, ihre Geschichte erzählen zu dürfen. Auf der Hauptschule sei sie gewesen, als sie in die Hausaufgabenbetreuung von Frau Lipsky kam. „Frau Lipsky hat mir immer wieder Mut gemacht und mich beim Lernen unterstützt, so dass ich den Übergang in die Realschule schaffte“. Doch damit nicht genug, der Wunsch auf ein Gymnasium zu gehen, war geweckt. Auch hier war es Sigrid Lipsky die Sara bestärkte und mit ihrer Hilfe, schaffte die Achtklässerin nebenher den Anschluss in Französisch. „Dass ich jetzt den gymnasialen Zweig der Otto- Hahn-Schule in Hanau besuche, habe ich Ihnen zu verdanken“, sagte Sara zum Abschluss ihrer kleinen Rede.

Die Schülerinnen und Schüler der Hausaufgabenhilfe gratulieren ihrer Betreuerin Sigrid Lipsky zum Ehrenamtspreis. v.l.: Leiter der Ehrenamtsagentur, Walter Dreßbach, Erich Pipa, Sigrid Lipsky, Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky